Der FC Bayern hat mit Nübel ein 44-Millionen-Euro-Problem
Wie geht es mit Alexander Nübel weiter? Nachdem der FC Bayern am Freitag mit den Vertragsverlängerungen von Manuel Neuer und Sven Ulreich (beide bis 2027) bekannt gegeben hatte, dass die beiden Routiniers mit Ersatz-Keeper Jonas Urbig das Torwart-Trio der kommenden Saison bilden, rätseln viele Fans, wie die Zukunft von Nübel aussieht.
Die Antwort: Das weiß nicht mal der Keeper des VfB Stuttgart selbst. Klar ist: Bei den Bayern hat der 29-Jährige keine Perspektive mehr – trotz seines Vertrags bis 2030. Sportvorstand Max Eberl sagte gerade am Sonntag bei der Meisterfeier der „Bild“: „Alex hat bei uns Vertrag, aber die Agentur weiß schon lange, welche Pläne wir mit Alex haben. Dementsprechend: Er wird sehr viele Möglichkeiten haben, seine Zukunft neu zu gestalten.“
Alexander Nübel absolvierte in dieser Saison 48 Pflichtspiele für den VfB Stuttgart (11 ohne Gegentor). Sein Marktwert wird von transfermarkt.de auf 12 Millionen Euro taxiertIn der Causa Nübel muss Eberl sinnvolle Lösung finden
Deswegen hat Bayern jetzt ein 44-Millionen-Problem. So viel Gehalt steht Nübel noch ungefähr für die Restlaufzeit seines Vertrags zu – ob er spielt oder nur auf der Tribüne sitzt. Aus dem VfB-Umfeld ist immer wieder zu hören, dass kaum einer daran glaubt, dass der Keeper auf einen Cent verzichten wird.
Heißt: Damit Nübel nicht mehr zum Trainingsauftakt am 20. Juli (oder für die Nationalspieler später) in München erscheint und damit keine Unruhe ins Torwart-Team um Neuer kommt, muss Eberl in den nächsten Wochen eine sinnvolle Lösung für alle Seiten finden.
Eine Option könnte nach Informationen der „Bild“ sein: Nübel einigt sich trotz der erschwerten Suche durch das Top-Gehalt mit einem neuen Verein, der ihm aber nicht annähernd die Kohle zahlt. Bayern könnte dann die Differenz zu den elf Mio. Euro Gehalt übernehmen – das könnte auch eine Ausgleichszahlung von gut und gerne rund 25 Millionen Euro werden. Intern sollen man dem Bericht zufolge in München auf einen Wechsel in die Premier League hoffen, dort würde Nübel wohl das meiste Geld bekommen.
Im DFB-Pokalfinale am Samstag (20 Uhr, im Sport-Ticker der WELT) wird Nübel sehr wahrscheinlich zum 129. und letzten Mal im VfB-Tor stehen – ausgerechnet gegen die Bayern. Intern ist aus Stuttgart zu hören, dass die Tür für eine Weiterbeschäftigung bei den Schwaben geschlossen sein soll. Zu hoch wäre das Gehalt, denn der VfB übernimmt knapp 3,5 Millionen Euro, Bayern zahlt jährlich geschätzt über sieben Mio. Euro. Außer die Münchener würden Nübel die Differenz auszahlen.
Doch noch ein wichtigerer Faktor spricht gegen einen Nübel-Verbleib: Dem Bericht der „Bild“ zufolge hat sich der VfB intern bereits darauf festgelegt, mit Dennis Seimen (aktuell ausgeliehen an Paderborn) als Stammtorwart in die kommende Champions-League-Saison zu gehen. Ein mutiger Schritt, aber das Vertrauen in den deutschen U21-Nationalkeeper ist da. Ganz ähnlich hat es der SC Freiburg vor ein paar Jahren auch mit dem heute 23 Jahre alten Noah Atubolu gemacht.
Rein theoretisch wäre eine erneute Nübel-Leihe zum VfB oder einem anderen Klub zwar möglich, doch die Bayern-Bosse wollen in dem Fall unbedingt eine anschließende Kaufoption oder sogar Kaufpflicht in den Vertrag einbauen. Doch vorher muss Eberl eine Lösung für das 44-Millionen-Problem mit Nübel finden.
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