• Deutscher Wetterdienst ist sich vorerst noch "sehr unsicher".
  • Große Unterschiede bei problematischer Polarwirbel-Prognose
  • Momentan beschäftigt uns erstmal das Sturmtief "Joshua".

Aktuell schießen Spekulationen ins Kraut, nach denen uns ein harter "Jahrhundertwinter" mit viel Schnee und Kälte bevorstehen könnte. Als Grund dafür werden die mögliche Abschwächung des arktischen Polarwirbels und eine kühlende Phase des Klima-Phänomens La Niña genannt. Doch bei so frühen Prognosen ist aus Experten-Sicht eher Vorsicht geboten.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) etwa erklärt: Vorhersagen für das Winterwetter seien noch "sehr unsicher". Jahreszeiten-Vorhersagen wie auch vom DWD beruhen demnach auf Wahrscheinlichkeiten für klimatische Tendenzen für eine Zeit von etwa drei Monaten. Es handele sich aber nicht um Wettervorhersagen im eigentlichen Sinn. Zwar ließen sich Hinweise auf mögliche Entwicklungen ableiten. Deren Aussagekraft sei aber begrenzt.

Große Unterschiede bei Polarwirbel-Prognose

Es gebe zwischen den verschiedenen Modellen der Meteorologie "große Unterschiede bei der Vorhersage des Polarwirbels", für Luftdruckfelder und die nordatlantische Oszillation, schrieb der DWD auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur: Für den kommenden Winter ließen sie aber tatsächlich einen "schwachen Polarwirbel in der Stratosphäre" erwarten. Das könne eine Veränderung der Zirkulationsmuster bringen: Arktische Luftmassen könnten in den Süden vordringen und hier das Winterwetter bestimmen.

Ob es solche Kaltluft-Einbrüche in Europa gebe, kann laut DWD aber immer nur für wenige Wochen vorhergesagt werden: Von einem "Jahrhundertwinter" könne aktuell jedenfalls noch nicht gesprochen werden.

Vielmehr zeige die aktuelle Temperatur-Vorhersage für Deutschland "eine starke Tendenz" für einen normalen bis wärmeren Winter von Dezember bis Februar, im Vergleich zum Durchschnitt der Winter von 1991 bis 2020.

Prognosen besser – aber weiter unsicher

Auch Lara Wallberg vom Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg erläutert: "Saisonale Vorhersagen für den europäischen Winter bleiben eine anspruchsvolle Aufgabe", auch wenn sie im Vergleich zu anderen Jahreszeiten zuverlässiger und in den vergangenen Jahren auch "merklich verbessert" worden seien. Großräumige Tendenzen – etwa ein eher milder oder kälter verlaufender Winter – ließen sich "zunehmend konsistenter" abbilden.

Doch auch sie betont: Es "bleiben Unsicherheiten aufgrund der komplexen Wechselwirkungen zwischen Atmosphäre, Ozean und Stratosphäre" – auch wenn verbesserte Modelle heute realistischere Schätzungen lieferten.

Heftiges Sturmtief "Joshua" mit viel Regen

Aktuell beschäftigt uns aber zunächst mal ein Herbststurm namens "Joshua". Es gab Sturmflut-Warnungen an der Nordsee und in Niedersachen wurde ein Zug von einem umgestürzten Baum gestoppt. Auch in Mitteldeutschland gab es heftige Winde und viel Regen, in den Bergen, aber auch im Tiefland.

Bei minus zwei Grad gab es am Sonntag nun auch erste Flocken auf dem Brocken im Harz in Sachsen-Anhalt. Ab einer Höhe von etwa 600 Metern sei es weiß geworden, sagte ein DWD-Meteorologe. Auch in Schierke am Fuß des Brockens sei etwas Schnee gefallen, der aber noch kaum liegen bleibe. Für die oberen Lagen im Harz galt am Sonntag noch eine amtliche Unwetterwarnung vor Orkanböen. Auch in den nächsten Tagen soll es sehr windig bleiben.

dpa/MDR (ksc)

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