Inhalt des Artikels:

  • Frauen häufiger Opfer von Gewalt
  • Straftaten werden kaum angezeigt
  • Mehr als 15.000 Menschen für Studie befragt

Gewalt ist im Alltag weit verbreitet. Das zeigt die sogenannte Dunkelfeldstudie "Lebenssituation Sicherheit und Belastung im Alltag", die vom Bundesfamilienministerium, Bundesinnenministerium und Bundeskriminalamt beauftragt wurde. Bundesfamilienministerin Karin Prien sagte, partnerschaftliche und sexualisierte Gewalt betreffe Millionen Menschen in Deutschland. Das Ausmaß von Gewalt gegen Frauen sei nach wie vor "erschreckend hoch".

"Besonders erschütternd" nannte Prien die Daten zu Gewalterfahrungen in der Kindheit: Die Hälfte der Befragten hat nach eigenen Angaben als Kind körperliche Gewalt durch Erziehungsberechtigte erfahren. Auch junge Menschen, Angehörige sexueller Minderheiten und Menschen mit Migrationshintergrund werden häufig Opfer von Gewalt.

Frauen häufiger Opfer von Gewalt

Im Vergleich sind Frauen von allen Formen geschlechtsspezifischer Gewalt häufiger betroffen als Männer. Das gilt insbesondere für sexuelle Belästigung. Einen Unterschied gibt es auch bei der Intensität der Gewalt. Frauen berichten der Studie zufolge von größerer Angst, schwereren und mehr Verletzungen als Männer.

Frauen werden in der Regel Opfer von Gewalt durch Männer. Auch bei Männern sind die Täter in ein bis zwei Dritteln der Fälle männlich.

Straftaten werden kaum angezeigt

Obwohl fast jeder Sechste schon körperliche Gewalt in der Partnerschaft erlebt hat, wird meist keine Anzeige erstattet. Nur rund drei Prozent der betroffenen Männer und Frauen haben Übergriffe angezeigt. Die Studie bestätigt damit, dass das polizeilich nicht registrierte Dunkelfeld häuslicher Gewalt enorm groß ist.

Mehr als die Hälfte der Frauen und fast jeder dritte Mann gaben in der Befragung an, schon einmal sexuell belästigt worden zu sein. Sexuelle Übergriffe erlebten rund 18 Prozent der Frauen und etwa vier Prozent der Männer.

Auch digitale Gewalt wurde in der Studie untersucht. Den Angaben zufolge erlebte jede fünfte Frau und jeder siebte Mann Formen sexualisierter Belästigung oder Gewalt im Netz, darunter auch Stalking.

Mehr als 15.000 Menschen für Studie befragt

Die von der Bundesregierung beauftragte Studie "Lebenssituation, Sicherheit und Belastung im Alltag" widmete sich dem Dunkelfeld von Gewalt in Deutschland. Erstmals wurde umfassend erhoben, inwieweit Frauen und auch Männer von Partnerschafts-, sexualisierter und digitaler Gewalt betroffen sind.

Von Juli 2023 bis Januar 2025 wurden dafür rund 15.500 Menschen zwischen 16 und 85 Jahren befragt. Die Studie war noch zu Zeiten der Ampel-Regierung gestartet worden.

dpa, KNA, epd, MDR (akq)

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