Inhalt des Artikels:

  • Bafög-Satz liegt unter dem Existenzminimum
  • Bedarfssätze und Wohnkostenpauschale anheben
  • Lange Wartezeiten, komplizierter Antrag, fehlende Digitalisierung
  • Auch Bundesländer fordern Bafög-Reform

Das Deutsche Studierendenwerk fordert eine schnelle Bafög-Reform. Der Vorstandsvorsitzender Matthias Anbuhl beschreibt die Lage der Studierenden im Interview mit MDR Aktuell als "extrem angespannt". Die Bafög-Sätze reichen nach seinen Worten nicht zum Leben aus.

Bafög-Satz liegt unter dem Existenzminimum

Als Beispiel nennt er, dass in der Grundsicherung 563 Euro für Essen, Trinken und Heizen bereitgestellt werden – also das von der Bundesregierung definierte Existenzminimum. Bafög-Empfänger bekämen aber nur 475 Euro, also deutlich weniger. 

"Die essen und trinken und heizen aber nicht weniger als andere Menschen und sind auch keine Bürger zweiter Klasse", kritisiert Anbuhl. 

Bedarfssätze und Wohnkostenpauschale anheben

Er fordert, dass die Bedarfssätze wie geplant auf 563 Euro angehoben werden, die Wohnkostenpauschale auf 440 Euro. Die Bundesregierung müsse aber nochmal nachlegen, denn ein WG-Zimmer koste mittlerweile durchschnittlich 505 Euro. Mit dem Bafög-Satz könne man sich also kein normales WG-Zimmer mehr leisten. 

Anbuhl zufolge müssen auch die Einkommensgrenzen für die Eltern erhöht werden, damit wieder mehr Studierende Bafög beziehen könnten. Aktuell bekämen nur noch 12 Prozent der Studierenden Bafög, vor 15 Jahren seien es noch 27 Prozent gewesen.

Lange Wartezeiten, komplizierter Antrag, fehlende Digitalisierung

Der Studierendenwerksvorsitzende kritisiert zudem die langen Wartezeiten beim Bafög. Viele Studierende warteten monatelang auf die Bearbeitung ihres Antrags, unter anderem wegen des Fachkräftemangels in den Bafög-Ämtern, aber auch wegen fehlender Unterlagen.

Kaum ein Bafög-Antrag gehe vollständig ein, weil der Antrag so kompliziert sei, sagt Anbuhl. Eine digitale Antragstellung sei zwar möglich, die Bafög-Ämter müssten aber alle Dateien ausdrucken, lochen, abheften und stempeln. Dadurch gehe "enorm viel Zeit" verloren. Das müsse sich dringend ändern.

Auch Bundesländer fordern Bafög-Reform

Auch die Bundesländer fordern die Bundesregierung zu einer umfassenden Bafög-Reform auf. Der Bundesrat stimmte am Freitag für eine entsprechende Initiative mehrerer Länder. Die Bafög-Reform ist Teil des Koalitionsvertrags.

MDR (akq)

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