„Biete Ticket gegen Vollzeitstelle“ – Aufstiegs-Euphorie auf Schalke
Die Vorfreude ist grenzenlos. Über tausend Fans pilgerten am Donnerstag zum Berger Feld, dem Vereinsgelände des FC Schalke 04, und empfingen die Mannschaft mit Beifall. „Das ist sehr beeindruckend“, sagte Miron Muslic und bedankte sich zugleich für die Unterstützung der Anhänger in der laufenden Saison.
Der Trainer der Schalker genoss es, zwei Tage vor dem wichtigen Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf (Samstag, 20.30 Uhr, im Sport-Ticker der WELT) bei einer öffentlichen Trainingseinheit noch einmal auf Tuchfühlung mit den Fans gehen zu können. „Wir freuen uns auf eine unglaubliche Atmosphäre. Der zwölfte Mann wird uns tragen“, erklärte er.
Muslic und sein Team stehen nur noch einen Schritt vor ihrem großen Ziel. Mit einem Heimsieg über Düsseldorf könnten die Königsblauen die Rückkehr in die Bundesliga perfekt machen. Dann wäre das Team an den noch ausstehenden zwei weiteren Spieltagen nicht mehr von den ersten beiden Plätzen zu verdrängen.
„Ich glaube nicht, dass noch etwas schiefgeht. Wir wollen den Sack zumachen, das ziehen wir jetzt durch“, sagte Kapitän Kenan Karaman – und verlieh damit dem Schalker Selbstvertrauen Ausdruck. Die Mannschaft ist seit mittlerweile elf Spielen ungeschlagen. Es ist primär die Nervenstärke, die für das Team spricht: Vor drei Wochen holte es einen 0:1-Rückstand bei der SV Elversberg auf und siegte mit 2:1 – am vergangenen Sonntag wurde beim SC Paderborn sogar ein 0:2 wettgemacht und in einen 3:2-Sieg verwandelt. Am Samstag wird zudem Torjäger Edin Dzeko nach auskurierter Verletzung in den Schalker Kader zurückkehren.
Schlimme Erinnerungen an Schalkes letzten Aufstieg vor vier Jahren
Auf Schalke zweifelt niemand mehr am Aufstieg – und die begeisterungsfähigen Fans des Traditionsvereins erst recht nicht. Für den Samstag ist ein großer Fanmarsch angekündigt worden. Die Anhänger werden vom Marktplatz in Gelsenkirchen-Buer gemeinsam zur Arena laufen.
Allerdings gibt es auch Befürchtungen, dass die überbordenden Emotionen unter den 61.000 Zuschauern im Stadion für Probleme sorgen könnten. Knapp 1000 Polizisten werden am Samstag in Gelsenkirchen im Einsatz sein. Denn vor vier Jahren, als die Schalker letztmalig aufgestiegen waren, hatte es mehrere Schwerverletzte gegeben. Damals war es nach dem entscheidenden Heimsieg gegen den FC St. Pauli zu einem Platzsturm gekommen. Beim Versuch, den 3,80 Meter tiefen Graben zwischen den Tribünen und dem Spielfeld zu überwinden, kam es zu mehreren Stürzen.
„Wir wollen, wenn es so weit ist, eine riesengroße Party machen, aber wir wollen keinen Platzsturm“, sagte Verteidiger Timo Becker bei Sky. „Es geht um die Sicherheit aller im Stadion. Wir wollen nicht sehen, dass da zig Verletzte mit Krankenwagen herausgefahren werden müssen“, unterstrich er. Auch Trainer Muslic appellierte an die Fans. „Wir brauchen den Support – aber von den Rängen. Wir brauchen auch eure Disziplin. Es ist ein absolutes No-Go, dass der Platz gestürmt wird. Ich gehe davon aus, dass sich die Fans daran halten“, sagte er.
Die Spieler werden schon eine Gelegenheit finden, mit den Fans gemeinsam zu feiern – vorausgesetzt, die Anhänger kommen tatsächlich nicht auf den Platz. In diesem Fall werde sich die Mannschaft in den Katakomben zurückziehen, stellte der Klub klar. Sollte der Innenraum frei bleiben, ist ein geregelter Ablauf geplant. Die Spieler sollen sich dann in verschiedene Stadionbereiche begeben, um sich den Fans zu zeigen.
Gleichzeitig wird auch davor gewarnt, zu versuchen, sich noch Karten auf dem Schwarzmarkt für das seit Wochen ausverkaufte Spiel zu besorgen. Tatsächlich werden auf diversen Portalen derzeit Tickets angeboten – zu deutlich überhöhten Preisen.
Ein Schalke-Anhänger drehte dabei den Spieß sogar um: Er sei im Besitz eines Tickets, wäre aber bereit, dieses abzugeben, wenn er dafür „eine Vollzeitstelle“ im Raum Essen, Düsseldorf oder Umgebung bekommen würde. Er sei bereits seit längerer Zeit auf der Suche und wolle die Gelegenheit nutzen, um „wieder richtig Fuß in der Arbeitswelt zu fassen“. Sein Angebot sei ernst gemeint. „Das Schalke-Ticket für das Spiel gegen Fortuna bekommt die Person, bei der ich direkt einen Arbeitsvertrag unterschreiben kann“, schrieb der 34-jährige Fan: „Und wer weiß: Wenn’s gut läuft, kann ich vielleicht auch in Zukunft mal bei Tickets helfen.“
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