Schiedsrichter-Legende weint vor dem Anpfiff
In der Regel erfahren Schiedsrichter Abneigung, wenn sie in ein Bundesliga-Stadion einlaufen oder ihr Name vor dem Anpfiff bei der Vorstellung über die Lautsprecher genannt wird. Bei Deniz Aytekin war das zumindest an diesem Samstag anders. Als der Stadionsprecher ankündigte, dass der 47-Jährige heute sein letztes Bundesligaspiel leiten würde, gab es Applaus von den Rängen.
„Gerade in den vergangenen Wochen, in denen der Abschied immer näher gerückt ist, habe ich eine große Wertschätzung gespürt“, hatte Aytekin im Vorfeld im Interview mit WELT AM SONNTAG gesagt. Am Samstag überkamen ihn vor der Partie des FC Bayern gegen den 1. FC Köln am letzten Bundesligaspieltag dann endgültig die Emotionen.
Im Interview bei Sky wurde er von Bayern-Boss Jan-Christian Dreesen zusammen mit Lothar Matthäus verabschiedet. Sie überreichten dem ehemaligen Fifa-Schiedsrichter eine Collage. „Das ist echt schwer gerade“, sagte er. Aytekin, der bei seiner Ankunft im Stadion von seiner Frau und seinen zwei Kindern begleitet worden war, weinte und wischte sich Tränen aus den geröteten Augen.
Vier Schiedsrichter hören nach der Saison auf
Seinen freiwilligen Abschied – die einstige Altersgrenze von 47 Jahren beim DFB gibt es nicht mehr – hatte Aytekin schon im vergangenen Jahr angekündigt: „Da fiel es mir relativ leicht, weil ich mir gedacht habe, das ist noch ewig hin. Aber jetzt wird es natürlich schon schwerer. Überall, wo man hinkommt, ist es das letzte Mal, dass man dort war.“
Was er vermissen werde? Aytekin: „Die ganzen Begegnungen. Hauptsächlich die Menschen, die ganz normal in die Stadien gegangen sind. Da gibt es ja Leute, die haben seit Jahren die gleiche Dauerkarte. Und wenn ich mich warm mache, dann habe ich teilweise Leute persönlich begrüßt, weil ich die dort schon immer sehe.“
Neben Aytekin beenden nach dieser Saison auch seine Bundesliga-Kollegen Patrick Ittrich, Tobias Welz und Frank Willenborg ihre Karrieren.
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