Steigende Mieten: Mietervereine melden hohen Beratungsbedarf
- Neue Mietspiegel führen in vielen Städten zu spürbaren Mieterhöhungen.
- Mietervereine berichten von deutlich steigenden Beratungsanfragen.
- Vor allem hohe Betriebskostenabrechnungen treiben viele Menschen derzeit in die Beratung.
Einen Aufnahmestopp gebe es in Dresden nicht, sagt Florian Bau. Er ist Sprecher des dortigen Mietervereins sowie des sächsischen Landesverbandes. Mehr zu tun hätten er und seine Kollegen aber auf jeden Fall, sagt Bau: "Ganz klar, ja, wir nehmen das auch wahr, das hat ganz verschiedene Ursachen."
Neue Mietspiegel sorgen für steigende Mieten
Es sei nicht so extrem wie in Leipzig, wo vor allem der neue Mietspiegel ab Herbst für steigende Mieten gesorgt hat. In Dresden sei das anders, sagt Bau: "Wir haben den kleinen Vorteil, dass der Mietspiegel bei uns Anfang 2025 neu kam. Das heißt, diese große Welle, wo dann auch viele Vermieterinnen und Vermieter anhand des neuen Mietspiegels versucht haben, die Miete zu erhöhen, die hatten wir Anfang 2025."
Das Problem bestehe trotz der Mietpreisbremsen in Dresden und Leipzig, weil einige Vermieter die Miete über das erlaubte Maß erhöhten – und dadurch der Spiegel insgesamt steige.
Mietervereine spüren Beratungsbedarf
Das sei spürbar für die Menschen in der Stadt und deswegen auch für den Dresdner Mieterverein: "Wir haben jetzt in den letzten drei, vier Jahren 25 Prozent Mitgliederwachstum. Das ist Ausdruck, dass man hier gut berät, klar. Aber das ist eben vor allem Ausdruck für die Ängste und Sorgen der Leute."
Die steigenden Mieten finden sich aber nicht nur in den Ballungszentren. In Sachsen stelle er das flächendeckend fest, sagt Bau. Zuletzt etwa im Vogtland, wo Vermieter einen neuen Mietspiegel genutzt hätten, um sofort die Mieten zu erhöhen.
Die gestiegenen Mieten sind das eine Problem. Ein anderes sorgt beim Mieterverein Magdeburg für erhöhtes Arbeitsaufkommen. Geschäftsführer Zakaria Said: "Wir haben gefühlt seit zwei, drei Monaten das Tageslicht nicht mehr sehen können. Nicht nur, weil die Wolken nicht da sind, sondern weil wir einfach die Büroräume nicht mehr verlassen vor lauter Anfragen, die wir hier erhalten – sei es von Bestandsmitgliedern, sei es von Neumitgliedern, die wir haben."
Betriebskosten treiben viele in die Beratung
Laut Said haben vor allem die gestiegenen Betriebskosten und hohen Nachzahlungen für Zulauf in der Rechtsberatung gesorgt. "Das hängt mit den Betriebskostenabrechnungsfristen zusammen, die dann eben häufig zum Ende des Jahres auslaufen. Und bevor das ausläuft, verschicken die Vermieter die Abrechnungen üblicherweise dann so ab Oktober, November, Dezember." Ganz so extrem wie zur Energiekrise 2023 sei der Beratungsbedarf nicht, so Said. Er sei aber zumindest auf einem ähnlichen Niveau.
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