„Einheitlich? Fehlanzeige!“ – Leipzigs Trainer kritisiert Ballkinder-Regelung
Der Frust bei RB Leipzig war groß. Ein 1:4 hatten sie bei Bayer Leverkusen kassiert, weshalb das Team die vorzeitige Qualifikation für die Champions League verpasste. Doch nicht nur das Ergebnis – es war die erste Niederlage nach zuvor fünf Siegen in Folge – sorgte für Unmut, auch Leverkusens Führungstreffer.
Was war passiert? Bayer-Torwart Mark Flekken machte einen langen Abstoß nach vorn und leitete so die Führung durch Patrick Schick in der 25. Minute ein. Zuvor hatte ihm ein Balljunge hinter dem eigenen Tor den Ball blitzschnell zugeworfen. Clever gemacht – doch genau das soll es in der Bundesliga eigentlich nicht mehr geben.
Denn vor der Saison hatte die Deutsche Fußball Liga (DFL) den 36 deutschen Profiklubs der 1. Bundesliga und der 2. Bundesliga neue Regeln für Ballkinder empfohlen. Diese sollen den Ball den Spielern nicht mehr zuwerfen, sondern ihn auf einem markierten Feld ablegen. Ziel sei es, „die Fairness in der Bundesliga und 2. Bundesliga durch die schnellere Wiederaufnahme des Spiels und die Reduzierung des Zeitspiels zu fördern“, teilte die DFL kurz vor Saisonstart Mitte August mit.
„Es geht darum, dass es einheitlich ist“, moniert der RB-Coach
„Wir haben erst vor einem halben Jahr bei der Trainertagung darüber gesprochen. Es ist schon ein Unterschied, ob man den Ball zugeworfen bekommt oder man ihn sich holen muss. Es geht darum, dass es einheitlich ist. Und da es die Regel gibt, sollte man sie auch einheitlich umsetzen“, sagte Leipzigs Trainer Ole Werner. „Es ist erstmal positiv, dass es eine einheitliche Regel gibt, weil das bis vor Kurzem noch nicht so war. Es sollte aber auch so sein, dass es einheitlich gehandhabt wird.“
Allerdings hat Werner nur teilweise recht. Denn eigentlich gibt es keine klare Regel. Die DFL hatte zwar betont, dass man den Vereinen das Konzept zwar empfehle, die Umsetzung aber nicht verpflichtend sei.
Bei den Bayer-Verantwortlichen gab man sich nach Abpfiff ahnungslos. „Die Diskussion habe ich erst nach dem Spiel mitbekommen. Aber wir mögen doch alle eine hohe Netto-Spielzeit“, sagte Sportboss Simon Rolfes der „Bild“ augenzwinkernd. Und Trainer Kasper Hjulmand sagte: „Es geht nicht, dass es unterschiedliche Regeln gibt.“
An dieser einen Szene allein lag die Niederlage von RB Leipzig aber nicht. „Am Ende war es nur ein Detail. Klar war es das 1:0, das dem Spiel eine andere Richtung gibt. Aber Leverkusen war über 90 Minuten besser“, erklärte RB-Coach Werner – und zeigt sich damit als fairer Verlierer.
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke