Ab 28. November wieder Regionalzüge zwischen Magdeburg und Berlin
Auf der Bahnstrecke zwischen Magdeburg und Berlin sollen ab Ende November wieder Regionalzüge fahren. Das sagte der Bevollmächtigte der Bahn für Sachsen-Anhalt, Martin Walden, am Freitag. Demnach wird der RE1 zwischen Magdeburg und Berlin ab dem 28. November wieder annähernd regulär fahren können. Die RB 40 wird weiterhin mit Ersatzbussen überbrückt.
Vor gut zwei Wochen berichtete das MDR-Fernsehen so über die Einschränkungen:
Nach Waldens Worten gibt die provisorisch reparierte Trasse zunächst nicht mehr her. Erst im ersten Quartal 2026 sollen wieder so viele Züge auf der Strecke fahren können, wie vor dem Stellwerkbrand in Gerwisch (Landkreis Jerichower Land). Dieses soll innerhalb eines Jahres mit mehr Kapazitäten als zuvor neu gebaut werden.
Nach Brand: Zugstrecke eingeschränkt befahrbar
Regionalzüge fahren auf der Strecke derzeit nicht. Güterzüge und ICE-Bahnen können die Strecke laut Bahn aber nutzen – sie sei nicht gesperrt, sondern unter besonderen Sicherungsmaßnahmen "eingeschränkt befahrbar", teilte die Bahn im Oktober mit.
Geplant war ursprünglich, dass bis zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember wieder mehr Züge fahren sollen. Die Stellwerke in Biederitz und Möser sollen technisch miteinander verbunden werden, um die Strecke wieder nutzen zu können.
Ende September berichtete MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE über den Brand und die Folgen:
Wo fahren die Ersatzbusse?
Derzeit starten und enden die Regionalzüge in Möser oder Biederitz. Ersatzweise fahren Busse. Die Ostdeutsche Eisenbahn GmbH (Odeg) betreibt die Linie RE1, die Magdeburg mit Berlin und Frankfurt (Oder) verbindet. Es gibt derzeit einen Ersatzfahrplan für den RE1. Zwischen Möser und Magdeburg fahren Ersatzbusse.
Die Haltestellen der Ersatzbusse befinden sich nicht immer direkt am jeweiligen Bahnhof. Hier gibt es die Wegbeschreibungen für Magdeburg-Neustadt, Biederitz, Gerwisch, Möser und Burg.
Polizei vermutet technischen Defekt oder Fahrlässigkeit
Unterdessen ermittelt die Polizei weiter zur Ursache für den Brand. Im Fokus der Ermittlungen stehen offenbar zwei Techniker. Nach Angaben der Polizeiinspektion Stendal entstand das Feuer im Zuge von Wartungs- und Servicearbeiten. Jetzt werde untersucht, ob fahrlässige Brandstiftung oder ein technischer Defekt die Ursache gewesen sei. Laut Polizei hatten die Techniker noch versucht, den Brand zu löschen, allerdings erfolglos.
Auf einen Brandanschlag gibt es keine Hinweise. Das sagte eine Sprecherin der Polizei MDR SACHEN-ANHALT Ende September. Bundesweit kommt es seit Wochen immer wieder zu Störungen im Bahnverkehr durch Vandalismus und Brandstiftung. In mehreren Fällen ermittelt inzwischen der Staatsschutz.
Seit dem Brand im Stellwerk am 23. September werden viele Regionalzüge durch Busse ersetzt. Fernzüge werden umgeleitet.Bildrechte: MDR/ Unger TVNoch unklar, ob Fahrgäste Anspruch auf Entschädigung haben
Ob Fahrgäste für verspätete oder ausgefallene Züge Anspruch auf Entschädigungen haben, ist derweil noch unklar. Die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt weist darauf hin, dass Bahnunternehmen bei "außergewöhnlichen Umständen" keine Entschädigungen zahlen müssen.
Rechtsreferentin Diane Rocke erklärte MDR SACHSEN-ANHALT: "Es stellt sich die Frage, ob der Stellwerksbrand bei Gerwisch ein außergewöhnlicher Umstand ist." Dazu würden nur Ereignisse zählen, die außerhalb der Verantwortung der Bahn liegen und sich nicht vermeiden lassen. Rocke betonte: "Liegt Fahrlässigkeit, ein technischer Defekt oder ein organisationsbedingter Fehler vor, besteht weiterhin ein umfassender Entschädigungsanspruch. Lediglich bei Katastrophen, Sabotage oder nicht-vermeidbarer äußerer Fremdeinwirkung entfällt er."
Bis die Ursache geklärt sei, solle die Bahn nach Ansicht der Verbraucherzentrale Kulanz zeigen. Laut Fahrgastrechteverordnung können Bahnreisende bei einer Verspätung ab 60 Minuten 25 Prozent des Ticketpreises zurückfordern, ab 120 Minuten die Hälfte. Für Zeitkarten und Abos gelten Pauschalbeträge. Inhaber des Deutschlandtickets haben hingegen nur in Ausnahmefällen Anspruch auf Erstattung.
dpa, MDR (S. Liermann, M. Holzberger, M. Arand, A. Plaul, M. Köhne, M. Wilczek, F. von der Eltz, L. Mauri, M. Knop-Schieback, D. George, M. Hensch, L.-B. Zosel) | Zuerst veröffentlicht: 23. September 2025
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