Internationale Studierende in Jena: Wer finanziert Studium und Lebensunterhalt?
- Studienplätze für internationale Studierende werden an der Universität Jena grundsätzlich aus denselben Landesmitteln finanziert wie die für deutsche Studierende.
- Feste Platzkontingente für Bewerber aus dem Ausland gibt es nur in bundesweit zulassungsbeschränkten Studiengängen wie Medizin oder Pharmazie.
- Die meisten internationalen Studierenden finanzieren ihren Lebensunterhalt selbst – über Ersparnisse, Nebenjobs oder Kredite aus dem Heimatland.
Ob ein Student aus Deutschland oder dem Ausland kommt, macht bei der Finanzierung der Studienplätze eigentlich keinen Unterschied, sagt Carina Weichold. Sie ist Vizepräsidentin für Studium und Lehre an der Uni Jena. "In der Regel werden die Studienplätze – auch für die internationalen Studierenden – aus dem Grundetat der Universität aus Landesmitteln gespeist. Darüber hinaus wird die Lehre aber auch durch Drittmittel, zum Beispiel durch den Bund oder durch die EU, mitgestützt." Die internationalen Bewerber konkurrieren deshalb auch mit denen aus Deutschland um die gleichen Studienplätze.
Feste Kontingente in zulassungsbeschränkten Fächern
Feste Kontingente für Bewerber aus dem Ausland gibt es nur in zulassungsbeschränkten Studiengängen wie zum Beispiel Medizin und Pharmazie. "Grundsätzlich kann man sagen, dass für Bildungsausländer und -ausländerinnen nur in den bundesweit zulassungsbeschränkten Studiengängen Plätze freigehalten werden und das sind fünf Prozent. Das heißt, ein sehr, sehr geringer Anteil wird für ausländische Studierende im Rahmen dieses Kontingents fixiert."
Wie internationale Studierende ihr Studium finanzieren
Etwa sieben Prozent der Studierenden aus dem Ausland sind nur für ein bis zwei Austauschsemester hier und werden normalerweise über das Erasmus-Programm der EU gefördert. Die übrigen 93 Prozent kommen nach Deutschland, um einen Abschluss zu machen. Ihnen steht keine staatliche Förderung wie zum Beispiel BAföG zu.
Stipendien haben nur die wenigsten, sagt Weichold. "In der Regel finanzieren ausländische Studierende ihr Studium hier in Jena an der Universität selbst. Das heißt, sie nutzen Ersparnisse, sind häufig in Nebenjobs oder haben private oder Bankkredite genutzt, häufig im Heimatland, um überhaupt erstmal nach Deutschland zu kommen und hier an unserer Universität zu studieren."
Höhere Hürden für Nicht-EU-Studierende
Strenger sind die Bedingungen für internationale Studierende, die nicht aus der EU kommen. Um in Deutschland ein Visum zu bekommen, müssen sie nachweisen, dass sie pro Jahr über ein Einkommen von mindestens 12.000 Euro verfügen, erklärt Matthias Anbuhl, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Studierendenwerks. "Dieser Nachweis richtet sich nach der Höhe des BAföG-Höchstsatzes. Dieser wird regelmäßig angepasst und liegt zurzeit aktuell bei 992 Euro pro Monat und damit bei rund 12.000 Euro pro Studierendenjahr. Der deutsche Staat will sich damit absichern, dass internationale Studierende sich wirklich auch eigenständig finanzieren."
Warum Deutschland von internationalen Studierenden profitiert
Fast 400.000 internationale Studenten gibt es derzeit in Deutschland. Sie bereichern die Unis und den Staat in vielerlei Hinsicht, sagt Anbuhl – auch finanziell, wie eine Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft zeigt. "Langfristig bringen internationale Studierende dem deutschen Staat achtmal so viel Einnahmen wie ein vorrätiges Studium kostet. Insofern ist das glaube ich schon hochattraktiv, auch für Deutschland, diese Studierenden nach Deutschland zu holen. Und es gibt natürlich auch ein großes Interesse, dass viele hierbleiben, um auch den Fachkräftebedarf der Zukunft zu decken."
Auch Carina Weichold von der Friedrich-Schiller-Universität Jena ist überzeugt davon, dass die internationalen Studierenden einen großen Mehrwert bringen und sagt, dass die Uni ihre Internationalisierung deshalb weiter vorantreiben will.
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