• Immer mehr möblierte Wohnungsangebote treiben die Mietpreise hoch.
  • In Berlin und Leipzig sind binnen zehn Jahren die Mieten bundesweit am stärksten gestiegen.
  • Greix-Daten zeigen: Es gibt deutlich weniger öffentliche Mietwohnungsangebote.

Die Mieten in Deutschland haben zum Jahresende 2025 vielerorts stark angezogen. Im vierten Quartal stiegen die Angebotsmieten um 4,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und damit doppelt so stark wie die allgemeine Teuerung. Das zeigt der Greix-Mietpreisindex vom Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW).

Zahl der möblierten Wohnungsangebote wächst

Zugleich stieg der Anteil der befristeten und möblierten Mietangebote auf Rekordniveau. Bundesweit entfielen laut IfW Kiel 2025 etwa 17 Prozent auf dieses Segment. In den acht größten Städten liege der Anteil bei fast einem Viertel, in München sogar bei rund einem Drittel.

Das Immobilienportal Immoscout24 kritisierte bereits vor Längerem, dass immer mehr Vermieter mit möblierten Wohnungen die Mietgesetze aushebelten. Auch der Mieterbund sieht die Gefahr, dass die Möblierung systematisch genutzt werde, um die Mietpreisbremse zu umgehen. Solche kommunalen Mietpreisbremsen gelten etwa auch in Leipzig und Dresden sowie in Erfurt und Jena.

Das klassische Angebot geht zurück, die Preise steigen und die Konditionen werden über immer mehr befristete Verträge oder möblierte Angebote härter.

Jonas ZdrzalekGreix-Projektleiter

Berlin und Leipzig mit höchstem Preisanstieg

In sieben der acht größten deutschen Städte stiegen nach Greix-Daten die Angebotsmieten im Quartalsvergleich, besonders in Köln mit 3,4 Prozent und München mit 1,9 Prozent. Am höchsten war die durchschnittliche Kaltmiete in München mit 23,35 Euro je Quadratmeter, vor Frankfurt mit 17,36 Euro. Berlin liegt bei knapp 16 Euro.

Leipzig ist mit 10,22 Euro zwar noch deutlich günstiger als der Bundesdurchschnitt von 14,41 Euro. Doch der Mietpreisindex zeigt, dass die Mieten in Berlin und Leipzig seit 2015 mit einem Aufschlag um zwei Drittel deutschlandweit am stärksten gestiegen sind.

Deutlich weniger Mietangebote

Zudem sinkt laut Studie das Angebot an freien Mietwohnungen. Im vierten Quartal 2025 sei die Zahl der Inserate zum Vorjahresquartal um sieben Prozent geschrumpft. Im Vergleich mit 2015 gebe es rund 20 Prozent weniger Mietinserate. Die Forscher sehen das als Zeichen, dass Menschen mit Altverträgen vermehrt ihre Wohnung hielten und zugleich offenbar viele Objekte ohne Inserat vergeben würden.

Für den Greix-Index werden Angebote aus der Value-Marktdatenbank ausgewertet, die Daten von mehr als 100 Immobilienplattformen und Maklerwebsites bündelt. Pro Quartal werden über 60.000 Inserate analysiert.

dpa (ans)

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