„Mbappé raus!“ Da könnte was dran sein
Paris feiert den erneuten Einzug von PSG ins Finale der Champions League. Die Titelverteidigung steht kurz bevor. Was dem mit Milliarden aus Katar zugestopften Klub über Jahre nicht gelingen wollte, könnte nun zweimal in Folge geschehen. Und das quasi ohne die über Jahre zugekauften Weltstars: In Paris kickt kein Messi mehr, kein Neymar und auch kein Mbappé.
Der muss sich derzeit bei Real Madrid mit einem wankelmütigen Mob herumschlagen. Die Fans, die ihn bei seiner Ankunft vor knapp zwei Jahren noch als Heiland empfingen, sehen in ihm jetzt den Satan. Zumindest ein Teil der Anhängerschaft. Real steht vor einer Saison ohne Titel, und Mbappé soll schuld sein. Die Erfolge von Paris, die genau nach Mbappés Abreise begannen, dienen als Argument.
Die Online-Kampagne „Mbappé Out“ sammelt bereits Stimmen gegen ihn. Man glaubt, der Verein sei besser ohne den französischen Topverdiener dran. Medien stellen fest, dass Sturmkollege Vinícius Júnior nur dann glänze, wenn Mbappé nicht mitspiele.
Das Problem hat Real Madrid quasi erfunden
Tatsächlich macht mehr Talent eine Mannschaft nicht automatisch besser. Manchmal macht es sie schlechter. Zu diesem Schluss kam eine Studie von Harvard-Forschern: Ab einer gewissen Dichte an Topspielern kippt demnach der Vorteil. Teams kämpfen mit Abstimmung, Rollen und Egos. Übrigens übertragbar auf die Arbeitswelt, wo zu viele Alphatiere auch problematisch sind: Jeder will führen, keiner zuarbeiten, Meetings werden Machtspiele.
In Madrid müssten sie das eigentlich wissen, sie haben das Phänomen quasi erfunden. Eine 2013 an der Oxford-Universität veröffentlichte Studie befasst sich mit „Tackling the Galácticos Effect“. Benannt nach der Real-Mannschaft Anfang des Jahrtausends um Zidane, Figo, Beckham und Ronaldo – gigantische Namen, die aber oft enttäuschend inkonstant waren.
Fazit: Nicht die Mannschaft mit den meisten Stars gewinnt – sondern die, in der genügend gute Spieler bereit sind, keine Stars zu sein.
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