Für die Eltern ist es oftmals ein Tabu: weil sie sich schämen oder ihre Kinder vor den Konsequenzen schützen wollen. Eine Langzeitstudie der Uni Zürich zeigt indes: Ein Drittel der Jugendlichen und jungen Erwachsenen hat die eigenen Eltern zwischen dem 11. und 24. Lebensjahr schon einmal angegriffen, etwa durch Schlagen oder dem Werfen von Gegenständen. Zugrunde liegen Daten seit 2005 von mehr als 1500 Teilnehmenden, deren Auswertung jetzt im Fachblatt European Child & Adolescent Psychiatry erschienen ist.

Oft einmalige Eskalation in der Pubertät

Zumeist handele es sich um eine pubertäre Eskalation, oft im Alter von 13 Jahren – rund 15 Prozent der Befragten zeigten hier ein solches Verhalten. Weiterhin handle es sich dabei meistens um Einzelfälle, was gegen eine systematische Gewalt spreche. Zwar ist mit fünf Prozent der Anteil von Gewaltverhalten im jungen Erwachsenenalter besonders niedrig, aber auch besonders besorgniserregend: Hier steige das Risiko, dass körperliche Angriffe auch später fortgeführt würden, erklären die Forschenden.

Zu den Einflussfaktoren für aggressives Verhalten zählen weder Bildung und Wohlstand, noch sei es das Problem eines einzelnen Geschlechts, heißt es in einer Mitteilung. Allerdings könne körperliche Bestrafung durch die Eltern oder mündliche Aggression zu einem entsprechenden Verhalten der Kinder beitragen. Risikofaktoren seien auch häufige Meinungsverschiedenheiten der Eltern oder Jugendliche mit ADHS. Die gute Nachricht sei: Kinder, die lernen, mit Konflikten konstruktiv umzugehen, zeigen hingegen eine geringe Gewaltbereitschaft. Eltern, die sich aktiv am Leben ihrer Kinder beteiligen würden, Interesse zeigten und emotionale Unterstützung böten, würden ebenfalls die Gewaltbereitschaft reduzieren, erklären die Forschenden.

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