• Gastronom Achim Dathe nutzt Mehrwegverpackungen, hält den Pfand aber auch für abschreckend.
  • Die Deutsche Umwelthilfe fordert eine Steuer auf Einwegverpackungen.
  • Der Hotel- und Gaststättenverband würde lieber auf positive Anreize setzen.

Achim Dathe verkauft seit rund 20 Jahren Fisch in seinem Restaurant Meeresbuffet in Altenburg. Gerade laufen die Vorbereitungen für die Mittagszeit. Etwa zehn Prozent der Gerichte, die zum Mitnehmen über die Theke gehen, verpacken er und sein Team inzwischen in Mehrweggeschirr. Angeschafft habe er das schon vor der Pflicht, neben Einweg- auch Mehrwegbehälter anzubieten. Das Gesetz, die Mehrwegangebotspflicht, gilt für Gaststätten ab einer Fläche von 80 Quadratmetern und fünf Mitarbeitern.

Dathe sagt: "Wo das Thema mit dem ganzen Mehrweg aufkam, da hatte ich schon immer so die Augen nach links und rechts offen gehalten. Zum einen, weil ich mit dem Einweggeschirr bei manchen Sachen, zum Beispiel bei unserer Fischsuppe, nicht so zufrieden war, weil das nicht so dicht war. Also haben wir uns dann diesem Rebowl-System angegliedert."

Gastronom: Pfand schreckt manche ab

Rebowl, vom Unternehmen Recup, ist ein Mehrwegsystem. Teilnehmende Gastronomen füllen Speisen in die Behälter, Deckel drauf, fünf Euro Pfand werden fällig. Zurückgegeben werden kann das Geschirr bei allen Gaststätten, die das System anbieten. Gastronom Dathe geht davon aus, dass das Pfand auf manche seiner Kunden abschreckend wirkt.

Dass die Mehrwegangebotspflicht insgesamt nicht gut funktioniert, merkt auch die Firma Recup. Auf Anfrage teilt eine Sprecherin mit: "Die Mehrwegangebotspflicht war ein wichtiger erster Schritt in die richtige Richtung – aber leider bleibt die Wirkung bislang weit hinter den Erwartungen zurück. Der Grund: Es fehlt an konsequenter Umsetzung."

Umwelthilfe fordert Steuer auf Einwegverpackungen

Elena Schägg von der Deutschen Umwelthilfe hält das Gesetz für gescheitert: "Bei unseren letzten Tests, die wir im November 2025 durchgeführt haben, sehen wir sogar Rückschritte. Also haben wir in vielen Filialen feststellen können, dass Bäckereien oder Tankstellen, die an Mehrwegangebot hatten, jetzt sagen: 'Nö, haben wir wieder ausgelistet.'" Trotz des Gesetzes.

Die Umwelthilfe fordert eine nationale Einwegsteuer, "so wie es schon jetzt vereinzelt von Städten eingeführt worden ist wie in Tübingen, Konstanz und seit Anfang dieses Jahres auch Freiburg".

Dehoga Sachsen plädiert für positive Anreize

Die Kundschaft für die Einwegverpackung zahlen zu lassen, hält Axel Klein vom Hotel- und Gaststättenverband Sachsen für keine gute Idee. Er will eher umweltbewusstes Verhalten belohnen. "Dann erlasst doch zum Beispiel Gebühren bei der Müllbeseitigung oder so", sagt Klein. In diesem Sinne würden Unternehmen denken. Anstelle von Strafen und Zöllen gehe es darum zu motivieren, sowohl den Verbraucher als auch den Unternehmer.

Für Gaststätten, die Mehrweg anbieten, wünscht sich Klein auch ein deutlich sichtbares Siegel. Gastronomen etwa könnten die Mehrwegoption durch Aktionen wie Bonuskarten bei der Kundschaft anreizen.

Gastronom für Ausweitung der Mehrwegpflicht

Meeresbuffetinhaber Achim Dathe ist da skeptisch: "Man probiert schon immer, irgendwelche Anreize zu schaffen." Aber man wolle die Mitarbeiter auch nicht überfordern. Dort müssten sie den Rabatt beachten, da müssten sie dies machen, da wieder eine Stempelkarte füllen. Damit es schnell mehr Rückgabeorte gibt, wünscht sich Dathe vor allem, dass alle Mehrweg anbieten müssen. Besonders die, die auf Essen zum Mitnehmen spezialisiert und bislang von der Pflicht ausgenommen sind – kleinere Imbisse: "Wenn man die erstmal mit aufnehmen würde. Da ist nochmal viel Musik mit drin."

Im Meeresbuffet wird gerade die Fischsuppe fertig. Zum Mitnehmen gibt es die ausschließlich in der Mehrwegbox. 

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