Wie das wohl bei Alexander Nübel ankommt? Auf „X“ (vormals Twitter) postete der FC Bayern kurz nach den Vertragsverlängerungen mit Manuel Neuer (40) und Sven Ulreich (37/beide bis Sommer 2027) am vergangenen Freitagabend ein Foto der beiden Torwart-Routiniers mit Neuer-Nachfolger Jonas Urbig (22). Dazu schrieb der Deutsche Meister: „Unser Torwart-Trio für die kommende Saison steht!“

Und was ist bei dem ganzen Neuer-Hype mit Nübel?

Die Bayern gaben mit diesem brisanten Detail auf der Social-Media-Plattform bekannt, wie es um die Zukunft des deutschen Nationaltorhüters in München steht: Der Rekordmeister plant nicht mehr mit Nübel (Vertrag bis 2030), obwohl das bisher noch kein Klubverantwortlicher öffentlich gesagt hatte. Auch in der Pressemitteilung zu den Unterschriften von Neuer und Ulreich wurde der an den VfB Stuttgart verliehene Torwart nicht erwähnt.

Sportvorstand Max Eberl: „Wir haben bei der Ausrichtung im Tor einen klaren Plan und setzen ihn Schritt für Schritt um: Manuel Neuer, Sven Ulreich und Jonas Urbig bilden ein Torwartteam, in dem jeder seine Rolle hat und das sich gemeinsam entwickelt.“

Neuer-Mitteilung mit klarer Trio-Botschaft

Sportdirektor Christoph Freund wird wie folgt zitiert: „Der FC Bayern ist im Torhüter-Bereich für die Zukunft bestens aufgestellt: Manuel Neuer und Sven Ulreich verfügen über eine Erfahrung, von der andere nur träumen – und Jonas Urbig profitiert davon im täglichen Zusammenspiel.“

Damit machten die beiden Sport-Bosse des FC Bayern klar: Neuer ist auch in der kommenden Saison die Nummer eins. Urbig, der bereits auf 31 Bayern-Spiele kommt, ist der Ersatzmann und soll noch mehr Partien von Neuer bekommen, damit er weiter in die Nachfolgerrolle hereinwächst. Und Ulreich ist der erfahrene und loyale Dritte im Trio, der immer da ist, wenn er gebraucht wird.

Für Nübel ist da kein Platz mehr – weder als Herausforderer von Neuer noch von Urbig. Der ehemalige Schalker war 2020 ablösefrei von dem damaligen Sportvorstand Hasan Salihamidžić verpflichtet worden. Nach lediglich vier Einsätzen für Bayern wurde er zunächst an die AS Monaco und dann 2023 nach Stuttgart verliehen.

Der Leihvertrag beim VfB endet am 30. Juni. Ab 1. Juli ist Nübel offiziell wieder Bayern-Spieler mit einem Vertrag von noch vier Jahren, den Eberl und Freund mit einem Top-Gehalt von geschätzt elf Millionen Euro pro Jahr im April 2024 verlängert hatten.

Nach Informationen dieser Redaktion soll Nübel schon seit der schnellen Entwicklung und den guten Leistungen Urbigs nach dessen Sieben-Millionen-Wechsel vom 1. FC Köln im Januar 2025 kein wirklicher Teil der Gedankenspiele der Bayern-Verantwortlichen gewesen sein. Zu schnell war intern klar, dass Urbig der Neuer-Nachfolger werden sollte.

Trotzdem räumte Sportdirektor Freund Torwart Nübel im Dezember 2025 noch eine faire Chance im Sommer 2026 ein: „Er ist unser Torwart, spielt eine gute Saison und hat sich in den letzten ein bis zwei Jahren noch mal richtig entwickelt. Alex ist sicher einer der besten Torhüter in Deutschland. Wir sind sehr froh, dass wir für die Zeit nach Manuel, wenn die irgendwann kommt, sehr gut aufgestellt sind. Dann werden die Entscheidungen getroffen. Aber wir sind sehr froh, dass wir da Torhüter in der Hinterhand haben, die aktuell auf sehr hohem Level spielen.“

Torwart Alexander Nübel wird nicht vom VfB Stuttgart zum FC Bayern zurückkehren

Auf die Wahrscheinlichkeit einer Rückkehr im Juli nach München angesprochen, sagte Nübel Ende März 2026 bei der Nationalmannschaft: „Relativ hoch, weil ich noch Vertrag in München habe.“ Nun wollen die Bayern aber jegliche Gefahr vermeiden, dass durch eine Rückkehr Nübels Unruhe in das harmonisch und erfolgreich arbeitende Trio kommt.

Es soll keinen Zweikampf zwischen Nübel und Urbig geben und auch keine erneute Zusammenarbeit von Neuer und Nübel, deren Verhältnis in der Saison 2020/21 eher unterkühlt war – ganz anders als Neuers Verhältnis zu Urbig jetzt.

Bayern-Bosse wollen Alexander Nübel verkaufen

Dem Vernehmen nach wollen die Klubverantwortlichen des FC Bayern verhindern, dass Nübel (Marktwert laut „transfermarkt.de“: zwölf Millionen Euro) trotzdem mit seinem gültigen Vertrag im Bayern-Training von Ende Juli an aufschlägt – was ihm rechtlich zustehen würde.

Sie sind deshalb sehr an einer guten Lösung für alle Seiten und vor allem an einem Verkauf interessiert, am liebsten nach England. Doch einfach wird selbst ein Verkauf in die finanzstarke Premier League nicht, vor allem wegen des Top-Gehalts Nübels.

Die geschätzt elf Millionen Euro pro Jahr übernehmen aktuell zum Großteil die Bayern. Das Gehalt ist selbst für einen ambitionierten Bundesligaklub wie Stuttgart nicht zu stemmen. Der VfB plant deshalb mit dem 20-jährigen Dennis Seimen (bis Saisonende an Paderborn verliehen) als künftigem Stammtorwart. Die Bayern planen mit Neuer, Urbig und Ulreich.

Und wo landet Nübel?

Der Artikel wurde für das Sport-Kompetenzcenter (WELT, „Sport Bild“, „Bild“) verfasst und zuerst in „Bild“ veröffentlicht.

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