Wie sich Vorsorge und Krebssterblichkeit in Mitteldeutschland entwickeln
- Thüringen: Mehr Krebstote als 2021, aber mehr Früherkennungsuntersuchungen.
- Sachsen-Anhalt: Weniger Krebstote als im Vorjahr.
- 2024 starben rund 230.400 Menschen bundesweit an Krebs.
Aktuelle Krebsdaten aus Mitteldeutschland machen zum Weltkrebstag am 4. Februar deutlich, wie unterschiedlich sich Vorsorge, Sterblichkeit und Prävention in den Bundesländern entwickeln: In Thüringen nehmen mehr Menschen Früherkennungsangebote wahr, in Sachsen-Anhalt ist die Zahl der Krebstoten gesunken, während für Sachsen keine aktuellen Landeszahlen vorliegen.
Thüringen: Zuwachs bei Untersuchungen zur Früherkennung
Krebs bleibt noch immer eine der häufigsten Todesursachen in Thüringen. Wie das Landesamt für Statistik mitteilte, starben 2024 in Thüringen 3.894 Männer und 2.934 Frauen an Krebs. Damit sind die Zahlen im Vergleich zum Jahr 2021 gestiegen. Bösartige Neubildungen waren damit für rund ein Fünftel der insgesamt 30.454 Sterbefälle verantwortlich. Das durchschnittliche Sterbealter lag bei 74,8 Jahren.
Die Vorsitzende der Kassenärztliche Vereinigung Thüringen (KVT), Annett Rommel, hob deshalb die Bedeutung der Vorsorge hervor. "Je früher eine Erkrankung erkannt wird, desto besser kann sie behandelt werden", sagte sie laut Mitteilung. Zugleich appellierte Rommel: "Nie waren die Behandlungs- und Vorsorgemöglichkeiten besser als heute. Nehmen Sie Ihre Chance wahr, nutzen Sie die Früherkennungs-Programme."
Nach Angaben der KVT führten Thüringer Vertragsarztpraxen 2024 mehr Früherkennungsuntersuchungen durch als im Vorjahr. Besonders deutlich war der Anstieg bei Männern: Mit 131.393 Untersuchungen lag das Plus bei 4,9 Prozent. Die Zahl der Darmspiegelungen zur Früherkennung stieg um 6,6 Prozent auf 13.409.
Sachsen-Anhalt: Weniger Krebstote als im Vorjahr
In Sachsen-Anhalt ist die Zahl der Krebssterbefälle gesunken. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Halle starben 2024 insgesamt 3.585 Frauen und 4.453 Männer an den Folgen einer Krebserkrankung. Das waren 57 Frauen und 269 Männer weniger als 2023.
Mit 376 Krebstodesfällen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner war Sachsen-Anhalt 2024 außerdem nicht mehr das Bundesland mit der höchsten Krebssterblichkeit. Das mittlere Sterbealter lag bei 74,4 Jahren, Männer starben im Schnitt 1,6 Jahre früher als Frauen. Gut ein Drittel der Krebstoten starb an Tumoren der Verdauungsorgane, etwa Darm-, Bauchspeicheldrüsen- oder Magenkrebs. Lungenkrebs führte in 1.509 Fällen zum Tod, davon waren 958 Männer betroffen.
Sachsen und bundesweiter Kontext
Für Sachsen liegen in den vorliegenden Informationen keine aktuellen Zahlen für 2024 vor. Bundesweit starben im Jahr 2024 rund 230.400 Menschen an Krebs – etwa zehn Prozent mehr als im Jahr 2004. Nach Angaben der Statistiker ist dieser Anstieg "vor allem auf die Alterung der Gesellschaft zurückzuführen".
Wie eine Analyse der International Agency for Research on Cancer (IARC) zeigt, gehen weltweit rund 38 Prozent aller Krebserkrankungen auf vermeidbare Ursachen zurück. Studienleiterin Isabelle Soerjomataram erklärte: "Die Bekämpfung dieser vermeidbaren Ursachen stellt eine der wirksamsten Möglichkeiten dar, die globale Krebslast zu reduzieren."
Auch für Deutschland zeigen die Daten ein erhebliches Präventionspotenzial: Rund 30 Prozent der Krebserkrankungen bei Frauen und gut 39 Prozent bei Männern sind auf vermeidbare Faktoren zurückzuführen, insbesondere auf Rauchen.
dpa (jst)
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