• Fahrgast wird erstmalig in einem Regionalzug von Rudolstadt-Schwarza auffällig.
  • Bleibt bei zweitem Vorfall friedlich.
  • Wegen schlechter Manieren wird er in Leipzig aus Zug geworfen und pöbelt.

Innerhalb von drei Tagen ist ein Fahrgast wegen mutmaßlicher Straftaten in mitteldeutschen Regionalzügen viermal angezeigt worden. Wie die Bundespolizei am Montag mitteilte, werden dem 42 Jahre alten Mann Beleidigung, Bedrohung, Körperverletzung und Schwarzfahren vorgeworfen. Letzteres heißt offiziell Erschleichen von Leistungen.

Bedrohlicher Vorfall in Ostthüringen

Erstmals auffällig wurde der Mann nach Polizeiangaben am Freitag in einem Regionalzug von Rudolstadt-Schwarza nach Saalfeld. Die Zugbegleiterin habe später angegeben, schon beim Einsteigen habe der Mann keinen Fahrschein vorweisen können.

Daraufhin habe sie in aufgefordert, wieder auszusteigen. Er sei auf die Frau zugegangen, habe sie mit dem ganzen Körper geschubst und habe mit der Faust zugeschlagen und ihre Wange gestreift. Die Zugbegleiterin habe sich in ihr Dienstabteil geflüchtet, zunächst jedoch keine Anzeige erstattet.

Zweite "Schwarzfahrt" tags darauf - er blieb friedlich

Am nächsten Tag habe sie den Fahrgast allerdings wiedergetroffen - diesmal im Zug zwischen Rudolstadt und Halle/Saale. Wieder habe der Mann keinen Fahrschein dabei gehabt. Die Zugbegleiterin habe daraufhin den "Schwarzfahrertarif" von 60 Euro kassieren wollen, der Mann habe aber kein Ausweisdokument dabeigehabt.

Diesmal sei er friedlich geblieben. Die Zugbegleiterin habe die Bundespolizei verständigt, die ihn an der Endstation Halle in Empfang genommen habe. Mit einem Fingerabdruck-Scan sei seine Identität festgestellt worden.

Die Zugbegleiterin habe bei der Polizei von der gewallttätigen Begegnung am Vortag berichtet. Die Beamten hätten daher die ersten beiden Anzeigen geschrieben.

In Leipzig aus dem Zug verwiesen

Am Sonntagmorgen fiel der Mann schließlich in Leipzig wegen schlechter Manieren auf: Auf dem Hauptbahnhof fand ihn eine Zugbegleiterin laut Bundespolizei in einem abfahrbereiten Regionalexpress mit den Füßen auf dem Tischchen einer Vierergruppe vor.

Der Aufforderung, auszusteigen, sei der Mann nachgekommen. Auf dem Bahnsteig habe er die Zugbegleiterin, die vor der Abfahrt noch einmal ausgestiegen sei, beleidigt und bedroht.

Die Bahnangestellte habe ihn ignoriert, der Zug ohne ihn abgefahren. Telefonisch habe sie die Bundespolizei informiert, die ihn auf dem Bahnhof angetroffen und zwei weitere Anzeigen gefertigt habe.

Seit Jahren beklagen Bahngewerkschaften verbale und körperliche Angriffe gegen Zugpersonal. Seit dem Tod eines Schaffners in Rheinland-Pfalz, der von einem Fahrgast angegriffen wird, wird wieder verstärkt über einen besseren Schutz der Kontrolleure diskuiert. In Thüringen hat das Land die Mittel erhöht, mit denen Bahnunternehmen im Regionalverkehr Sicherheitspersonal finanzieren können.

MDR (jhi/seg)

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke