Freital ist ihr Zuhause. Und doch ist manches noch fremd hier für Francisca, Amel und Alexka. Da ist es gut, Frauen zu treffen, denen es ähnlich geht. Gemeinsam richten sich die Neu-Freitalerinnen bei der katholischen Caritas ein Café ein. Ein Frauen-Café für ihre Themen, ihre Sorgen. Eine Frau erzählt: "Wenn ich in der Straße oder in den Supermarkt gehe, dann die deutschen Leute nicht sprechen mit Migranten oder mit Flüchtlingen. Wenn ich ein Kopftuch habe, ist es für manche Leute komisch. Sie gucken."

Die Caritas-Beraterin Aline Nagaba-Hammash fragt nach: "Und dann zieht man sich zurück? Man sagt am besten nichts oder wird schüchtern?" Nein, das wolle die Frau nicht. Sie wolle weiterkommen, ihr Deutsch verbessern "und eine Arbeit finden", erzählt sie in der Runde.

Warum Raum und Ruhe für Mütter notwendig sind

Arbeit finden ist aber nicht leicht: Besonders für Frauen mit Kindern, für Alleinerziehende zumal. Eine Café-Besucherin fragt eine junge Frau ihr gegenüber: "Du arbeitest in einer Kita?" Die Angesprochene verneint. "Nein, ich bin Ärztin. Ich bin Kinderärztin und zur Zeit mache ich die Fachsprachenprüfung."

Die Frauen tauschen sich aus: Wo es Jobs gibt, wie sie den Alltag mit Kindern organisieren können, wie schön es ist, in einer Bibliothek in Ruhe lernen zu können. Dazu erklärt die Leiterin des Caritas-Beratungsdienstes, Nancy Schnitter: "Wie viel Arbeit zu Hause, wie viel Arbeit mit den Kindern bleibt an Frauen und speziell an alleinerziehenden Frauen hängen. Dafür braucht es die Räume, wo sie einmal eine Pause haben können und ihre Fragen in den Mittelpunkt stellen können."

Frauen lernen voneinander

Die Finanzierung des Frauencafés - wie die Migrationsberatung überhaupt durch den Bund - ist im nächsten Jahr noch offen. Dafür aber hat das Projekt am Mittwoch den Sozialpreis der Caritas-Stiftung bekommen. "Es ist ein christlicher Auftrag, aber heruntergebrochen ein menschlicher Auftrag. Wir sind alle Menschen und wir können voneinander lernen. Wir haben alle Ressourcen. Und das sehen wir und damit können wir wunderbar arbeiten", sagt Aline Nagaba-Hammash von der Caritas-Migrationsberatung Freital.

Voneinader lernen, sich gegenseitig zuhören, stärken und auch mal gemeinsam lachen: All das können die Mütter und Frauen im Frauencafé der Caritas in Freital.Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Den Ansatz des Frauencafé findet die Besucherin, die ihr Deutsch verbessern und weiterkommen möchte, gut. "Das Frauentreffen ist wirklich schön, weil wir können hier in Ruhe reden und Erfahrungen miteinander teilen und unterstützen einander." Das gibt Rückenwind: für neue Wege - ein neues Leben.

MDR (kk)

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