Mitnetz drosselte 2024 an 222 Tagen Ökostrom
Der mitteldeutsche Stromnetzbetreiber Mitnetz will erneuerbare Energien künftig passgenauer ins Netz integrieren und investiert dafür Milliarden. "Der Netzausbau kommt gut voran, auch wenn er tatsächlich dem Bedarf immer hinterherhinkt", sagte der Technische Geschäftsführer Lutz Eckenroth, MDR AKTUELL. 2025 habe das Unternehmen knapp 600 Millionen Euro investiert, bis 2030 sollen weitere drei Milliarden Euro folgen.
"Abregelungen" machen nur kleinen Anteil aus
Ziel sei es, Eingriffe ins Netz und damit verbundene Kosten zu reduzieren. Zwar musste Mitnetz im vergangenen Jahr an 222 Tagen die Einspeisung von Wind- und Solarenergie drosseln. Die tatsächlich abgeregelte Menge habe aber bei rund 200 Gigawattstunden gelegen. "Das ist ein bisschen mehr als ein Prozent der gesamten eingespeisten Energie im gesamten Jahr". Das sei "nicht so die riesige Energiemenge".
Für die Einordnung: Mit 200 Gigawattstunden Strom könnten laut Vergleichsportal Check24 bei einem durchschnittlichen Verbrauch etwa 80.000 Zwei-Personen-Haushalte für ein Jahr versorgt werden.
Abgeregelt wird, wenn Leitungen an ihre technischen Grenzen stoßen. Eckenroth erklärt, mithilfe von Prognosen wisse man "über eine Woche vorher schon", wie viel erneuerbare Energie zu erwarten sei. So könne frühzeitig gesteuert werden. Kurzfristige Notmaßnahmen seien eher die Ausnahme.
Großabnehmer sollen Netze entlasten
Neben dem Netzausbau setzt Mitnetz auf große Stromabnehmer in der Region – etwa Rechenzentren. In der Netzregion seien rund 14 Gigawatt erneuerbare Leistung installiert. "Und dann ist es super, wenn wir natürlich vor Ort auch entsprechende Nachfrage haben." Das spare Netzausbau und sei "in Summe auch deutlich günstiger".
Das Versorgungsgebiet von Mitnetz erstreckt sich auf größere Teile Sachsens, Sachsen-Anhalts und Südbrandenburgs sowie kleinere Regionen in Thüringen.
MDR(mbe)
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