Die Zahl neuer Ansteckungen mit der echten Virusgrippe steigt wie beinahe jedes Jahr seit dem Jahreswechsel stark an. Vergangene Woche zählte das Robert Koch-Institut rund 20.500 neue Infektionen, ein Zuwachs von rund 5.000 im Vergleich zur Vorwoche. Allerdings sind sehr wahrscheinlich selbst diese offiziellen Zahlen noch zu niedrig und werden in den kommenden Wochen durch Nachmeldungen weiter nach oben korrigiert. Die Zahl der nicht gemeldeten Infektionen dürfte noch deutlich höher sein, da Influenza-Ansteckungen nur selten im Labor getestet werden.

Grippewelle in Sachsen: Deutlich mehr Fälle rund um den Jahreswechsel

Die Situation in Sachsen unterscheidet sich kaum vom Rest der Republik. Der Freistaat unterhält ein eigenes Stichprobensystem. Hier liegt die Auswertung zwar erst für die Silvesterwoche vor. Doch die Daten zeichnen ein ähnliches Bild, wie der RKI-Wochenbericht für den gleichen Zeitraum.

Anders als in den Vorjahren hielt der an den Weihnachtstagen beobachtete Rückgang nicht an. Stattdessen stieg die Zahl neu gemeldeter Influenza-Infektionen in Sachsen um den Jahreswechsel um 26 Prozent. Betroffen waren alle Altersgruppen, besonders aber Kita- und Schulkinder sowie ältere Erwachsene.

Neue Virusvariante: Subklade K dominant – aber nicht für alle Infektionen verantwortlich

Die genetische Überwachung der Influenzaviren zeigt, dass die Subklade K weiterhin eine große Rolle spielt. Dieser Untertyp der Virusvariante Influenza A (H3N2) ist eine erst vor kurzem auf der Südhalbkugel entdeckte Mutation. Sie kann der Immunität, die Menschen durch Impfungen oder durchgemachte Ansteckungen aufgebaut haben, teilweise ausweichen. Allerdings ist die Subklade K nicht der einzige zirkulierende Grippetyp.

Der aktuelle Wochenbericht zeigt die Auswertung von insgesamt 63 genetischen Analysen von Influenzaproben. Demnach gehörten 33 zum Typ H3N2, davon 28 zur Subklade K. Zugleich konnten die Labore 29 Proben der Variante (H1N1)pdm09 zuordnen. Diese kam besonders häufig bei Erwachsenen in der Altersgruppe von 35 bis 59 Jahren vor.

Grippe häufigster Erreger bei Stichproben – Corona-Infektionen weiter rückläufig

Auch über alle Atemwegserkrankungen hinweg zeigt sich, dass derzeit bei denjenigen, die mit einer Infektion in eine Arztpraxis kommen, vor allem Influenza zirkuliert. Im sogenannten Sentinel, einem Stichprobensystem, wurden in 55 Prozent der untersuchten Abstriche Grippeviren gefunden. Rhinoviren, also gewöhnliche Schnupfenerreger, kamen nur in 8 Prozent der Proben vor. Das vor allem für kleine Kinder gefährliche RS-Virus hatte einen Anteil von 7 Prozent.

Corona spielte mit 3 Prozent nur noch eine untergeordnete Rolle. Hier sind derzeit die Linien Stratus, Nimbus und die kürzlich neu entdeckte BA.3.2-Variante für jeweils rund ein Drittel der verbliebenen Ansteckungen verantwortlich. Bundesweit wurden vergangene Woche noch rund 5.000 Corona-Fälle gezählt.

Moderate Lage in Kliniken: Grippe dominiert schwere Verläufe

Insgesamt wurden, wie häufig, kurz nach dem Jahreswechsel weniger neue Patienten in Kliniken eingewiesen. Insgesamt schätzen die Mediziner die Situation dort derzeit als moderat ein. Corona und RSV sind in jeweils vier Prozent der Fälle die Ursache für einen schweren Infektionsverlauf, der in einem Krankenhaus behandelt werden muss. Grippe belegt mit 33 Prozent dagegen den vorderen Platz, auch bei Kindern. "Im Moment liegen die Influenza-Fälle über denen mit Sars-Cov-2 und RSV", sagt Nicole Töpfner, Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI).

Das Auftauchen der Subklade hat jedoch die Situation offenbar nicht gefährlicher gemacht. "Es gibt keine Hinweise auf mehr schwere Verläufe als in den Vorjahren", so Töpfner, die Oberärztin an der Pädiatrischen Infektiologie des Dresdner Universitätsklinikums Carl Gustav Carus ist.

Moderate Situation bei Erkältungen

Alle Atemwegserkrankungen zusammengenommen, ist die Situation derzeit moderat. Die RKI-Schätzung auf Basis des Umfragetools GrippeWeb geht derzeit davon aus, dass sich vergangene Woche etwa 3,9 Millionen Menschen neu mit einem Schnupfen oder einem fiebrigen Infekt angesteckt haben.

Links/Studien

  • Robert Koch-Institut: Wochenbericht Atemwegsinfektionen vom 14. Januar (PDF)
  • Landesuntersuchungsanstalt Sachsen: Influenza-Sentinel für die Kalenderwoche 1, 2026 (PDF)

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke