Vergleich: Leipziger Hauptbahnof mit den meisten Gewaltdelikten bundesweit
- Die Zahl der Gewaltdelikte sind am Leipziger Hauptbahnhof deutlich gestiegen.
- Ins Visier der Polizei geraten dabei häufiger drei Tätergruppen.
- Reisende zeigen sich erstaunt über die Statistik und haben einen anderen Eindruck.
Am Leipziger Hauptbahnhof ist die Zahl der Gewaltdelikte im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. An keiner anderen Station gab es 2025 mehr Gewaltdelikte, heißt es in einem Bericht der "Bild am Sonntag". Demnach registrierte die Bundespolizei im vergangenen Jahr in Leipzig rund 860 Gewaltdelikte. Im vergangenen Jahr seien es rund 600 gewesen. Hinter dem Leipziger Hauptbahnhof folgen mit Abstand die Hauptbahnhöfe von Dortmund (735 Delikte) und Berlin (654 Delikte).
Drei Tätergruppen fallen häufiger ins Visier
Während der Bahnhof in dieser Auswertung 2025 den unrühmlichen Spitzenplatz einnimmt, war er im Jahr 2024 nicht unter den fünf Bahnhöfen mit den meisten Gewaltdelikten.
Der Polizei zufolge treten drei Gruppen dabei besonders auf. Demnach fallen Obdachlose auf, die stehlen und gewaltbereit sind. Zudem gebe es viele Fälle von Personen, die mit Drogen handelten. Schließlich würden auch randalierende Fußballsfans ins Gewicht fallen. Was sich konkret hinter den Gewaltdelikten verbirgt, dazu wollten sich weder Bundespolizei noch Deutsche Bahn gegenüber dem MDR äußern.
Reisende erstaunt über Polizeistatistik
Die Reisenden am Leipziger Hauptbahnhof haben anscheinend einen ganz anderen Eindruck, als die Polizeistatistik erwarten lässt. Das ergaben stichprobenartige Interviews. Dem MDR gegenüber waren demnach einige Passanten erstaunt, dass es so viele Gewaltdelikte gibt.
Kann ich mir nicht so wirklich vorstellen, weil ich hier auch häufig unterwegs bin. Ich konnte hier auch keine Gewaltdelikte und ähnliches sehen. Ich denke, da gibt es viel schlimmere Bahnhöfe.
Manche erklärten, dass sie sich dort sehr sicher fühlten. Ein Passant sagte: "Kann ich mir nicht so wirklich vorstellen, weil ich hier auch häufig unterwegs bin. Ich konnte hier auch keine Gewaltdelikte und ähnliches sehen. Ich denke, da gibt es viel schlimmere Bahnhöfe."
Sicherheitsgipfel: Kameraüberwachung massiv ausbauen
Aus der Statistik der Bundespolizei geht auch hervor, dass ihre eigenen Beamten deutschlandweit fast 5.700 Mal das Ziel von Gewalttaten in Zügen und Bahnhöfen waren. 2024 waren es rund 5.500 Angriffe.
Bei einem Sicherheitsgipfel in dieser Woche hatten Vertreter von Bund, Deutscher Bahn, Polizei und Gewerkschaften beschlossen, die Kameraüberwachung an Bahnhöfen massiv auszubauen.
MDR (stt/dkö/phb)/dpa
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