Die jüngste Mindestlohnerhöhung stößt bei den regionalen Arbeitsagenturen auf wachsende Skepsis. Das zeigt eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Zwar bleibt die Mehrheit gelassen, doch im Vergleich zu 2022 hat sich der Anteil der Agenturen verdreifacht, die negative Beschäftigungseffekte befürchten.

Elf Prozent erwarten negative Effekte

Konkret erwarten elf Prozent der Arbeitsagenturen negative Folgen. Betroffen seien vor allem Regionen mit niedrigem Lohnniveau und schwacher Arbeitsmarktentwicklung, sagt Studienautor Enzo Weber MDR AKTUELL. "Da gibt es Risiken, das muss man genau beobachten", so der Forschungsbereichsleiter am IAB.

Sorge vor Jobverlagerung in Minijobs

Nur drei regionale Arbeitsagenturen rechnen mit positiven Effekten der Mindestlohnerhöhung. Gleichzeitig erwarten 16 Prozent einen Abbau sozialversicherungspflichtiger Jobs, die durch Minijobs ersetzt werden könnten. Weber spricht sich deshalb für eine Abschaffung von Minijobs aus. "Eigentlich braucht auch keiner die Minijobs", sagt er. Sie hielten vor allem Frauen davon ab, sich beruflich weiterzuentwickeln. Kleine Beschäftigungsverhältnisse sollten daher "wie alle anderen" behandelt werden.

Weber rät zu Augenmaß

Für künftige Erhöhungen rät der Ökonom zu Zurückhaltung. "Man muss Jahr für Jahr ausloten, wie viel möglich ist", sagt Weber. Zwar habe der Mindestlohn den Niedriglohnsektor begrenzt, doch angesichts des hohen Niveaus und der schwachen Wirtschaftslage gebe es neue Risiken. "Nur weil früher alles gut gegangen ist, bedeutet das nicht, dass man jedes Mal wieder kräftig an der Schraube drehen kann."

Laut Studie gehen dennoch 86 Prozent der regionalen Arbeitsagenturen davon aus, dass die aktuelle Mindestlohnerhöhung keine negativen Auswirkungen auf die Beschäftigung haben wird.

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