• Die Landwirte sind dankbar für die Entscheidung, den Agrardiesel wieder zu subventionieren. Die Entlastung helfe angesichts der Preisverfälle und der hohen Kosten.
  • Sachsens Landwirtschaftsminister merkt an, dass die Subventionen für Landwirtschaft in anderen EU-Staaten deutlich höher sind als in Deutschland.
  • Die Deutsche Umwelthilfe kritisiert die Entscheidung der Bundesregierung. Sie sei keine grüne Innovation, sondern nur eine Rückkehr zu fossilen Subventionen.

Alexander Amberg ist Landwirt und hat einen Ackerbaubetrieb in der Nähe von Erfurt. Er ist froh, dass die Subventionen für Agrar-Diesel wieder eingeführt werden. 21,48 Cent pro Liter gibt es ab Januar 2026.

Landwirte kämpfen gegen Preisverfall bei hohen Kosten: Subvention entlastet

Amberg bringt das im Jahr etwa 25.000 Euro, sagt er – und die seien mit Blick auf den Preisverfall dringend notwendig: "Seit gut vier, fünf Monaten sind unsere Erzeugerpreise stark rückläufig. Wir haben Niveaus erreicht von 2017/18, von denen wir dachten, da kommen wir nie wieder hin. Aber unsere Kosten sind natürlich geblieben bei den alten Preisen. Das tut uns richtig weh. Da ist jeder Schluck aus der Pulle, der uns hilft, gerne gesehen."

Auch Andreas Jahnel vom Landesbauernverband in Sachsen ist zufrieden mit der Entscheidung. Er ist der Meinung, dass sich die Proteste vor etwa zwei Jahren gelohnt haben. Die Landwirte seien sehr stark auf das Geld angewiesen: "Die Erlöse gehen immer weiter zurück – schon seit zwei Jahren. Wir brauchen dort eine Entlastung, eine Unterstützung und da kann die Agrardiesel-Rückvergütung wieder helfen."

Subventionen für Landwirtschaft in anderen EU-Staaten deutlich höher

Auch Sachsens Agrarminister Georg-Ludwig von Breitenbuch, der selbst Landwirt ist, freut sich, dass die finanzielle Unterstützung beim Agrardiesel wieder hochgefahren wird – auch deshalb, weil die Subventionen in anderen EU-Ländern deutlich höher ausfallen: "Es gibt diese Unwucht gegenüber anderen Ländern, die da sehr gezielt ihre Landwirtschaft fördern. Wir haben da immer andere Bereiche in den Blick genommen und die Bauern teilweise allein gelassen. Insofern ist es richtig, dass hier diese Unterstützung in der Form wieder kommt."

Verständnis für die Entscheidung zeigt auch sein Vorgänger im Amt, Wolfram Günther. Der Grünen-Politiker sagt, es sei nahvollziehbar, dass man die Agrarbetriebe in ihrer aktuellen Situation unterstützt.

Kritik an Bundesregierung: Rolle rückwärts statt nachhaltiger Innovation

Gleichzeitig übt Günther Kritik an der Bundesregierung, weil die keinen Fahrplan vorgelegt habe, um langfristig von der klimaschädlichen Subvention wegzukommen: "Was die Bundesregierung hier macht, ist ein einfaches Zurückdrehen. Das fügt sich so ein bisschen ein, in die allgemeine Politik, die sie macht – überhaupt nicht nach vorne. Denn damit ist ja noch nicht ein Zukunftsproblem der Landwirtschaft gelöst, sondern man zementiert einfach den alten Zustand. Das ist keine gute Botschaft."

Auch Caroline Tiefenbach von der Deutschen Umwelthilfe spricht von einer "Rolle rückwärts". Sie sagt, die Entscheidung passe nicht zum Ziel der Bundesregierung, die Landwirtschaft nachhaltiger zu machen: "Es sind jetzt zirka 430 Millionen Euro, die an geschätzter Belastung für den Bund jährlich dabei entstehen. Diese große Summe könnte man auf andere Weise besser investieren, zum Beispiel in den nachhaltigen Wandel der Landwirtschaft und die Landwirte auf diesem Weg zu unterstützen, statt fossile Subventionen neu einzuführen."

Davon, sagt Tiefenbach, würde auch der Klimaschutz profitieren.

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