• In Dessau ist die Ausstellung "Soda | Linsen | Fluff" zu sehen – sie ist Teil des Bauhaus-Jubiliäums in diesem Jahr.
  • Im Zentrum der Schau steht die Produktion von Baustoffen, zum Beispiel in Sachsen-Anhalt.
  • Der Titel der Ausstellung spielt auch auf ein skuriles Kapitel der DDR-Wirtschaftsgeschichte an.

In Dessau ist die Ausstellung "Soda | Linsen | Fluff" eröffnet worden. Wie die Stiftung Bauhaus Dessau mitteilt, zeigt die Schau Arbeiten der Künstlerin Antje Schiffers und ihres Partners Thomas Sprenger. Beide haben sich in ihren Werken mit der Herkunft und Produktion von Baumaterialien der Moderne beschäftigt. 

Ausstellung ist Teil des Bauhaus-Jubiläums in Dessau

Die Ausstellung findet im Rahmen des 100-jährigen Bauhaus-Jubiläums statt, das in diesem Jahr in Dessau gefeiert wird. Es steht unter dem Motto "An die Substanz". Die Direktorin der Stiftung, Barbara Steiner, sagte MDR KULTUR, es gehe in diesem Zusammenhang um die materielle Welt, die uns umgebe: "Antje Schiffers und Thomas Sprenger machen sich auf den Weg, um zu erkunden, wie sich die Orte, die Landschaften, die Menschen verändert haben."

Großformatige Bilder zeigen ein Zementwerk in Karsdorf und eine Kieslagerstätte unweit des Werks.Bildrechte: Yvonne Tenschert

Teile der Ausstellung sind bereits in der Raumbühne des Bauhaus Museums in Dessau zu sehen. Dort empfangen das Publikum zwei Wandzeichnungen in Schwarz-Weiß. Künstlerin Antje Schiffers hat sie mit Acrylfarbe auf überdimensionale Paneele aufgebracht: Eine Zeichnung illustriert das Zementwerk in Karsdorf im Burgenlandkreis nahe der Unstrut, die andere die Kieslagerstätte in Zettweil – rund zehn Kilometer Luftlinie vom Werk entfernt.

Antje Schiffers und Thomas Sprenger erkunden, wie sich Orte, Landschaften und Menschen verändert haben.

Barbara Steiner, Direktorin der Stiftung Bauhaus Dessau

Die Ausstellung erzählt noch weitere Geschichten über die Arbeit in Sachsen-Anhalt. Es geht um die reichen Vorkommen an Quarz, Sand und Kalk sowie um die Soda-Produktion in Staßfurt und Bernburg – zentral für Deutschland. Schiffers und Sprenger haben sich auch in eins der großen Flachglas-Werke der Gegend begeben. Davon zeugen mitgebrachte Glasschlacken in den Regalen.

Auch in der Ausstellung im Bauhaus Museum zu sehen: ein Stück Glasschmelze.Bildrechte: Yvonne Tenschert

Schau überrascht mit skurilem Kapitel der DDR

Beleuchtet wird auch die Geschichte des VEB Zement-Anlagenbaus Dessau, der in den 1980er-Jahren ganze Zementwerke nach Kuba, in den Iran und nach Äthiopien lieferte. Dort bezahlte man eine Zementfabrik auch mit Linsen.

Dazu sagte Antje Schiffers MDR KULTUR: "Die DDR wäre schon lieber mit Dollars bezahlt worden, Äthiopien wollte aber lieber mit Landesprodukten bezahlen." Es sei tatsächlich mit Linsen bezahlt worden, aber auch mit Baumwolle, Kaffee und Sojabohnen. Der Titel der Ausstellung spielt auf diese Begebenheit an, während "Fluff" für fluffige Füll-Materialien aus Polyester und Zellstoff steht.

Dieses in Dessau ausgestellte Bild von Antje Schiffers zeigt ein Zementwerk.Bildrechte: Yvonne Tenschert

Antje Schiffers und Thomas Sprenger untersuchen in ihrer Kunstausstellung vielfältig, wie Arbeit, Landschaft und Ökonomie miteinander verwoben sind. Das ist passend für Dessau und das Bauhaus, urteilt MDR KULTUR-Kritikerin Ulrike Thielmann, da man hier Gestaltung immer als gesellschaftliches Projekt begriffen hat.

Mehr zur Ausstellung:

"Soda | Linsen | Fluff. Antje Schiffers"
13. Februar 2026 - 12. Juli 2026

Adresse:
Bauhaus Museum Dessau
Mies-van-der-Rohe-Platz 1, 06844 Dessau-Roßlau

Öffnungszeiten:
November bis Februar: Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr
März bis Oktober: 10 bis 18 Uhr

Eintritt:
10 Euro, ermäßigt 6 Euro

Quelle: MDR KULTUR (Ulrike Thielmann), Stiftung Bauhaus Dessau
Redaktionelle Bearbeitung: td, vp

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