Früher hießen seine Gegner FC Bayern, Galatasaray Istanbul oder Ajax Amsterdam. Heute spielt Lennart Thy gegen Hougang, Tanjong oder Geylang. Seit zwei Jahren kickt der ehemalige Bundesliga-Profi (elf Spiele für Werder) in der Premier League. Allerdings nicht in England, sondern in Singapur bei den Lion City Sailors.

Thy, der 2009 mit der U17 an der Seite von Mario Götze Europameister wurde, sagt: „Die Bedingungen hier sind einfach ideal. Das sportliche Niveau wird von Jahr zu Jahr besser, das Klima ist klasse, und kulturell wird extrem viel geboten.“

Sprachlich gibt es zudem kaum bis keine Barrieren, da Englisch als Hauptsprache gilt. „Singapur ist für uns als junge Familie mit drei Kindern einfach nur ein Traum“, so der 34-jährige Rheinländer.

Die Thys leben in der 18. Etage eines 21-stöckigen Hochhauses. „Es gibt eine Rezeption und als besondere Attraktion einen Gemeinschafts-Pool. Das ist schon ein Traum“, sagt Thy.

Das Leben in Singapur hat für ihn und seine Familie weitere Vorteile: „Da die Kids noch nicht schulpflichtig sind, können wir viele neue Länder bereisen.“ So geht es in der Länderspielpause auch mal mit Frau Pascalle (29) sowie den Kindern Jaimy (sechs), Maya (vier) und Noah (vier Monate) nach Bali, Thailand oder Australien.

Kennengelernt hat Thy die Niederländerin auf seiner Station in Zwolle. Sechs Jahre spielte er in der Eredivisie. Als er 2024 das Angebot von den Lion City Sailors erhielt, wagte Thy mit seiner Familie das große Abenteuer: „Ich kannte den damaligen City-Trainer. Er wollte mich unbedingt haben. Die Konstellation und der Zeitpunkt waren einfach perfekt. Deswegen haben wir diesen Schritt gewagt.“

Thy erzielt zwölf Tore in 16 Spielen

Und auch sportlich nicht bereut. Im vergangenen Jahr gewann der Klub das Double aus Meisterschaft und Pokal. Thy war mit 28 Treffern in 26 Liga-Spielen bester Torschütze. Und auch aktuell läuft es. In 16 Partien kommt er auf zwölf Tore.

Lennart Thy klatscht nach einem Spiel mit Werder Bremen 2016 mit den Fans ab

Sein Vertrag endet im kommenden Sommer. Bleibt er in Südostasien – oder kehrt er vielleicht sogar nach Deutschland zurück? „Wir wissen es selbst noch nicht“, meint Thy. Möglich ist nahezu alles. Wir sind für viele Dinge offen – fühlen uns aber definitiv sehr wohl hier.“

Dieser Artikel wurde für das Sportkompetenzcenter (WELT/BILD/SPORTBILD) verfasst und erschien zuerst in BILD.

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