• Evangelische CDU-Politikerin forderte Abschaffung des Feiertages.
  • Warum der Reformationstag für Ostdeutschland Identität bedeutet.
  • Feiertag mit Zukunft: Kirche betont gesellschaftliche Bedeutung

Von einer Abschaffung des Reformationstages hält der Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland: "Nichts". Der 31. Oktober sei gerade für Ostdeutschland nicht nur ein Feiertag, sondern habe auch mit der Identität zu tun: "Wir sind Lutherland, wir sind Reformationsland, wir sind Thesenanschlagsland", sagte Friedrich Kramer.

Evangelische CDU-Politikerin forderte Abschaffung des Feiertages

Der Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland: Friedrich Kramer. Bildrechte: picture alliance/dpa | Hendrik Schmidt

Die CDU-Politikerin Gitta Connemann hatte erst vor kurzem den Reformationstag als arbeitsfreien Feiertag infrage gestellt, weil er von vielen Menschen nicht mehr aktiv wahrgenommen werde. Die evangelische Ostfriesin gehe am 31. Oktober manchmal selbst in die Kirche und sei dann immer verwundert, "dass die Kirchen leer sind", sagte die Bundestagsabgeordnete in einem Podcast.

"Ich lade Frau Connemann herzlich nach Wittenberg ein", reagierte Landesbischof Kramer. In der Stadt fänden am Reformationstag gleich drei Gottesdienste statt. "Bei diesem großen Fest kann man sehen, wie Reformation gefeiert wird."

Feiertag mit Geschichte: Warum der Reformationstag für Ostdeutschland Identität bedeutet

Seit 1667 ist der Reformationstag ein offizieller Gedenktag, eingeführt durch Kurfürst Georg II. von Sachsen. Kramer erinnerte daran, dass der Tag in der DDR staatlich nicht beachtet wurde. Seit dem Ende der DDR ist der 31. Oktober in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ein gesetzlicher Feiertag. 2018 folgten weitere Bundesländer: Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

Die von Luther angeschlagenen 95 Thesen "haben auch etwas mit der Freiheit des Menschen zu tun", sagte Kramer. Diese Freiheit sei ein zentrales Thema der Reformation – ebenso wie Luthers Einfluss auf die deutsche Sprache. "Das alles kulminiert zu unserem Feiertag und das finde ich ein schönes Fest. Zumal es uns daran erinnert, dass wir ein Herkommen haben – und wir können es heute mit den katholischen Geschwistern zusammen feiern."

Feiertag mit Zukunft: Kirche betont gesellschaftliche Bedeutung

Der Reformationstag stehe für Erneuerung. Gerade deshalb bleibt er auch für Wirtschaft und Gesellschaft in Zeiten des Wandels aktuell, erklärte die Evangelische Kirche zum Vorstoß von Gitta Connemann.

Kramer warnte davor, Feiertage aus ökonomischen Gründen zu streichen: "Es taucht immer wieder auf, dass man versucht, Krisen zu überwinden, indem man Feiertage streicht. Doch es ist weder nachweisbar, dass das Effekte bringt, noch ist es sinnvoll." Der Reformationstag sei ein Feiertag, dessen Bedeutung weit über den Kirchenbesuch hinausgehe.

MDR (mpö)

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke