• Sein Leinwand-Debüt gab der spätere DEFA-Star Jaecki Schwarz noch als Schauspielstudent in Konrad Wolfs Film "Ich war neunzehn".
  • Im Kino und im Fernsehen der DDR war er einer der meist beschäftigten und populärsten Darsteller.
  • Nach 1990 gelang ihm eine zweite Karriere, unter anderem als Kommissar Schmücke im "Polizeiruf 110".

Die Leinwandkarriere war Jaecki Schwarz wohl schon in die Wiege gelegt: Seinen ungewöhnlichen Vornamen erhielt er nach eigenen Angaben zu Ehren von Jackie Coogan, dem Kinderdarsteller aus Charly Chaplins "The Kid". Geboren wurde Schwarz am 26. Februar 1946 in Berlin-Köpenick, wo er mit seiner Mutter und seiner Großmutter aufwuchs. Schon als Jugendlicher stand er auf der Bühne. Für die Aufnahme an der Schauspielschule brauchte er aber mehrere Anläufe.

Von Konrad Wolf für die DEFA entdeckt

1967 endeckte ihn Regisseur Konrad Wolf für die Rolle des Gregor Hecker im Anti-Kriegsfilm "Ich war neunzehn". Darin spielt er einen jungen Leutnant der Roten Armee, der 1945 in das Land seiner Geburt zurückkehrt – und die letzten sinnlosen Verteidigungskämpfe der Deutschen erlebt. Wolfs autobiografischer Film wurde zum Klassiker und Jaecki Schwarz zum DEFA-Star.

In den folgenden Jahrzehnten war er in unzähligen DEFA-Filmen und Fernsehproduktionen zu sehen. Dabei machte er für sich selbst keinen Unterschied zwischen Haupt- und Nebenrollen. Er wollte immer gute Arbeit abliefern. Er habe sich selbst einen "Gebrauchsschauspieler" genannt, erinnert sich sein Kollege Henry Hübchen. Auch am Theater etablierte sich Jaecki Schwarz, zunächst in Magdeburg, später war er 23 Jahre lang Mitglied des Berliner Ensembles.

Überfordert, aber neugierig: Der junge Leutnant Gregor Hecker (rechts) will verstehen, was seine Landsleute in den Krieg getrieben hat. Jaecki Schwarz mit Alexej Ejboshenko.Bildrechte: MDR/rbb/PROGRESS Film-Verleih/Werner Bergmann

Paraderollen mit Manfred Krug und Jutta Hoffmann

Ins Herz des Publikums spielte sich Jaecki Schwarz an der Seite von Manfred Krug in Hermann Zschoches Road-Movie "Weite Straßen – stille Liebe" (1969). Als verträumter Studienabbrecher Herb heuert er beim tatkräftigen LKW-Fahrer Hannes an. Manfred Krug sei im Film, aber auch außerhalb eine Art Mentor für ihn geworden, sagte er später in einem DEFA-Zeitzeugengespräch.

Gestrandet in Krakau im Film "Die Schlüssel": Jutta Hoffmann und Jaecki Schwarz als ungleiches Paar. Bildrechte: DEFA-Stiftung/ Klaus Goldmann

Als persönlich wichtigsten Film neben "Ich war neunzehn" bezeichnete er Egon Günthers improvisiertes Beziehungsdrama "Die Schlüssel", das 1973 ohne Drehbuch in Krakau entstand. Einer von mehreren Filmen, in denen er mit Jutta Hoffmann zu sehen ist. Das freie, unmittelbare Spiel lag ihm ganz besonders.

Doch Jaecki Schwarz war immer und überall einsatzbereit: Ob als philosophierender Radprofi in der romantischen Leipzig-Komödie "Du und ich und Klein-Paris" (1970) oder als windiger Schlagerkomponist in Iris Gusners Alltags-Groteske "Kaskade Rückwärts" (1983) – durch seine direkte, unprätentiöse Art verstand er es, das Publikum für sich einzunehmen. Ein natürlicher Sympathieträger, dem man auch im nächsten Film gerne wieder begegnete.

Von Manfred Krug soll er den Tipp erhalten haben, auch in Märchen zu spielen, um das Publikum von Morgen an sich zu gewöhnen: Jaeckie Schwarz mit Helmut Müller-Lankow in "Die zertanzten Schuhe" (1977)Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Zweite Karriere als Polizeiruf-Kommissar in Halle

Nach 1990 gehörte er zu den Schauspielern, die sich auch im wiedervereinigten Deutschland etablieren konnten. Als Darsteller in diversen Fernsehproduktionen, Filmen wie Serien, blieb er ein bekanntes Gesicht und erspielte sich sogar ein neues Publikum. Viele kennen ihn heute vor allem als Ex-Volkspolizisten Sputnik in der Krimi-Serie "Ein starkes Team" und als einfühlsam-unkonventionellen Kriminalhauptkommissar Schmücke im "Polizeiruf 110".

Die Kommissare Schmücke (Jaecki Schwarz, r.) und Schneider (Wolfgang Winkler) im Halle-Krimi arbeiten viele Jahre zusammen.Bildrechte: MDR

Als Schmücke ermittelte Jaecki Schwarz von 1996 bis 2013 zusammen mit Wolfgang Winkler in Halle. Ironie der Geschichte: Wolfgang Winkler war dereinst auch im Rennen um die Rolle in "Ich war neunzehn". Erst mit Ende 70 zog sich Schwarz aus gesundheitlichen Gründen aus dem Schauspielgeschäft zurück.

Gala würdigt Jaecki Schwarz zum 80. Geburtstag

Zum 80. Geburtstag würdigt der MDR den Unermüdlichen mit einer Fernseh-Gala. "Ein Abend für Jaecki Schwarz" ist ein anekdotenreicher Streifzug durch sein Leben und Schaffen, bei dem neben ihm selbst viele Wegbegleiter zu Wort kommen – darunter Thekla Carola Wied, Henry Hübchen, Marianne Sägebrecht, Wolfgang Kohlhaase, Jutta Hoffmann, Evelyn Opoczynski und Claudia Schmutzler.

Quellen: MDR KULTUR (Lars Meyer, Knut Eltermann), MDR Fernsehen (Ein Abend für Jaecki Schwarz), DEFA-Stiftung (Zeitzeugen-Gespräch: Jaecki Schwarz), redaktionelle Bearbeitung: lm, vp

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