• Im Zoo gibt es exotische Tieren, nur wie kommen sie mit der Winterkälte zurecht?
  • In der Geparden-Höhle im Zoopark Erfurt wird geheizt.
  • Tierschutzorganisation Peta wirft Zoos vor, dass dort Tiere aus tropischen Zonen ihre Winterquarte oft nicht verlassen dürfen.

Der Erfurter Zoopark liegt an einem Hang. Der ganze Park ist von einer Schneeschicht bedeckt. Tierpfleger Jonathan Kludt startet den winterlichen Rundgang ganz oben: "Auf dem Plateau haben wir zum Beispiel unsere Trampeltiere, die wahre Temperaturspezialisten sind."

Die Kamelart kommt aus den Steppen der Mongolei, wo es im Sommer durchaus 30 Grad geben kann und im Winter auch mal bis zu minus 40 Grad. Die hätten ein dichtes Winterfell, sagt Kludt.

Elefanten kommen immer nur kurz heraus

Doch was mit den Tieren ohne Fell? Auf einem geschlängelten Weg geht es zum Elefantenhaus, in dem die Tiere gerade ihre Zeit verbringen. Im Gebäude sind es 20 Grad, draußen herrschen gerade Minusgrade.

Die elefantengroßen Türen bleiben zu, damit das Haus nicht auskühlt. Stundenweise haben die drei Elefantendamen und die Kleinen, Ayoka und Banjoko, die Möglichkeit, hinaus in den Schnee zu gehen. Bei dem Wetter bleibe es dann aber zumeist bei einem kurzen Ausflug, erzählt Kludt. Auf dem Außengelände steht gerade Elefantenbulle Kibo.   

Wenn man ihn so anschaut, sieht er gerade nicht so aus, als würde er frieren. Er kaut da genüsslich auf Holz herum.

Jonathan Kludt Tierpfleger, Erfurter Zoopark

Fußbodenheizung im Unterstand für Geparden

Junge Geparden im Erfurter ZooparkBildrechte: picture alliance/dpa | Martin Schutt

Zebra, Flamingos, Geparden im Schnee ist ein ungewohntes Bild. Die meisten Tiere im Erfurter Zoopark kämen aber mit Minustemperaturen gut klar, erzählt Tierpfleger Jonathan Kludt. Sie hätten vielmehr ein Problem mit der feuchten Kälte bei etwa 3 bis 4 Grad plus.

Jeder Tierpfleger versuche jetzt, die beste Lösung für seine Schützlinge zu finden, sagt Kludt. So hätten die Geparden in ihrer Höhle einen beheizten Boden, denn die Tiere leben vornehmlich in trockenen Savannen und Steppen Afrikas.

Peta: Tiere auf kleine Innengehege beschränkt

Kritik an den Zooanlagen kommt von Tierschutzorganisation PetaBildrechte: picture alliance / Sipa USA | SOPA Images

Tierschutzorganisationen wie Peta kritisieren die Haltung von Tieren in Zoos im Allgemeinen, und die von nicht-heimischen Tieren im Speziellen.

Maßnahmen, um es ihnen hier so angenehm wie möglich zu gestalten, reichen aus Sicht von Peta-Zoo-Referentin Yvonne Würz nicht aus: "Wir sehen natürlich, dass beispielsweise Tiere, die eigentlich aus tropischen Zonen kommen, ganz besonders auch unter den nicht passenden Bedingungen hier in Deutschland leiden, sodass sie zum Beispiel über Monate hinweg sehr stark eingeschränkt sind, teilweise gar nicht mehr diese sogenannten Winterquartiere verlassen dürfen oder auch nur ganz, ganz kurze Zeit in die Außengehege – also über Monate hinweg beschränkt auf die winzig kleine Innengehege sind."

Und das darf einfach nicht sein.

Yvonne WürzTierschutzorganisation Peta

Zoopark Erfurt: Kein Tier muss in der Kälte leiden

Archivbild vom November 2022: Die Breitmaulnashörner Stella (l) und Lottie im Erfurter ZooparkBildrechte: picture alliance/dpa | Michael Reichel

Tierpfleger Jonathan Kludt kennt diese Diskussion. Den ganzen Winter werde im Erfurter Zoopark kein Tier drinnen eingesperrt. Er ist überzeugt, dass trotz Eis und Schnee hier kein Tier leiden muss. Das Wetter biete außerdem seltene Möglichkeiten, die Tiere zu beschäftigen – mit Schneemännern etwa: "Da war so ein bisschen Futter drin versteckt. Die Nashörner mussten den dann kaputt machen."

Der Rundgang ist zu Ende. Neben dem Ausgang stehen die Flamingos in ihrem Gehege auf einem Bein im Schnee. Stört es sie? Fragen kann man sie leider nicht. 

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