Im Winter muss der Deutsche Wetterdienst mitunter viele Warnmeldungen herausgeben. So wie aktuell in weiten Teilen Mitteldeutschlands, da hier das Thermometer teilweise auch tagsüber nicht über den Gefrierpunkt klettert.

Vom Deutschen Wetterdienst gibt es zwei Arten von kältebezogenen Warnungen. Das zentrale Warnelement ist dabei Frost, erklärt Robert Noth, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst in Leipzig. "Da gibt es einmal eine Warnung vor leichtem bis mäßigem Frost, das betrifft alle Temperaturen zwischen 0 und -9 Grad. Ab -10 Grad spricht man meteorologisch von strengem Frost", sagt Noth.

Meteorologe: Warnungen vom Wetterdienst werden von App-Anbietern verändert

In dem Fall gibt der Wetterdienst eine Warnmeldung der Stufe zwei von maximal vier heraus. Das heißt, dass die erwartete Wetterentwicklung zwar nicht ungewöhnlich, aber gegebenenfalls gefährlich sein kann. Vor schwerer oder extremer Kälte warnt der Deutsche Wetterdienst selbst nicht, sagt Robert Noth. Solche Formulierungen kommen von Anbietern von Wetter-Apps. "So kann dann zum Beispiel unsere Warnung von anderen App-Anbietern und Betreibern, die etwa Informationen auf Smartphones schicken, aufgegriffen und teilweise editiert werden", so Meteorologe Noth.

Dann warnt die Wetter-App auf dem eigenen Smartphone plötzlich vor extremer Kälte und gibt den Deutschen Wetterdienst als Quelle an. Für die meisten Menschen sind solche Warnungen bei knapp unter null Grad nur wenig interessant, sagt Noth. Für Andere sind sie wiederum umso wichtiger: "Sinnvolle Kundengruppen für eine Frostwarnung sind zum Beispiel das Bauwesen, aber auch Obdachlosenbetreuung, Veranstalter oder die Energiewirtschaft." Die Temperaturentwicklung oder das Heizverhalten können dann für die Planung relevant sein, erklärt Robert Noth.

Drei Wochen Frost, das ist schon etwas Besonderes.

Romeo Bräuer, Ortschronist von Kühnhaide bei MarienbergKältester Ort in Sachsen

Bei der nächsten Warnung auf dem Smartphone muss sich der Otto-Normalverbraucher also keine großen Sorgen machen. Da es derzeit häufig friert, gibt es eben auch viele dieser niedrig-stufigen Warnungen – trotz eher ungewöhnlicher Temperaturen.

Dementsprechend unbeeindruckt zeigt sich auch Romeo Bräuer, Ortschronist von Kühnhaide bei Marienberg im Erzgebirge – dem kältesten Ort in Sachsen: "Das ist eigentlich normal. Es ist jetzt mal drei Wochen Frost, das ist schon etwas Besonderes. Aber es ist halt Januar und für Januar ist das eigentlich normal." Doch was für kälteerprobte Erzgebirger ganz normaler Winter-Alltag ist, kann bei anderen mitunter eine überlebenswichtige Warnung erfordern.

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