Die Jugend von heute beginnt später mit Sex und verhütet mehr
Der Studie aus der ersten Jahreshälfte 2025 nach haben 23 Prozent der 16-Jährigen schon Geschlechtsverkehr gehabt – bei der Vorgängerumfrage 2019 waren es 34 Prozent. Auch in den anderen Altersgruppen ist der Anteil der bereits sexuell aktiven Jugendlichen gesunken. "Während 2019 die Mehrheit der jungen Menschen mit 17 Jahren den ersten Sex erlebt hatte, ist die Mehrheit heute 19 Jahre alt", sagte Studienleiterin Sara Scharmanski.
Gesteigertes Interesse an Gesundheit
Scharmanski erklärte, dies sei ein globaler Trend. Ein Grund sei ein verändertes Freizeitverhalten, das weniger Gelegenheiten biete, Gleichaltrige kennenzulernen. Corona habe bei dieser Entwicklung "als eine Art Katalysator" gewirkt. Zudem hätten junge Menschen ein stärkeres Gesundheits- und Sicherheitsbedürfnis, das sich etwa auch in Befragungen zum Alkohol- und Drogenkonsum widerspiegele.
Für diese These spricht auch, dass immer weniger Jugendliche beim ersten Mal ungeschützten Sex haben – der Umfrage des BIÖGs zufolge lediglich fünf Prozent im Vergleich zu neun im Jahr 2019. Am häufigsten griffen Jugendliche dabei zum Kondom (76 Prozent). Scharmanski sagt: "Erste sexuelle Erfahrungen finden in festen Partnerschaften und selbstbestimmt statt. Wenn junge Menschen sexuell aktiv werden, so verhüten sie sicher und zuverlässig."
Auf der Suche nach dem oder der "Richtigen"
Auch beim Küssen sind Jugendliche zurückhaltender geworden. Während vor sieben Jahren bereits mehr als die Hälfte der 14-Jährigen den ersten Kuss erlebt hatte, war dies 2025 erst bei einem Drittel der Fall.
Gefragt nach den Gründen für Zurückhaltung gaben 47 Prozent der 14- bis 17-jährigen Mädchen an, den Richtigen oder die Richtige noch nicht gefunden zu haben – bei den Jungen waren es 55 Prozent. Knapp die Hälfte (49 Prozent) der Mädchen und ein Drittel der Jungen (34 Prozent) hielt sich für zu jung.
Aufklärung stärkt Selbstbestimmung
Bundesjugendministerin Karin Prien (CDU) nannte die Ergebnisse ermutigend. Sexuelle Bildung helfe, ungewollte Schwangerschaften und sexuell übertragbare Infektionen zu vermeiden. "Vor allem stärkt sie junge Menschen in ihrer Selbstbestimmung", sagte Prien. Damit leiste sie auch einen wichtigen Beitrag zum Schutz vor sexualisierter Gewalt.
Interessanterweise findet der Studie zufolge die Aufklärung wieder zusehends "klassisch" statt, also in Schule und im Elternhaus. Die Bedeutung des Internets als Informationsquelle ist derweil rückläufig.
Links
Weitere Informationen zur Studie finden sich auf der Website des Bundesinstituts.
jar/dpa
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