• Die Ausstellung "Viva Frida Kahlo" zeigt durch digitale Installationen die Kunst der Malerin Frida Kahlo.
  • Neu für die Ausstellung im Kunstkraftwerk ist, dass die Gemälde aus der Perspektive der Künstlerin erklärt werden.
  • Die reine Malerei Kahlos kann dabei dabei zu kurz kommen, findet der Leipziger Hochschuldozent Benjamin Meyer-Kramer.

Bevor es bunt wird, erfahren die Besucherinnen und Besucher erst einmal etwas über die Biografie von Frida Kahlo. Auf dem Weg zum großen Hauptraum im Leipziger Kunstkraftwerk erzählt ein Lebenslauf vom bewegten Schicksal Frida Kahlos.

Die Hauptperson der digitalen Lichtshow "Viva Frida Kahlo" kann man hier erstmal ganz klassisch kennenlernen, vom pausbäckigen Mädchen mit riesiger Haarschleife, wie ein historisches Foto sie zeigt, bis zu ihrem frühen Tod mit 47 Jahren. Paolo Löffler, Leiter des Kunstkraftwerks, findet das wichtig für das Verständnis ihrer Kunst: Viel würde aus ihrer Lebensgeschichte herrühren, "die sehr speziell und teilweise auch tragisch war".

Die mexikanische Malerin Frida Kahlo wurde 1907 in Mexiko-City geboren und starb mit nur 47 Jahren 1954.Bildrechte: IMAGO/Cinema Publishers Collection

Damit meint Löffler vor allem ein im Wortsinn einschneidendes Erlebnis: Als Schülerin erleidet Kahlo bei einem Unfall schwerste Verletzungen, die sie ihr ganzes Leben lang begleiten und zum wiederkehrenden Motiv auf ihren Gemälden werden. In diese Werke soll man durch die digitale Show mit Haut und Haaren eintauchen können.

Frida Kahlo ist vor allem für ihre Selbstporträts berühmt.Bildrechte: Kunstkraftwerk Leipzig

Frida Kahlo erzählt in Leipziger Ausstellung selbst

Die Hauptschau dauere 45 Minuten, erklärt Löffler, während er in der geräumigen Halle steht. Im Rhythmus mexikanischer Musik werden Gemälde von Frida Kahlo an die Wände projiziert, gemischt, fragmentiert oder vervielfacht. So begegnet uns ihr eindringlicher Blick gleich von mehreren Seiten der Halle.

Gleich mehrfach bekommen Besucherinnen und Besucher Frida Kahlos berühmte Selbstporträts in einem Ausstellungsraum zu sehen.Bildrechte: Kunstkraftwerk Leipzig

Eine Stimme aus dem Off erzählt dabei aus der Perspektive der Künstlerin, was auf den Gemälden zu sehen ist. Das sei etwas Neues, erläutert Löffler. Das habe es vorher bei den Shows" Claude Monet – Master of Colors and Lights" und "Gustav Klimt - Gold Experience" nicht gegeben. So lerne man wirklich die Geschichte der Künstlerin.

Show erweckt Frida Kahlos Bilder mit KI zum Leben

Die Show "Viva Frida Kahlo" lief schon in anderen Städten Deutschlands und kommt nun als Lizenzausgabe nach Leipzig. Im Kunstkraftwerk wird sie durch weitere Räume mit eigenen Animationen ergänzt. So gibt es einen Raum, der dem mexikanischen Totenfest Día de los Muertos gewidmet ist.

Das mexikanische Totenfest Día de los Muertos hat diesen Ausstellungsraum inspiriert.Bildrechte: Kunstkraftwerk Leipzig

In einem anderen fangen die Figuren auf den Bildern Frida Kahlos an, miteinander zu tanzen. Bei einer KI-generierten Modenschau läuft die Künstlerin in ihren bunten Gewändern über den Catwalk. Braucht Kahlos Kunst eine solche Show? Ja, meint Paolo Löffler, genau das mache das Kunstkraftwerk aus. "Wir nennen uns Digital Art Center und unser Ansatz ist, wie man mit diesen neuen Technologien andere Erlebnisse schafft."

Es ist spielerischer und emotionaler als ein Museumsbesuch.

Paolo Löffler, Kunstkraftwerk Leipzig

Das Kunstkraftwerk ermögliche so einen einfachen Zugang zu Kunst, meint er. "Man muss nicht ins Museum gehen und sich alles anschauen. Sondern es ist ein bisschen spielerischer, emotionaler, für mehr Leute. Um auch ein bisschen Spaß daran haben, während man was lernt."

Frida Kahlo ist längst in der Popkultur angekommen – das zeigt auch der riesige Markt der weltweiten Merch-Artikel.Bildrechte: IMAGO/USA TODAY Network

Malerei von Kahlo – kommt sie im Kunstkraftwerk zu kurz?

Dass ein Museum kein langweiliger Hort der Hochkultur sein muss, sondern für jeden und jede ein echtes Kunsterlebnis bereithalten kann, davon ist hingegen Benjamin Meyer-Kramer überzeugt. Er lehrt im Studiengang "Kulturen des Kuratorischen" an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig (HGB).

Er wünscht sich von Kunstvermittlung, dass sie Menschen dazu ermutigt, sich aktiv mit Kunst auseinanderzusetzen. "Dafür ist es, glaube ich, hilfreicher, Menschen einzuladen, sich vor Gemälde zu stellen und sich die anzuschauen."

Frida-Kahlo-Gemälde sind auch als Gemälde sehr spektakulär.

Benjamin Meyer-Kramer, Dozent an der HGB Leipzig

Man benötige weder Hintergrundwissen noch Erfahrung bei der Interpretation von Bildern, so Meyer-Kramer. Frida-Kahlo-Gemälde seien auch als Gemälde sehr spektakulär. "Vor einer Leinwand zu stehen, wo man sieht, wie die Farbe aufgetragen wurde und die Materialität zu sehen, ist, was Malerei ausmacht."

Genau dieses Erlebnis geht bei einer virtuellen möglicherweise Show verloren, meint Meyer-Kramer. Aber: Man muss sich ja nicht entscheiden. Nach einem fulminanten Nachmittag mit Licht, Farben und Musik im Kunstkraftwerk steht das Museum der bildenden Künste in Leipzig – mit freiem Eintritt für die Dauerausstellung – jedem und jeder offen.

Frida Kahlo gilt bis heute als wichtigste Malerin Mexikos. Hier zu sehen mit ihrem Ehemann Diego Rivera.Bildrechte: IMAGO/Newscom / Servicio Universal Noticias

Mehr zur Ausstellung

Ausstellung "Viva Frida Kahlo" im Kunstkraftwerk Leipzig
14. Februar bis Oktober 2026

Ausstellungsdauer:
90 bis 120 Minuten

Adresse:
Kunstkraftwerk Leipzig
Saalfelder Straße 8b
04179 Leipzig

Öffnungszeiten:
Donnerstag, Sonntag und Feiertage: 10 bis 20 Uhr
Freitag und Samstag: 10 bis 21 Uhr

Eintritt:
Do - Fr: 18 Euro, Wochenende: 20 Euro, ermäßigt: 14/16 Euro

Redaktionelle Bearbeitung: gw, vp

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