Inhalt des Artikels:

  • Bahnverkehr im Norden weiter eingeschränkt
  • Keine größeren Behinderungen in Thüringen
  • Liegengebliebene Laster auf Sachsens Autobahnen
  • Vereinzelte Unfälle in Sachsen-Anhalt
  • Bundesliga-Partie von RB Leipzig beim FC St. Pauli abgesagt
  • Kritik von Kachelmann an medialer Berichterstattung

Wintersturm "Elli" hat viel Schnee nach Deutschland gebracht und für zahlreiche Staus und Unfälle auf Autobahnen und Straßen sowie erhebliche Behinderungen im Bahnverkehr gesorgt. Eine amtliche Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vor starkem Schneefall gilt aktuell nur noch für den Schwarzwald. Ansonsten wird für den größten Teil Deutschlands, darunter auch Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, bis Sonntagvormittag vor strengem Frost und Glätte gewarnt.

Bahnverkehr im Norden weiter eingeschränkt

Obwohl die Deutsche Bahn (DB) den ausgesetzten Fernverkehr im Norden seit Samstagmittag schrittweise wieder aufnahm, fällt der Verkehr auf mehreren wichtigen norddeutschen Fernverkehrsstrecken noch bis voraussichtlich Sonntag aus. Wie die DB auf ihrer Website mitteilte, sind unter anderem die wichtige Nord-Süd-Strecke von Hamburg über Hannover nach Frankfurt sowie die Ost-West-Verbindung Berlin-Hannover-Ruhrgebiet betroffen.

Seit Samstagmittag ist die ICE-Bahnstrecke zwischen Leipzig/Halle und Erfurt wieder befahrbar. Der Deutschen Bahn zufolge kam es wegen einer Weichenstörung zu Verspätungen und Ausfällen. In Richtung Halle/Leipzig waren die Schnellzüge über Weimar und Naumburg umgeleitet worden. Dadurch waren die Züge teilweise über eine Stunde länger unterwegs. Probleme mit Weichen gab es auch auf dem Leipziger Hauptbahnhof. Laut Bahn waren deswegen nicht alle Gleise befahrbar gewesen.

Keine größeren Behinderungen in Thüringen

Am Freitagmorgen war ein Lkw auf der A4 bei Gebesee im Kreis Sömmerda umgekippt.Bildrechte: picture alliance/dpa/Wichmann TV | Martin Wichmann

Auf den Straßen und Autobahnen in Thüringen entspannte sich unterdessen die Lage. Nach Angaben der Polizei gab es in der Nacht zu Samstag keine größeren Behinderungen mehr, obwohl es weiter geschneit hatte. Starker Schneefall und Glätte hatten am Freitag in vielen Regionen Thüringens für Unfälle und Behinderungen gesorgt. Betroffen waren unter anderem die Autobahnen A9, A4, A38 und A71, aber auch viele Bundesstraßen im Freistaat. In Städten wie Gera und Jena war der Nahverkehr zeitweise stark beeinträchtigt. Nach Angaben der Deutschen Bahn fielen zeitweise die Regionalzüge zwischen Nordhausen, Ellrich und Northeim in Niedersachsen aus. Zwischen Artern und Sangerhausen sollten die Züge noch bis Samstagabend ausfallen.

Liegengebliebene Laster auf Sachsens Autobahnen

Ein InterCity nach Dresden fährt in den Bahnhof Flughafen Leipzig/Halle ein.Bildrechte: picture alliance/dpa | Jan Woitas

Eis und Schnee beeinträchtigten auch am Samstag den Verkehr in Sachsen. Auch wenn die Lage nach Angaben der Polizei weniger angespannt war als befürchtet. Auf den Straßen des Freistaates kam es dennoch immer wieder zu Unfällen, wobei es ersten Angaben zufolge zumeist bei Blechschäden blieb. Wie eine Sprecherin des Verkehrswarndienstes sagte, waren liegengebliebene Lastwagen auf Bundesstraßen und Autobahnen ein Hauptproblem. So musste auf der A4 bei Zwickau am Samstagmittag die Fahrbahn in Richtung Chemnitz für die Bergung eines umgekippten Lkw gesperrt werden. Am frühen Morgen war der A17-Tunnel Coschütz zeitweise gesperrt, nachdem sich ein Laster auf glatter Fahrbahn quer gestellt hatte. Auf der A17 in Fahrtrichtung Prag wurden drei Menschen bei einem Unfall mit drei Lastern verletzt.

Neben dem Fernverkehr der Deutschen Bahn war auch der regionale Bahnverkehr in Sachsen vom Wintereinbruch betroffen. Nach Bahn-Angaben kam es bei der S-Bahn Mitteldeutschland zu Verzögerungen, aber auch zu Ausfällen.

Vereinzelte Unfälle in Sachsen-Anhalt

Auf den Straßen Sachsen-Anhalts hat sich die Lage seit Freitag allmählich entspannt. Trotz weiterhin glatter Straßen meldete die Polizei bis Samstagnachmittag nur vereinzelte Unfälle, die meist mit Blechschäden abgingen. Vier Lkw-Unfälle wurden von der A2 gemeldet. Auf der A14 im Landkreis Börde rutschten zwei Autos in die Leitplanken. Von der A38 wurden mehrere kleinere Unfälle ohne Verletzte gemeldet. Die Bergungsarbeiten nach dem Umkippen eines Lkw am Freitag auf der A38 bei Eisleben wurden am Samstag beendet. Starker Schneefall und Glätte hatten vor allem am Freitag zu zahlreichen Verkehrsunfällen in Sachsen-Anhalt geführt. Im Landkreis Anhalt-Bitterfeld hatten sich an unterschiedlichen Stellen gleich mehrere Autos oder Lastwagen in Schneeverwehungen festgefahren. Im Harz waren aufgrund der starken Schneefälle Straßen zeitweise gesperrt.

Auch in Sachsen-Anhalt kommt es weiterhin zu Ausfällen und Verspätungen im Regionalverkehr der Deutschen Bahn. In Magdeburg und Dessau könnte es nach Angaben der dortigen Verkehrsbetriebe weiterhin zu Ausfällen und Verspätungen der Straßenbahnen kommen. In Teilen des Landes ist zudem der Busverkehr wegen starker Schneefälle weiterhin gestört.

Bundesliga-Partie von RB Leipzig beim FC St. Pauli abgesagt

Aufgrund der schwierigen Wetterbedingungen wurde am Freitag auch das Bundesliga-Spiel zwischen dem FC St. Pauli und RB Leipzig abgesagt. Wie beide Mannschaften mitteilten, liegt zuviel Schnee im Millerntorstadion in Hamburg. Die Partie hätte eigentlich am Samstag stattfinden sollen. Wann das Spiel nachgeholt wird, ist noch unklar. Auch das Spiel zwischen Werder Bremen und der TSG Hoffenheim wurde abgesagt.

Kritik von Kachelmann an medialer Berichterstattung

Der Meteorologe Jörg Kachelmann hat die Skandalisierung von Wetterlagen in Online-Medien kritisiert. Kachelmann sagte MDR AKTUELL, man habe durch das Sturmtief zwar eine komplizierte Wetterlage. In vielen Medien werde es aber so dargestellt, als ob allgemeine Lebensgefahr bestehe, wenn man von die Tür träte. Das sei völliger Unsinn. Der Deutsche Wetterdienst habe dagegen alles richtig gemacht und angemessen gewarnt. Kachelmann nannte es zugleich wünschenswert, wenn Behörden bei Winterwetter Autobahnen öfter für Schwerverkehr sperren würden. Damit könnten sie Einschränkungen für Bürger durch quergestellte Lkw vermeiden.

MDR/dpa (dni/kar)

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