Inhalt des Artikels:

  • 1. Internet
  • 2. GPS
  • 3. Mikrowelle
  • 4. Halbleiter
  • 5. Drohnen
  • 6. Luftfahrt
  • 7. Sonnenbrille
  • 8. Reißverschluss
  • 9. Prothesen und Exoskelett
  • 10. Konservendose
  • 11. Teebeutel
  • 12. Armbanduhr

  • "Sputnik-Schock" entfesselt Innovationsdrang.
  • USA gründen Agentur für militärischen Fortschritt.
  • Zwölf durch Krieg und Konflikte begünstigte Innovationen.

1958 war ein bemerkenswertes Jahr. Die Sowjetunion schoss einen Satelliten ins All. Mit dem Start von "Sputnik 1" demonstrierte das Land seine technische Überlegenheit. Im sogenannten Kalten Krieg lieferten sich damals die Sowjetunion und die USA ein regelrechtes Wettrüsten. Die politischen Auswirkungen der gelungenen Satelliten-Starts sind heute unter dem Begriff "Sputnik-Schock" bekannt.

Denn der Ostblock war mithilfe der Sputnik-Raketen auf einem Mal in der Lage, weit entfernte Ziele auf der Erde anzugreifen. Auch die USA. Und genau das löste in den Vereinigten Staaten eine Innovationswelle aus. Das Land beschleunigte die eigenen Raketenprogramme und gründete die noch heute aktive Raumfahrtbehörde Nasa. Daneben startete es Institutionen und Initiativen, ohne die es zum Beispiel das Internet gar nicht geben würde. Das World-Wide-Web ist damit eines der berühmtesten alltäglichen Beispiele dafür, was es ohne Kriege und Konflikte vermutlich gar nicht gäbe?

USA gründen "Darpa"

Als Reaktion auf den "Sputnik-Schock" gründeten die USA auch die Darpa. Das ist die Abkürzung für Defense Advanced Research Projects Agency. Die Agentur für fortschrittliche Verteidigungsforschung gibt es noch heute. Sie ist eine der weltweit einflussreichsten Forschungs- und Innovationsagenturen und wurde mit dem Ziel gegründet, technologische Durchbrüche zu entwickeln, um die militärische und technologische Überlegenheit der USA zu sichern.

Die amerikanische Agentur arbeitet dabei nicht wie eine Universität oder Forschungseinrichtung, sondern wie ein Projektportfolio mit hohem Risiko und Potenzial. Nach genau diesem Vorbild gibt es in Deutschland die Bundesagentur für Sprunginnovationen, kurz Sprind. Sie wurde allerdings erst 2019 gegründet. Die Bundesregierung erhofft sich von ihr die Förderung besonders mutiger, neuartiger und potenziell bahnbrechender Technologien. Ziel ist es, Deutschland und Europa bei Schlüsseltechnologien international wettbewerbsfähig zu halten.

Die Sprind ist bislang vor allem im nicht-militärischen Bereich aktiv. Für die von ihr forcierte Gründung einer militärischen Sparte, einer Sprind.Mil, gibt es zwar ein Positionspapier, aber noch keinen politischen Willen.

1. Internet

Eine der wohl heute prägendsten Innovationen ist das Internet, das als Arpanet des US-Verteidigungsministeriums in den 1960er-Jahren seinen Anfang nahm.

2. GPS

Die GPS-Satellitennavigation, die heute fast jeder zur Navigation beim Autofahren oder als Tracking-Technologie beim Joggen verwendet, ist eine Erfindung des US-amerikanischen Militärs. Ziel war es, mithilfe der Navigation über Satelliten präzise Waffen lenken zu können und die genaue Position von zum Beispiel Schiffen oder Flugzeugen zu bestimmen.

3. Mikrowelle

Auch die Mikrowellen gehen auf Tüfteleien für das US-Militär zurück und sind eine eher eine zufällige Entdeckung. Ein Ingenieur testete elektrische Röhrensysteme, um Flugzeuge überwachen zu können. Geplant war ein Radarsystem. Beim Test merkte der Erfinder, dass man mit den Wellen auch Essen erwärmen kann.

4. Halbleiter

Kein Handy oder Computer funktioniert ohne Halbleiter. Dabei wurde die Entwicklung der stromführenden Materialien nicht ausschließlich für militärische Zwecke forciert. Jedoch beschleunigte der Bedarf der Militärs nach besseren Systemen für Radar, Kommunikation und Navigation die Forschung sehr und führte dazu, dass Halbleiter weder aus unserem Alltag noch aus dem Alltag von Armeen wegzudenken sind.

5. Drohnen

Militärische Zwecke trieben auch die Entwicklung von Drohnen immer wieder voran. Erst als fliegendes Ziel zum Trainieren von Soldaten, dann zur Aufklärung fremder Gebiete und heute als autonome Systeme, die Gefahren erkennen oder auch Angriffe ausführen können.

6. Luftfahrt

Die Luftfahrt wie wir sie heute kennen, würde es ohne den Ersten Weltkrieg nicht geben. Damals wurden die ersten größeren Flugzeuge entwickelt.

7. Sonnenbrille

Viele Neuerungen gehen auf die Weiterentwicklung der Luftfahrt zurück. Durch die Anforderungen beim Fliegen kam es unter anderem zur Erfindung der Sonnenbrille.

8. Reißverschluss

Jacken wurden lange Zeit mithilfe von Ösen und Haken verschlossen. Beim Fliegen mussten aber Kleidungsstücke komplett geschlossen werden. So kam es durch Zufall zur Erfindung des Reißverschlusses.

9. Prothesen und Exoskelett

Kriege beflügelten auch die Entwicklung von Prothesen. Und ein Blick ins Heute: Das Exoskelett, also ein hydraulischer Roboter-Anzug, der die Bewegungen seiner Träger übernimmt und verstärkt. 2014 wurde in Frankreich ein Modell vorgestellt, das sowohl für das Militär als auch für die Zivilgesellschaft gedacht ist. Zum einen zur Verstärkung der Körperkraft von Soldaten und zum anderen für medizinischen Zwecke.

10. Konservendose

Die Konservendose geht auf die Kriege von Napoleon zurück. Damals mussten Soldaten weite Strecken zurücklegen und dabei verpflegt werden. Die Nahrung sollte auf dem Weg zu den Einheiten nicht verderben.

11. Teebeutel

Auch ihren Tee mussten Soldaten transportieren können. Dosen waren jedoch dazu irgendwann zu unhandlich. Ein Amerikaner packte darum die Teeblätter in Seide und die Soldaten brühten ihn damit gleich auf. Im Zweiten Weltkrieg entwickelte sich daraus der Teebeutel.

12. Armbanduhr

Im 17. und 18. Jahrhundert trugen vor allem Männer, die es sich leisten konnten, eine Taschenuhr. Im Krieg war jedoch der einfache und schnelle Blick auf eine Uhr wichtig. Darum hat sich die Armbanduhr entwickelt, die einfach zweckmäßiger war.

Der Direktor des Heeresgeschichtlichen Museums Wien, Georg Hoffmann, möchte nicht, dass Kriege aufgrund der Innovationen zu positiv gesehen werden. Die Innovation komme nicht aus dem Krieg an sich, sondern aus der Notsituation heraus, die durch den Krieg verursacht werde, sagte er jüngst in einem ORF-Podcast. Daher gebe es auch das Sprichwort "Not macht erfinderisch". Erfindungen seien laut Hoffmann nichts anderes als Lösungen aus einer Not heraus. So führe Krieg durch Zufall zu Neuerungen, aber auch als Reaktion auf Situationen, die Todesängste verursachten.

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke