Im DFB-Pokalfinale will Manuel Neuer am Samstag gegen den VfB Stuttgart im Tor stehen. Doch seine Wadenprobleme sind nach den letzten Untersuchungen doch nicht zu unterschätzen. Intern soll besprochen sein, dass, wenn Neuer am Donnerstag das Mannschaftstraining absolvieren kann, im Finale aufläuft. Auch mit dem DFB-Trainerteam gibt es einen ständigen Austausch, wie sehr Neuers Wade seinen WM-Einsatz beeinträchtigen könnte. Bis zur WM-Nominierung am Donnerstag gibt es ein finales Gespräch zwischen Neuer und Bundestrainer Julian Nagelsmann, was vorab auch so besprochen war.

Erst Mitte Februar, als der FC Bayern gegen RB Leipzig gerade den Einzug ins Pokal-Halbfinale perfekt gemacht hatte, äußerte sich Neuer unmissverständlich. Auf die Frage, ob ein Rücktritt vom DFB-Rücktritt in Stein gemeißelt sei, antwortete er mit einem klaren: „Ja!“ Seither ist einiges passiert.

Offenbar haben sich Leistungsträger aus der Nationalmannschaft für eine WM-Nominierung von Neuer bei Nagelsmann starkgemacht. Die Leistungen des Weltmeisters in der Champions League untermauerten die Argumente der DFB-Stars. Seine Bayern-Mitspieler drängten den Torwart, seinen Rücktritt aus der Nationalelf zu überdenken. Auch Neuers Familie ermutigte ihn, gab sowohl für eine weitere Bayern-Saison als auch für eine potenzielle WM-Teilnahme ihre Zustimmung. Die neue Neuer-Tendenz wurde in der Folge auch dem DFB mitgeteilt.

Während es lange keinen bis wenig Kontakt zwischen Nagelsmann und Neuer gab, wurden die Telefonate nun häufiger, die Idee zum DFB-Comeback zwischen beiden Seiten wurde diskutiert. Wie auch intern beim DFB.

Abmachung mit Neuer nach dessen Rücktritt 2024

Als Neuer-Unterstützer gilt auch Rudi Völler. Der DFB-Sportdirektor hatte mit dem Bayern-Torhüter die Gespräche geführt, bevor Neuer im August 2024 nach der Heim-EM seinen Rücktritt erklärte. Der Keeper hatte zwischenzeitlich den Gedanken geäußert, erst mal nur ein paar Monate bei der Nationalmannschaft aussetzen zu wollen, sich somit die WM-Option noch offenzulassen. Das, so wurde ihm erklärt, wäre Marc-André ter Stegen (34) nicht zuzumuten.

Rudi Völler hat seine Hände in der Causa Neuer im Spiel

Die Begründung lautete: Die damalige Nummer eins des FC Barcelona musste bereits so lange hinter Neuer zurückstecken, dass eine solche ungewisse Situation nicht tragbar sei. So wurde zwischen beiden Seiten vereinbart: Neuer tritt zurück – aber falls es vor der WM 2026 durch Ausfälle auf der Torwart-Position Bedarf gäbe, würde man noch mal sprechen. Neuer erklärte sich bereit, Deutschland zu helfen, falls er gebraucht werde.

Ende Januar erlitt Marc-André ter Stegen eine schwere Oberschenkelverletzung bei einem Ligaspiel gegen Real Oviedo für seinen neuen Klub FC Girona, zu dem er sich hatte ausleihen lassen, um seine WM-Chancen zu wahren. Zuvor hatte ihn Oliver Baumann (35) bei den WM-Qualifikationsspielen vertreten. Schon zu dem Zeitpunkt war klar: Die WM-Chancen mit ter Stegen als Nummer eins waren nur minimal. Von Neuer gab es jedoch kein Signal, dass er den Rücktritt vom Rücktritt in Erwägung ziehe.

Der Zeitpunkt, als Neuer begann umzudenken

Seine Entscheidung reifte rund um die Highlight-Spiele im Champions-League-Viertelfinale gegen Real Madrid. Neuer spürte, dass er noch Lust und die Form für eine weitere Saison auf höchstem Niveau habe.

Im Trainerstab der Nationalmannschaft war man sich dann einig: Die Neuer-Bereitschaft, die Weltmeisterschaft in Amerika zu spielen, öffnete eine neue Option. Es war Nagelsmann, der Oliver Baumann zum Nationalspieler gemacht und ihm das Vertrauen gegeben hatte. Nach „Sport Bild“-Informationen hat Nagelsmann dann am Montag Baumann darüber informiert, dass Neuer mit zur WM fährt.

Auch die Situation um die Ersatz-Keeper wurde durchgespielt. Die Idee: Statt drei könnte der DFB auch vier Torhüter nominieren. Ein vierter Mann im Training hatte sich auch vor der Heim-EM 2024 bewährt. So wurde Neuers Name auf die vorläufige 55er-Liste für die Fifa gesetzt. Wie auch der von sechs weiteren Torhütern, darunter Jonas Urbig (22).

Alexander Nübel (l., VfB Stuttgart) wehrt einen Schuss ab. Durch die Rückkehr von Manuel Neuer ist aktuell nicht sicher, ob er mit zur WM fährt

Die Kadernominierung für die WM wurde in der Folge vom 12. Mai auf den 21. Mai nach dem letzten Bundesliga-Spiel verlegt, um die Torwart-Frage nicht zu eröffnen, bevor nicht endgültig klar sei, ob alle Kandidaten fit seien.

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