• Die Landesregierung prüft gerade eine mögliche Preisanpassung beim Bildungsticket.
  • Elternvertreter warnen vor zusätzlichen Belastungen für Familien.
  • Der Bund der Steuerzahler schlägt eine soziale Staffelung beim Preis des Tickets vor.

Ob für den Schulausflug ins Museum, den Weg vom Ausbildungsbetrieb zur Berufsschule oder den Kinobesuch in die Kreisstadt: Knapp eine Viertelmillion Schülerinnen und Schüler nutzen in Sachsen das Bildungsticket.

Seit es 2021 eingeführt wurde, blieb der Preis stabil: 15 Euro pro Monat, den Rest teilen sich Landkreise und das Land. Der Freistaat schießt rund fünfzig Millionen Euro jährlich dazu.

Bildungsticket könnte teurer werden

Doch die Spielräume im Haushalt werden weniger, schildert der Staatssekretär des Infrastrukturministeriums, Sören Trillenberg: "Das Ticket kostet seit Jahren 15 Euro im Monat, während die Kosten im Nahverkehr stetig steigen. Deshalb müssen wir prüfen, ob eine Anpassung nötig ist."

Eine Entscheidung ist dabei noch nicht getroffen, unterstreicht Trillenberg: "Unser Ziel ist eine Lösung, die finanziell tragfähig ist, und trotzdem den jungen Menschen in unserem Freistaat weiterhin eine verlässliche Mobilität ermöglicht. Genau das prüfen wir jetzt."

Elternrat warnt vor Mehrbelastung

Das Bildungsticket sei ein Erfolgsmodell, stellt der Landeselternrat klar. Vorsitzender Ronald Lindecke schildert, dass bereits bei der Einführung eigentlich mit Ticketpreisen um die 8 Euro geplant war. 15 Euro sei damals die Schmerzgrenze gewesen und seitdem geblieben, betont Lindecke. "Man muss sehen: Kinder kosten Geld. Angesichts der Tatsache, dass alle sagen, wir bräuchten mehr Kinder und die Familien müssten mehr Anreize bekommen. Ich würde es gerne sehen, dass der Preis sich zumindest in der Höhe hält und idealerweise natürlich irgendwann runtergeht."

Dabei verweist Lindecke auf Bildungstickets in Berlin, Hamburg oder Teilen von NRW, wo sie kostenlos für Schüler sind. Auch beim Bund der Steuerzahler will man denn Sinn eines preisgünstigen Bildungstickets nicht in Abrede stellen, allerdings weitet Landesvorsitzender Dirk Mohr den Blick: "Die Maßnahme an sich ist sozialverträglich, aber es ist auf jeden Fall sozial ungerecht, künftigen Generationen einen extremen Schuldenberg zu hinterlassen. Daher bedeutet das für uns, dass eine wahre soziale Gerechtigkeit eigentlich das bedeutet, dass der Staat nur das ausgibt, was er hat."

Bund der Steuerzahler will Ticketpreis sozial staffeln

Gleichzeitig sei es wichtig, die Finanzierungslast durch eigene Sparmaßnahmen nicht auf die Kommunen und Familien abzuwälzen. Mohr findet es wichtig, Bedürftige weiterhin zu schützen und zu unterstützen und bringt deshalb folgenden Vorschlag ins Spiel: "Da sollte eine Sozialstaffelung stattfinden, dass man für alle anderen, die nicht sozial benachteiligt sind, die Preise anpasst." Außerdem: "Was wir auch immer wieder anmahnen, ist Effizienz im System, das heißt, die ganzen Verwaltungs- und Vertriebsstrukturen, die müssen vereinfacht werden."

Diesem Vorschlag kann der Elternratsvorsitzende jedoch nicht viel abgewinnen: "Sobald ich anfange, ein abgestuftes System reinzubringen, bin ich in der Aufgabe, das alles nachzuprüfen, was ein Riesen-Aufwand ist, was wieder Geld kostet und Geld verbrennt. Ich glaube, es macht Sinn, in diesem Land in Bildung zu investieren. Es macht Sinn, auch den Schülerverkehr kostenneutral auf Null zu bringen. Das bevorzugt keinen, das benachteiligt keinen, das stellt alle gleich."

Lindecke weiß jedoch auch: Bei den laufenden Haushaltsverhandlungen müssen Staatsregierung und Landtag viele Interessen unter einem Hut bringen. Er hofft daher einfach, dass in dem gut eingespieltem Bildungsticket nicht herumgewühlt wird.

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