Fußball-WM als „Nicht-Ereignis“ – Hotels in den USA schlagen Alarm
Für Hotels in den USA erweist sich die im kommenden Monat beginnende Fußball-Weltmeisterschaft bislang noch nicht als der erhoffte Tourismusmagnet. Die Buchungen in Zusammenhang mit dem Großereignis blieben nach Angaben der American Hotel and Lodging Association (AHLA) bislang hinter den Erwartungen der Branche zurück. Als mögliche Gründe werden von den Hotels demnach auch Visahürden und geopolitische Bedenken genannt.
Nach AHLA-Angaben gaben 80 Prozent der befragten Verbandsmitglieder in den elf US-Austragungsstätten von Los Angeles bis New York an, dass die Hotelbuchungen bisher hinter den ursprünglichen Prognosen zurückgeblieben seien. 65 Prozent der Unternehmen verwiesen demnach auf Visabarrieren und allgemeine geopolitische Bedenken als nachfrageschwächende Einflüsse.
Besonders negativ fielen die Rückmeldungen aus Kansas City aus. Knapp unter 90 Prozent der Befragten gaben dort an, dass die Buchungen hinter den Erwartungen zurückliegen und sogar geringer ausfallen als in einem normalen Sommer ohne Großereignis. Letzteres gilt auch für Boston, Philadelphia, San Francisco und Seattle. In diesen Städten wurde die WM von Befragten vielfach als „Nicht-Ereignis“ bezeichnet.
Ausnahmen bilden Atlanta und Miami, wo rund die Hälfte der Befragten von gutem Buchungstempo oder sogar übertroffenen Erwartungen berichtet. Dies sei „vor allem auf die Camps der Mannschaften in der Nähe, die gute Fluganbindung und die vielfältigen Nachfragequellen zurückzuführen“.
Bericht verweist auf Kostendruck in den USA
Neben den Visabarrieren – die Zuschauer würden „eher weniger per rotem Teppich“ empfangen – und den geopolitischen Bedenken verwies der Bericht auch auf den Kostendruck in den USA. „Ein starker Dollar, hohe Flugkosten und gestiegene Benzinpreise machen die USA im Vergleich zu früheren Turnieren zu einem teureren Reiseziel, während die allgemeine internationale Wahrnehmung hinsichtlich der Erschwinglichkeit und der politischen Unberechenbarkeit die Begeisterung weiter dämpft“, hieß es.
Auch die Fifa spielt bei der weitgehend gedämpften Sichtweise der Hotelbranche auf die WM eine Rolle. Der Weltverband habe laut des Berichts zunächst großflächig Hotelkapazitäten reserviert und dadurch eine „künstliche Nachfrage“ erzeugt. Mittlerweile habe die Fifa aber große Teile (bis zu 70 Prozent) storniert. „Die Betriebe arbeiten nun mit Hochdruck daran, die Zimmer wieder zu füllen und ihre Vertriebsstrategien anzupassen“, hieß es.
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„Eine Reihe von Faktoren hat den anfänglichen Optimismus gedämpft“, erklärte AHLA-Präsidentin Rosanna Maietta im Vorwort. Frühindikatoren zeigten jedoch, „dass noch bedeutende Chancen vor uns liegen“, fügte sie hinzu. „Um dieses Potenzial voll auszuschöpfen, müssen die USA und die Fifa dafür sorgen, dass internationale Reisende ein einladendes und reibungsloses Erlebnis haben.“ AHLA ist mit mehr als 30.000 Mitgliedern der größte Hotelverband der USA.
Die USA richten das Turnier gemeinsam mit Mexiko und Kanada aus; das Eröffnungsspiel findet am 11. Juni in Mexiko-Stadt statt. Das Finale wird am 19. Juli in New Jersey ausgetragen. Eine Fifa-Sprecherin sagte AFP am Dienstag, die Nachfrage nach Tickets für die WM in diesem Jahr sei „beispiellos“ – mehr als fünf Millionen Tickets seien bereits verkauft.
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