Antarktis als Naturwunder und Schutzraum: Asisi zeigt neues Panorama
- Mit "Antarktis" will der Panorama-Künstler Yadegar Asisi auf die Schönheit und die Zerbrechlichkeit des Kontinents aufmerksam machen.
- Die Ausstellung umfasst neben dem 360-Grad-Kunstwerk auch eine multimediale Ausstellung mit Original-Exponaten.
- Auch für dieses Panorama komponierte der Belgier Eric Babak die Musik.
Es ist kühl in der großen Kuppelhalle des Leipziger Panometers. Nicht nur wegen der Außentemperaturen, sondern auch wegen dem, was sich da in mehr als 30 Metern Höhe bis unters Dach erstreckt: Riesige Gletscher und ein Meer aus Eisschollen zieren die Wände des Panometers in weiß, blau und violett. "Antarktis" heißt das neue Panorama des Künstlers Yadegar Asisi. Es ist sein bereits fünftes Naturpanorama im Panometer Leipzig.
"Antarktis" ist Yadegar Asisis füntes Naturpanorama im Panometer Leipzig.Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNKDie Kälte sei dabei nur das eine, sagte Asisi MDR KULTUR. "Ich glaube, was mich so beeindruckt hat, ist diese wahnsinnige Schönheit. Diese Vielfalt der Formen, die Lichtbrechung." "Antarktis" verstehe sich dabei als eine Hommage an einen Ort, über den wir so wenig wissen.
Ein Ziel dieser Ausstellung ist, zu zeigen: Wir haben in der Antarktis nichts zu suchen.
Genau das möchte Asisi ändern. 2016 reiste er zur Inspiration selbst ins ewige Eis und erkannte, dass die Antarktis vor allem eines ist: kein Platz für Menschen. In Amazonien oder im Great Barrier Reef könne man vielleicht noch überleben, nicht aber in der Antarktis, erklärt der Künstler.
Yadegar Asisi möchte mit seinem neuen Panorama auf die Schönheit und Zerbrechlichkeit der Antarktis aufmerksam machen.Bildrechte: picture alliance/dpa | Jan WoitasAusstellung als Beitrag zum Schutz der Antarktis
Dieser Appell findet sich auch in Asisis Panorama wieder. Die Ausstellung soll die Antarktis nicht als Reiseziel oder Sehnsuchtsort zeigen. Vielmehr will der Künstler einen Beitrag zu ihrem Schutz leisten und aufklären. "Ein Ziel dieser Ausstellung ist, wirklich zu zeigen: Wir haben dort nichts zu suchen."
Ungefähr zehn Jahre dauerte die Entstehung von Asisis Kunstinstallation.Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNKFür seine Panoramen arbeitet Asisi nicht dokumentarisch. Vielmehr setzt er Eindrücke zusammen und ordnet sie neu. Wie in der klassischen Landschaftsmalerei geht es um Komposition: Was steht wo? Was zieht den Blick? Was lässt Raum? "Antarktis" füge sich dabei organisch in Asisis bisherige Naturpanoramen ein, erklärte der Kreativdirektor des Studios Asisi, Mathias Thiel MDR KULTUR. Für Werke solcher Art genüge es nicht, einen einzelnen Ort zu besuchen.
"Naturpanoramen sind nie spezifische Orte wie Städtepanoramen, sondern sie widmen sich eigentlich dieser Gesamtthematik, also diesem Naturraum", so Thiel. Teilweise seien wochenlange Reisen nötig, um einen Gesamtblick zu gewinnen.
Ausstellung zeigt Original-Exponate und multimediale Elemente
Diesen Gesamtblick teilt Asisi nun mit Besucherinnen und Besuchern des Panometers. Auf dem Rundgang sind neben Malereien, Projektionen und Fotografien auch Originalexponate zu sehen.
Zum Beispiel zwei Eier eines Kaiserpinguins und ein winziger Krillkrebs. Mit der Ausstellung will das Team um Asisi die Schönheit und Zerbrechlichkeit der Antarktis zeigen. Ein empfindliches Ökosystem, in dem ein Lebewesen auf das andere angewiesen ist.
Eric Babak komponierte bereits die Musik für Asisis Panorama des Mount Everest 2003.Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNKBegleitet wird die Ausstellung dabei von Kompositionen des belgischen Künstlers Eric Babak. Er hat bisher alle Soundtracks für Asisis Panoramen arrangiert. Die Arbeit mit Asisi sei für Babak immer ein besonderes Highlight, sagte er MDR KULTUR. Vor allem, da er das Panorama durch die Musik aktiv mitgestalten könne.
"Ich habe ja mit der Musik die Möglichkeit, in alle Richtungen zu lenken. Ich kann das Ganze glücklich wirken lassen, ich kann es trauriger machen, ich kann es ängstlich machen." Babaks Aufgabe sei es dann, die Balance zu finden.
Sounddesign der Ausstellung: zwischen Kälte und Zurückhaltung
Für "Antarktis" sollte die Musik eine gewisse Kälte transportieren und nicht zu fröhlich klingen. Insgesamt umfasst Babaks Komposition etwa 280 Tonspuren. Dazu zählen seine eigenen Klänge und Originalgeräusche, die Asisis Team von seiner Expedition mitgebracht hat. Ein fallender Eisbrocken, ein Vogel, das Heulen einer Robbe.
Die parallele Ausstellung zeigt die Bewohner der Antarktis.Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNKIch glaube, wenn die Menschen hier rausgehen, waren sie in der Antarktis.
Antarktis nicht Asisis letztes Naturpanorama
Für seine Ausstellung wünscht sich Yadegar Asisi vor allem, dass Besucherinnen und Besucher sich ganz von ihren audiovisuellen Eindrücken treiben lassen können. "Ich glaube, wenn die Menschen hier rausgehen, waren sie in der Antarktis. Und dann bin ich gespannt, was sie erzählen."
Und: "Antarktis" soll nicht sein letztes Naturpanorama sein. Yadegar Asisi habe schon neue Ideen im Kopf – zum Beispiel die Wüste und die Tiefsee.
Weiterführende Informationen
Ausstellung "Antarktis. Eine Welt aus Eis und Licht"
Panometer Leipzig
24. Januar 2026 bis mindestens 2028
Adresse:
Richard-Lehmann-Str. 114
04275 Leipzig
Öffnungszeiten:
täglich von 10 - 17 Uhr
Eintritt:
16 Euro, ermäßigt 14 Euro
Quelle: MDR KULTUR (Anne Wihan), redaktionelle Bearbeitung: aw, gw
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