• Mehr Videoüberwachung zur Identifizierung von Straftaten findet sehr große Unterstützung.
  • Pyrotechnik im Stadion wird zwar mehrheitlich abgelehnt, aber einige Befragte sind offen für Pilotprojekte.
  • Befragte, die ins Stadion gehen, fühlen sich überwiegend sicher und sind häufiger kritisch.

In der Diskussion um die Sicherheit rund ums Stadion möchte die Mehrheit, dass Fußballvereine sich grundsätzlich an den Polizeikosten beteiligen. Das geben drei Viertel aller Befragten im aktuellen MDRfragt-Stimmungsbild an.

Damit geht die vorherrschende Haltung in der MDRfragt-Gemeinschaft über ein aktuelles Urteil des Bundesverfassungsgerichtes hinaus: Im Januar 2025 hatte dieses nach jahrelangem Streit entschieden, dass Fußballvereine bei sogenannten Hochrisikospielen an den Polizeikosten beteiligt werden können.

Doch zwischen Befragten verschiedener Altersgruppen gibt es teilweise gravierende Unterschiede. Besonders in der Altersgruppe der 16‑ bis 29‑Jährigen wird eine generelle Kostenbeteiligung kritisch gesehen. Insgesamt zeigen die zahlreichen Kommentare der Befragten, dass es viele Argumentationen für und gegen eine weitere Beteiligung von Vereinen an den Polizeikosten gibt.

Hinweis: Wenn Sie unter "Haltung" Zitate einer bestimmten Kategorie auswählen (pro oder contra) und es werden keine Zitate angezeigt, bitte einfach in der Navigation bei den Zitaten auf den ganz linken Pfeil "|< drücken. Dann werden die Zitate aus der ausgewählten Kategorie angezeigt.

Ausweitung der Videoüberwachung erhält hohen Rückhalt

Um die Sicherheit in Stadien zu erhöhen, befasste sich im Dezember die Innenministerkonferenz mit möglichen Maßnahmen. Darunter auch die Einführung personalisierter Tickets und der Einsatz von KI-basierter Gesichtsüberwachung. Es folgte massive Kritik durch Fans und Datenschützer, sodass diese Maßnahmen derzeit nicht weiterverfolgt werden.

Doch besonders die Ausweitung der Videoüberwachung erhält in der MDRfragt-Gemeinschaft starken Rückhalt: Drei Viertel (74 Prozent) der Befragten befürworten sie.

Etwa jede vierte Person (24 Prozent) spricht sich dagegen aus – darunter vor allem junge Menschen, die in dieser Hinsicht sehr kritisch sind. Unter den 16- bis 29-Jährigen lehnen zwei Drittel (68 Prozent) die Ausweitung der Videoüberwachung ab. Es ist die einzige Altersgruppe, in der die Ablehnung überwiegt. Ein häufig genannter Grund: Bedenken bei den Themen Datenschutz und Persönlichkeitsrechte.

Streitpunkt Pyrotechnik: Zwei Drittel plädieren für grundsätzliches Verbot

Auch zum jahrelangen Streitthema Pyrotechnik hat die MDRfragt-Gemeinschaft eine eindeutige Haltung. Demnach würde sie in Zukunft komplett aus den Stadien verschwinden. Denn zwei Drittel (68 Prozent) aller Befragten lehnen den Einsatz von Pyrotechnik grundsätzlich ab.

Lediglich in der Altersgruppe 16 bis 29 Jahre überwiegt eine positive Grundhaltung gegenüber der Pyrotechnik in Stadien (72 Prozent). Insgesamt ist zu beobachten: Mit steigendem Alter steigt auch die Ablehnung gegenüber Pyrotechnik.

Allerdings: Jede fünfte Person (22 Prozent) gibt im Stimmungsbild auch an, dass sie Pyrotechnik unter Bedingungen für akzeptabel hält. Nämlich dann, wenn sie kontrolliert und betreut gezündet wird. Norwegen hat das beispielsweise im Rahmen eines Pilotprojektes in der vergangenen Saison getestet.

Aus den Kommentaren wird ersichtlich, dass viele Pyrotechnik als Teil der bestehenden Fankultur anerkennen. Allerdings sind die Sorgen vor Verletzungen und Bränden unter den Befragten groß. Erst vor wenigen Tagen hat der 1. FC Magdeburg wegen Pyro-Vergehen seiner Fans vom DFB eine Geldstrafe über 160.000 Euro erhalten.

Hinweis: Wenn Sie unter "Haltung Pyrotechnik" Zitate einer bestimmten Kategorie auswählen und es werden keine Zitate angezeigt, bitte einfach in der Navigation bei den Zitaten auf den ganz linken Pfeil "|< drücken. Dann werden die Zitate aus der ausgewählten Kategorie angezeigt.

Sicherheitsgefühl deckt sich mit Fakten: Befragte finden Stadionbesuch sicher

Befragte, die nach eigenen Angaben selbst ins Stadion gehen, fühlen sich jedoch zu weiten Teilen sicher: 86 Prozent geben das an. Nur jede achte befragte Person fühlt sich im Stadion unsicher.

Diese Haltung deckt sich auch mit der Faktenlage: Der Jahresbericht der "Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze" (ZIS) 2024/25 zeigt, dass sowohl die Zahl der Straftaten als auch die Zahl der Verletzten sank.

In den Kommentaren haben MDRfragt-Mitglieder, die selbst hin und wieder ins Stadion gehen, ihre Erfahrungen beschrieben:

In den Ergebnissen wird deutlich: Die Debatte um die Sicherheit in Stadien wird auch durch Stimmen geprägt, die keinen tatsächlichen Bezug zum Stadionerlebnis haben. Der Vergleich von Befragten, die selber ins Stadion gehen, mit jenen, die nicht ins Stadion gehen, offenbart deutliche Meinungsunterschiede:

Die Stadionbesucher und -besucherinnen in der MDRfragt-Gemeinschaft sind, ähnlich wie junge Menschen, deutlich kritischer, wenn es um restriktivere Maßnahmen rund ums Stadion geht – egal, ob die Kostenbeteiligung der Vereine, die Ausweitung der Videoüberwachung oder der Einsatz von Kollektivstrafen. Unter ihnen ist die Ablehnung stärker verbreitet.

Über diese Befragung

Bei der Befragung „Gewalt im Stadion und Polizeikosten – Wer trägt die Verantwortung?“ vom 06.02.2025 bis zum 09.02.2026 haben 21.070 Menschen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen teilgenommen.

Unser Ziel ist es, die Vielfalt der Argumente sichtbar zu machen. Die Kommentare der Teilnehmenden helfen uns, die Gründe für unterschiedliche Positionen und das gesamte Meinungsspektrum abzubilden.

Wir ziehen keine Stichprobe, sondern laden alle Interessierten ein, ihre Meinung einzubringen. Deshalb sind die Ergebnisse streng genommen nicht repräsentativ. Aber: An den Befragungen beteiligen sich jeweils zehntausende Menschen aus den drei Bundesländern. MDRfragt wird zudem wissenschaftlich begleitet und überprüft. Die Ergebnisse werden nach bewährten Methoden gewichtet – anhand soziodemografischer Merkmale wie Alter, Geschlecht und Bildungsgrad – und so an die tatsächliche Bevölkerungsverteilung in Mitteldeutschland angepasst. Dadurch sind die Ergebnisse aussagekräftig für die Stimmung im Sendegebiet. Durch Rundungen ergeben die Prozentwerte bei einzelnen Fragen nicht immer exakt 100.

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke