Newsblog: Dresden erinnert an Zerstörung vor 81 Jahren
- Hier finden Gedenkveranstaltungen und Aktionen am Freitag in Dresden statt.
- Hier sind Straßen und Parkplätze gesperrt, Einschränkungen für den Nahverkehr
- Informationen zum eingeschränkten Bahnverkehr am Wochenende in Dresden
14:00 Uhr | Musik als Warnung
Wut, Wehmut, Widerstand – im Rahmen des heutigen Gedenkens spielt die Dresdner Philharmonie die 10. Sinfonie von Schostakowitsch bei einem sehr besonderen Konzert. Die Musik trifft dabei auf den eindrucksvollem Film "Oh To Believe in Another World" des Künstlers William Kentridge. Dirigent Michael Sanderling meint: "Eine wichtige, Mahnung und brandaktuell". Für ihn passt das Konzert auf besondere Weise zum Gedenken an die Zerstörung Dresdens, an die Folgen der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft – an Krieg, Zerstörung und an das Leid, das von Deutschland ausging.
12:30 Uhr | Zeitzeugin Renate Aris: "So etwas Schlimmes soll nie wieder passieren!"
Rund 25.000 Menschen kamen am 13. und 14. Februar 1945 in Dresden ums Lebens. Aber einigen retteten die Bomben der Alliierten auch das Leben: Den letzten jüdischen Bewohnern Dresdens, die kurz vor ihrer Deportation standen. Die 90-jährige Renate Aris erinnert sich.
12:00 Uhr | OB Hilbert erkrankt
Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert ist erkrankt. Das teilte die Stadtverwaltung MDR SACHSEN mit. Er kann nicht an den Gedenkveranstaltungen teilnehmen. Der Eintrag ins Goldene Buch der Stadt der Delegation aus Coventry entfällt. Hilbert wird durch den Ersten Bürgermeister Jan Donhauser (CDU) vertreten.
11:20 Uhr | Kranzniederlegung auf dem Nordfriedhof
Am stillen Gedenken auf dem Nordfriedhof hat auch Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) teilgenommen.
11:00 Uhr | Verfassungsschutz zu Nazi-Aufmärschen heute und morgen
"Die rechtsextremistische Szene missbraucht den Jahrestag der alliierten Luftangriffe auf Dresden im Zweiten Weltkrieg, um ihre geschichtsrevisionistischen Narrative in die Öffentlichkeit zu tragen", sagt der Präsident des sächsischen Landesverfassungsschutzes, Dirk-Martin Christian. Der Jahrestag sei für die Rechtsextremisten seit Jahren auch eine Möglichkeit zur Vernetzung. Über soziale Netzwerke wie Instagram und Telegram würden vor allem junge Rechtsextremisten angesprochen. Erfahrungsgemäß reisten Rechtsextremisten aus dem gesamten Bundesgebiet, mitunter auch aus dem Ausland, an.
Neben der rechtsextremistischen Szene würden auch Akteure, die regelmäßig den Staat delegitimieren, das Gedenken in Dresden für eigene öffentlichkeitswirksame Aktivitäten instrumentalisieren. Es ist laut Martin "nicht ausgeschlossen, dass sie sich auch an rechtsextremistischen Veranstaltungen beteiligen werden".
10:32 Uhr | Dynamo bei der Menschenkette
Die Fußballmannschaft von Dynamo Dresden wird sich auch in diesem Jahr wieder in die Menschenkette heute Abend gegen 17:45 Uhr einreihen. Trainer Thomas Stamm: "Es ist wichtig, dass man das mitnimmt, weil man Teil der Stadt ist. Ich fand die 15 Minuten letztes Jahr sehr bewegend." Die Spieler haben Samstagabend ihren Auftritt - im Heimspiel gegen den SV Elversberg.
10:08 Uhr | Innenstadt wird abgesichert
Die Altstadt ist heute Hauptort für Gedenkverstaltungen, aber auch mehrere Demos. Die Polizeidirektion Dresden ist mit einem Großaufgebot im Dienst. Unterstützung bekommen die Beamten von der Bundespolizei, der sächsischen Bereitschaftspolizei und der Polizei aus Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Hamburg und Schleswig-Holstein.
Polizeipräsident Lutz Rodig dazu: "Tagsüber bilden der Neumarkt sowie der Dr.-Külz-Ring mit mehreren Versammlungen des rechten Spektrums den Einsatzschwerpunkt. Am Abend verlagert sich der Fokus auf das Versammlungsgeschehen auf dem Altmarkt." Die Polizei wolle sicherstellen, dass jeder problemlos zu einer Versammlung oder Veranstaltung gelangt".
Absperrgitter, sogenannte Hamburger Gitter, standen am Freitagmorgen auf dem Neumarkt vor der Frauenkirche bereit zum Aufbau. Wegen der vielen Versammlungen rund um den Jahrestag der Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg wird das Stadtzentrum am Freitag und Sonnabend eine Sicherheitszone.Bildrechte: picture alliance/dpa/Sebastian Kahnert09:46 Uhr | Klepsch: Gedenken ist Auftrag für Zukunft
Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU blickt beim Gedenken nicht nur auf die Vergangenheit. Sie empfindet das Gedenken an die Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg als Auftrag an künftige Generationen. Mit der Menschenkette und den vielen Gedenkveranstaltungen werde ein starkes Symbol für Demokratie, Frieden und gesellschaftliches Miteinander gesendet.
Der 13. Februar ist ein wichtiger Anlass, der Opfer des Krieges und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft zu gedenken und zugleich den Blick auf die Verantwortung für Gegenwart und Zukunft zu richten.
09:21 Uhr | Das denken junge Leute übers Erinnern in der Stadt
Viele junge Leute fühlen sich von den Formen des Gedenkens in Dresden nicht angesprochen. Sie wünschen sich mehr Mitmachmöglichkeiten und digitale Formen.
Interaktive Elemente, Zeitzeugengespräche, Rollenspiele, etwas, was Eindruck hinterlässt.
09:00 Uhr | Gedenkfeiern in Dresden beginnen
In diesen Minuten hat das Stille Gedenken auf dem Nordfriedhof für die Opfer des Zweiten Weltkriegs und der Zerstörung der Stadt Dresden begonnen. Im Tagesverlauf folgen viele dezentrale Gedenkrunden, offizielle Feiern und Aktionen. Eine Übersicht der Stadt über alle angemeldeten Versammlungen finden Sie bei unter diesem Link.
Gedenkveranstaltungen am Freitag, den 13. Februar (zum Aufklappen)
- 9 Uhr: Stilles Gedenken auf dem Nordfriedhof
- 9 Uhr: Gedenkfeier auf dem Dresdner Altmarkt
- ganztags diverse Mahnwachen auf Dr.-Külz-Ring, Neumarkt, Altmarkt, laut Polizei Dresden aus "dem rechten Spektrum"
- 13 Uhr: Gedenken auf dem Dresdner Heidefriedhof, Treffpunkt "Tränenmeer"
- 16 bis 22 Uhr: Stilles Gedenken vor der Frauenkirche, Neumarkt
- 17 Uhr: gemeinsames Bürgersingen vor dem Kulturpalast
- 16 Uhr: Kranzniederlegung auf dem Urnenhain Tolkewitz, Wehlener Str. 15
- 16:30 Uhr: Zubringerdemos für "Kein Platz für Nazis", Treffs Uni/Fritz-Förster-Platz, Alaunpark,
- 17 - 21 Uhr: "Tu was gegen Rechts! Demokratie stärken", Dr.-Külz-Ring
- 18 Uhr: Zusammenschluss der Menschenkette vom Theaterplatz aus über die Brühlsche Terrasse, entlang der Synagoge, der Frauenkirche, des Neuen Rathauses, um den Altmarkt und über den Postplatz zurück zum Theaterplatz
- 18 Uhr: Glockenläuten der Dresdner Kirchen
- 18:10 Uhr: Friedenswort & Orgelklang in der Frauenkirche mit Versöhnungsgebet aus Coventry
- 18:15 Uhr: Start des Dresdner Gedenkwegs – unterwegs zur Versöhnung durch die Altstadt
- 18:15 Uhr Demo "Dresden kein Ort für Nazis", Altmarkt
- 20:30 Uhr: Ökumenischer Friedensgottesdienst, Kreuzkirche
- 21:45 Uhr: zweites gemeinsmes Läuten der Dresdner Kirchenglocken
- 22 Uhr: Nacht der Stimmen: Gedenken und Musik in der Frauenkirche
08:30 Uhr | Mythos Dresden - Streit um die Erinnerungskultur
Bis heute wirft die Bombennacht lange Schatten, die Erinnerung daran ist umkämpft. Auch in diesen Tagen wird wieder über die Erinnerungskultur gestritten. Das Bündnis "Dresden Wi(e)dersetzen" verlangt von der Stadt ein Umdenken, um Neonazis keine Anknüpfungspunkte zu bieten.
Die Stadt widerspricht, sie habe in jüngster Zeit ihre Haltung zum Erinnern bereits "neu aufgesetzt" und nehme eine vielfältigere Perspektive auf Opfer und Täter in Dresden am Ende des Zweiten Weltkriegs ein.
08:00 Uhr | Umleitungen, gesperrte Straßen und Parkplätze
Die Polizei Dresden weist auf Verkehrseinschränkungen und gesperrte Parkplätze ab Freitag hin. Auch im Bahnverkehr gibt es erhebliche Einschränkungen.
Gesperrte Straßen und Parkplätze (zum Ausklappen):
- Die Stadt rechnet am Freitag ab den frühen Abendstunden mit vielen Einschränkungen, speziell zwischen 17 und etwa 23 Uhr in der Altstadt. Die Einschränkungen gelten für Autofahrer, Busse und Straßenbahnen.
- Ab 18 Uhr wird die Wilsdruffer Straße gesperrt, sobald sich die Menschenkette schließt.
- Je nach Versammlungsgeschehen sind weitere Sperrungen möglich.
- Gegen 19 Uhr starten zwei Demos vom Fritz-Foerster-Platz und von der Löbtauer Straße in Richtung Innenstadt. Es wird kurzfristige Straßensperren geben.
- Am Sonnabend und Sonntag ist mit Verkehrseinschränkungen rings um den Bahnhof Dresden-Mitte zu rechnen.
- Weil der Hauptbahnhof wegen Gleisbauarbeiten vom 14. bis 16. Februar gesperrt ist, wird die Anreise der Rechtsextremisten am Vormittag über den Bahnhof Mitte erwartet.
- Gegenprotest wird sich in den umliegenden Straßen zusammenfinden, daher ist in der Innenstadt mit Verkehrseinschränkungen zu rechnen.
- Am Freitag und Sonnabend sind die Parkplätze Schießgasse, Pirnaischer Platz, Terrassenufer und Reitbahnstraße gesperrt.
Allen Verkehrsteilnehmern wird dringend empfohlen, das Stadtzentrum während dieser Zeit weiträumig zu umfahren.
07:45 Uhr | Allgemeinverfügung der Stadt
Aus Sicherheitsgründen hat die Stadt Dresden eine Allgemeinverfügung erlassen. Sie gilt ab Freitag 10 Uhr bis Samstag 23 Uhr für die Altstadt, weite Teile der Neustadt, mehrere Bahnhöfe, Straßen im Stadtteil Altplauen und am Ostra-Ufer. Die Vorgaben finden Sie zum Nachlesen hier. Das sind die wesentlichen Eckpunkte:
- Alles, was als Wurfgeschoss genutzt werden kann, darf nicht mitgeführt werden (Gläser, Flaschen, Krüge, Eier, Farbbeutel, Nägel, Schrauben, Scheren, Steine).
- Verboten sind Fackeln, Waffen, Messer, Pfeffersprays und Tierabwehrsprays, Baseballschläger, sämtliche Formen von Pyrotechnik und Böllern.
- Untersagt ist auch das Tragen von Uniformen, Vermummungen, einheitlich schwarze Kleidung, schwarze Bomberjacken und Springerstiefel, Tragen von Arbeits- und Protektorenhandschuhen.
- Das geschlossene Marschieren in Formation, besonders im Gleichschritt, ist untersagt, ebenfalls Marschtakte vorgeben auf Trommeln.
07:30 Uhr | Demo-Wochenende in Dresden
Für den 13. Februar sind laut Stadtverwaltung bislang ein Dutzend Versammlungen und Aufzüge in Dresden angezeigt worden. Für den 14. Februar sind es bislang acht Versammlungen und Aufzüge. Die Stadtverwaltung rechnet mit weiteren spontanen Versammlungen, die an den beiden Tagen noch angemeldet werden.
Dem Aufruf der TU Dresden und der Stadtverwaltung waren 2025 Tausende Menschen gefolgt und hatten sich bei zu einer Menschenkette rings um die wiederaufgebaute Altstadt an den Händen gehalten. (Archivfoto)Bildrechte: MDR/Katalin Valeš07:00 Uhr | Dresden und das Gedenken am 13. Februar
Aus Anlass der Bombardierung Dresdens im Februar 1945 erinnert Dresden jedes Jahr an die Opfer von Nationalsozialismus und Krieg, Hass und Zerstörung. Laut Stadt richtet sich das Gedenken inzwischen nicht nur "gegen jegliche politische Instrumentalisierung des Gedenkens". Ein Schwerpunkt ist seit 2010 die Menschenkette, die sich stets ab 18 Uhr zusammenschließt.
Seit Ende der 1990er-Jahre melden Neonazis und rechtsextreme Organisationen sogenannte Trauermärsche in Dresden an und versuchen, mit zu hohen Opferzahlen des Gedenken zu instrumentalisieren. Den Abschlussbericht der Historikerkommission zu den Luftangriffen auf Dresden im Februar 1945 lesen Sie hier.
06:00 Uhr | Rückblick auf 80. Gedenktag der Stadtzerstörung
So erinnerte sich Dresden im vorigen Jahr an den 13. Februar 1945. Den Tag können Sie hier nochmals mitverfolgen oder in der Bildergalerie:
MDR/dpa/epd
Weiterführende Links
- 27. Januar 2026Gedenkstätten in Sachsen: Wo heute an die Opfer des NS erinnert wirdmit Video
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