Psychologe: Femizide haben dramatische Folgen für Kinder
- Experte: Urvertrauen der Kinder in die Welt geht verloren.
- Dazu, wie viele Kinder tödliche Gewalt miterleben müssen, gibt es keine Erhebungen.
- Betroffene Kinder brauchen so früh wie möglich professionelle Hilfe.
Tödliche Gewalt gegen Frauen hat dramatische Folgen für die Kinder. Darauf hat der Kinderpsychologe Andreas Krüger im Gespräch mit MDR AKTUELL hingewiesen. Wenn ein Elternteil ein anderes umbringe, dann "droht immer, dass das Urvertrauen in die Welt verloren", erklärt der Leiter des Instituts für Psychotraumatologie des Kindes- und Jugendalters in Hamburg.
Keine Zahlen dazu, wie viele Kinder tödliche Gewalt miterleben müssen
Wie viele Kinder in Deutschland miterleben mussten, dass ihre Mutter durch den (Ex-)Partner getötet wurde, dazu gebe es laut Krüger keine expliziten Zahlen. Doch aus seiner über 30-jährigen beruflichen Praxis mit Schwerpunkt Traumatherapie, wisse er, dass "wir bedauerlicherweise auch bei uns im Ankerland Zentrum in Hamburg bereits viele Kinder versorgt haben, die ein Elternteil durch die Ermordung des anderen verloren haben."
Betroffene Kinder brauchen so früh wie möglich professionelle Hilfe
Wenn das passiere, so Krüger, verliere das Kind nicht nur eine Mutter: "Es verliert auch ein Urvertrauen in Beschütztheit. Es verliert auch noch den Vater durch die Tat." Diese Kinder seien anschließend meist schwer beziehungstraumatisiert. Es sei daher wichtig, dass Kinder so früh wie möglich professionelle Hilfe bekämen, etwa durch Trauma-Therapeuten. Ansonsten könnten die Kinder komplexe Folgestörungen entwickeln.
MDR
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