Streusalz, Sand oder Splitt: Welche Streumittel im Winter wirklich helfen
- Streusalz schädigt Pflanzen und Grundwasser, greift Straßenbeläge und Schuhe an und ist gesundheitlich problematisch für Tiere.
- Abstumpfende Streustoffe wie Sand, Splitt, Granulat oder Blähschiefer gelten als umweltfreundliche Alternativen zu Salz.
Ein großer Baumarkt in Leipzig: In der Gartenabteilung liegt ein hüfthoher Stapel mit 20 Kilogramm-Säcken Lavastreugut. Daneben zwei Stapel Spielsand: Beides kann als Streugut verwendet werden. Gerade interessiert sich kein Kunde dafür. Streusalz ist laut Internetseite hier nicht vorrätig, in einem anderen Markt schon.
Vor dem Baumarkt gehen die Meinungen übers Streugut auseinander. Ein Mann setzt auf Splitt, weil er wiederverwendbar ist und der Umwelt nicht schadet. Ein anderer betont, dass oft kommunale Vorgaben entscheidend seien und Salz dort genutzt werde, wo es erlaubt ist, da es am einfachsten wirkt. Dem widerspricht ein weiterer: Salz sei schlecht für Hunde, Kies zerkratze Autos – Sand erfülle seinen Zweck, ohne Schäden zu verursachen. Eine Frau plädiert schließlich für Granulat, das für besseren Halt sorgt, statt die Glätte nur wegzuschmelzen.
Grundwasserbelastung durch Streusalz
Grundstücksbesitzer müssen dafür sorgen, dass die angrenzenden Wege geräumt und nicht glatt sind. In vielen Kommunen wie auch in Leipzig seien auftauende Mittel wie Streusalz auf Gehwegen grundsätzlich nicht erlaubt, erklärt Claudia Ballhause, Sprecherin der Stadtreinigung, die für den städtischen Winterdienst zuständig ist: "Wir dürfen Streusalz auf den Fahrbahnen verwenden, um eine Verkehrssicherungspflicht zu erfüllen, aber nur in notwendigen Mindestmengen."
Auf den Gehwegen sei das Verwenden von auftauenden Streustoffen jedoch verboten, sagt Ballhause. "Wirklich nur in absoluten Ausnahmefällen, bei überfrierender Nässe oder Eisregen, darf das verwendet werden. Dann aber ausschließlich Kochsalz."
Das Salz auf der Straße werde durch das Tauwasser verdünnt und fließe in die Kanalisation ab. Auf Gehwegen hingegen könne es Bäume und Sträucher schädigen und später das Grundwasser belasten. Felix Ekardt, Vorsitzender des BUND in Sachsen ergänzt: "Streusalz macht Schuhe und Straßenbelege kaputt und macht Tiere krank. Es schädigt beispielsweise die Pfoten von Hunden und Katzen."
Schonenderes Streugut
Lava, Asche, Sand und Splitt haben deutliche Vorteile gegenüber Streusalz: Sie wirken vergleichbar gut, müssen teilweise natürlich aufgekehrt werden, belasten die Natur aber nicht in vergleichbarer Weise. Auch von Asche wird heutzutage teils abgeraten, weil sie schwer zu entfernen ist und Feinstaub erzeugt.
Die Stadt Leipzig schreibt vor, gegen Glätte abstumpfende Streustoffe zu verwenden, vorrangig Natursteine wie insbesondere Sand, Splitt und Granulat oder Blähschiefer. Letzteren nutzt auch die Stadt selbst, erklärt Claudia Ballhause: "Blähschiefer ist sehr umweltfreundlich. Der zersetzt sich von alleine, da man nur minimale Rückstände hat."
Außerdem müsse man bedenken: "Wenn man auf den Gehweg Split aufträgt, ist der scharfkantig und man muss das, wenn der Winter vorbei ist, auch alles wieder abtragen." Grundsätzlich empfiehlt Ballhause, den Schnee so schnell wie möglich zu entfernen und nur, wenn nötig, zu streuen.
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