Sané statt El Mala – Das ist der deutsche WM-Kader
Bundestrainer Julian Nagelsmann hat die 26 Spieler nominiert, mit denen Deutschland beim Turnier in den USA, Kanada und Mexiko antritt. Tatsächlich kommt es zum Comeback von Torwart Manuel Neuer. Der 40-Jährige vom FC Bayern ist wieder Teil der Nationalmannschaft.
Nagelsmann setzt also auf Erfahrung. Mit Lennart Karl (18) berief er nur einen der drei hochtalentierten Bundesligastars: Tom Bischof (20) und Said El Mala (19) wurden nicht berücksichtigt. Dafür vertraut Julian Nagelsmann auf Routiniers wie Leroy Sané (30) oder Pascal Groß (34). El Mala hat noch kein Länderspiel bestritten, aber erheblichen Anteil am Klassenerhalt des 1. FC Köln gehabt. Den Sprung ins Aufgebot schafften hingegen die in diesem Jahr bisher nicht berücksichtigten Maximilian Beier und Nadiem Amiri.
Das ist der deutsche WM-Kader
Tor:
- Manuel Neuer (FC Bayern)
- Oliver Baumann (TSG Hoffenheim)
- Alexander Nübel (VfB Stuttgart)
Abwehr:
- Joshua Kimmich (FC Bayern)
- David Raum (RB Leipzig)
- Nico Schlotterbeck (Borussia Dortmund)
- Antonio Rüdiger (Real Madrid)
- Waldemar Anton (Borussia Dortmund)
- Jonathan Tah (FC Bayern)
- Nathaniel Brown (Eintracht Frankfurt)
- Malik Thiaw (Newcastle United)
Mittelfeld/Angriff:
- Aleksandar Pavlović (FC Bayern)
- Lennart Karl (FC Bayern)
- Florian Wirtz (FC Liverpool)
- Leon Goretzka (FC Bayern)
- Angelo Stiller (VfB Stuttgart)
- Maximilian Beier (Borussia Dortmund)
- Leroy Sané (Galatasaray Istanbul)
- Jamie Leweling (VfB Stuttgart)
- Jamal Musiala (FC Bayern)
- Nadiem Amiri (Mainz)
- Pascal Groß (Dortmund)
- Felix Nmecha (Dortmund)
- Deniz Undav (VfB Stuttgart)
- Kai Havertz (FC Arsenal)
- Nick Woltemade (Newcastle United)
Deutschlands Rekordtorwart Neuer kehrt damit zwei Jahre nach seinem Rücktritt in die deutsche Nationalmannschaft zurück. Der bislang als Nummer eins vorgesehene Hoffenheimer Oliver Baumann (35) wird kurz vor dem Start der Vorbereitung auf die WM-Endrunde zurückgestuft. Dritter Torwart im Aufgebot ist der Stuttgarter Alexander Nübel.
Neben El Mala und Bischof erhielten auch Karim Adeyemi (Borussia Dortmund) und Matthias Ginter vom SC Freiburg einen Tag nach der Niederlage im Finale der Europa-League gegen Aston Villa (0:3) keine Einladung von Nagelsmann. Nach einer extrem starken Saison hatten viele Experten den Innenverteidiger als sicheren WM-Fahrer gesehen.
Neuer der letzte 2014er-Weltmeister
Da Ginter fehlt, ist Neuer der einzige verbliebene Weltmeister von 2014 im Aufgebot für das XXL-Turnier mit 48 Mannschaften. Eine Kehrtwende im Fall Neuer schien lange ausgeschlossen, doch in der Vorwoche waren erste Infos durchgesickert. Bei seinem umstrittenen Auftritt im ZDF-„Sportstudio“ am Samstag wich Nagelsmann noch allen Fragen aus.
Es sei für Baumann ein Schlag gewesen, räumte Nagelsmann nun ein, sprach aber von einer „Weltklasse-1b“-Lösung. In mehreren Telefonaten habe der Hoffenheimer klargestellt, dass er der Mannschaft helfen wolle. Zur Personalie Neuer sagte der Bundestrainer: „Jeder weiß, welche Aura Manu umgibt. Wir planen mit ihm als Nummer eins. Die Entscheidung steht so und ist in meinen Augen die richtige.“
Der Torwart hatte bis zuletzt immer wieder glaubhaft betont, sein Rücktritt aus der Nationalelf sei in Stein gemeißelt. Verkündet hatte er ihn vor zwei Jahren auch in der Annahme, dass Nagelsmann fortan auf Marc-André ter Stegen als Nummer eins setzen würde. Das war tatsächlich der Plan des Bundestrainers. Dieser wurde aber von mehreren schweren Verletzungen ter Stegens durchkreuzt. Das eröffnete Baumann eine unverhoffte Chance. Der Hoffenheimer war ein sicherer Rückhalt während der gesamten WM-Qualifikation im zweiten Halbjahr 2025 und stieg zur Nummer eins auf. Nun muss er die Rückstufung akzeptieren.
Angeführt wird das Aufgebot von Kapitän Joshua Kimmich. Seine Stellvertreter Kai Havertz und Antonio Rüdiger sind nach langen Verletzungen rechtzeitig wieder in WM-Verfassung, wie auch der Dortmunder Felix Nmecha.
Es habe „natürlich extrem viele Diskussionen“ gegeben, „viele Dinge, die man überlegt, hinterfragt“, sagte Nagelsmann zu seiner Kaderauswahl. Diskutiert worden sei bis kurz vor knapp. Man habe versucht, die richtigen Entscheidungen zu treffen. „Die sind jetzt getan“, betonte Nagelsmann: „Die internen Diskussionen sind vorbei.“ Es sei heiß, „die Jungs sind mega heiß und das Trainerteam ebenso“.
Am Mittwoch trifft die DFB-Elf in Herzogenaurach zusammen. Der Flug in die USA ist für den 2. Juni gebucht, das deutsche Quartier liegt in Winston-Salem (North Carolina). Das erste WM-Spiel findet am 14. Juni in Houston gegen den großen Außenseiter Curaçao statt.
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