• Die Speicherstände der VNG AG sind derzeit bei einem Füllstand von 67 Prozent, weniger als letztes Jahr zur gleichen Zeit.
  • Immer mehr Gas kommt über Flüssiggasterminals nach Deutschland, zudem sind größere Speicher geplant.
  • Ein Gasmarktexperte rät dazu, die Speicherstände zu beobachten, um auf Veränderungen reagieren zu können.

Hans-Joachim Polk aus dem Vorstand der VNG AG, dem größten Gasspeicherbetreiber Deutschlands mit vier Speicherstandorten in Mitteldeutschland, schaut gelassen auf die aktuelle Lage. Ihre Speicher seien überdurchschnittlich gefüllt und lägen bei ca. 67 Prozent Füllstand. Polk erklärt: "Wir liegen damit deutlich über dem bundesdeutschen Durchschnitt, der liegt bei knapp 52 Prozent. Die Speicherfüllstände liegen unter dem Vorjahresniveau, aber es ist ja viel passiert in der Zwischenzeit, deswegen können wir sagen die Versorgungslage ist stabil."

Das liege an der guten Auslastung des Speicherplatzes schon vor der Heizsaison und an einem weiteren Terminal für Flüssiggas, das im Mai 2025 in Betrieb gegangen ist. Sowohl das Bundeswirtschaftsministerium als auch die Bundesnetzagentur geben dem Speicherstand nicht mehr das Gewicht als früher, weil LNG eine immer größere Rolle spielt.

Geplant sind höhere Speicherkapazitäten

Charlie Grüneberg vom Verband der Gas- und Wasserstoffwirtschaft ordnet den Anteil, den LNG aktuell einnimmt, genauer ein. "Wir können sagen, dass ungefähr zehn Prozent dessen, was wir im Jahr in Deutschland an Gas verbrauchen, mittlerweile über LNG kommt. Der Vorteil an LNG ist, dass wir dadurch einfach schnell Gas bekommen können, dass wir das ganze Jahr über Gas bekommen können, dass wir auch dann, wenn Speicher sich dem Ende nähern, Gas bekommen."

Aktuell kommen die meisten Flüssiggaslieferungen aus Norwegen, Belgien und den Niederlanden. Geplant sei es, die vier temporären schwimmenden Terminals mit vier festen Terminals zu ergänzen, mit einer deutlich größeren Speicherkapazität. Hier könne, anders als bei Gaspipelines, Rohstoff aus der ganzen Welt angeliefert werden. Also Gas ohne politische Einflussnahme dafür inklusive einer unabhängigen Versorgungssicherheit.

Speicherstände weiter beobachten

Heiko Lohmann vom Fachmagazin energet Gasmarkt rät, die Füllstände jetzt genau im Auge zu behalten, auch um die langfristigen Veränderungen im Gasmarkt durch LNG besser einschätzen zu können. "Unter anderem ist genau aus meiner Sicht dieses Verhältnis von LNG und Gasspeicher, das sollte man finde ich schon noch mal genauer analysieren, um zu gucken, wie da die Wechselwirkungen sind", erklärt Lohmann. Und auch was das für die Rolle von Gasspeichern bedeute.

Unruhig scheinen die auffallend niedrigen Stände der Gasspeicher niemanden zu machen. Es herrscht ein Vertrauen in die Handelspartner, die Deutschland mit Flüssiggas versorgen. Das ist zwar flexibler zu bekommen als das herkömmliche Gas aus der Pipeline, dafür aber auch etwas teurer.

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