• Schufa-Kommunikationschefin spricht von mehr Transparenz und schnelleren Verbesserungen beim Score.
  • Bei 83 Prozent der erfassten Verbraucher ändert sich der Schufa zufolge die Score-Klasse durch das neue System nicht.

Die Auskunftei Schufa führt ein neues Score-System zur Bewertung der Kreditwürdigkeit ein. Verbraucherinnen und Verbraucher sollen künftig besser nachvollziehen können, welche Daten in ihre Bonität einfließen. Dafür müssen sie sich bei dem Portal registrieren.

Schufa-Kommunikationschefin Tanja Panhans sagte MDR AKTUELL, es handle sich um den weltweit ersten vollständig transparenten Score für die Kreditwürdigkeit.
Die Formel dafür sei erheblich vereinfacht und auf zwölf Kriterien reduziert worden. Man lege sie zudem komplett offen.

Bisher wurde der Schufa-Score aus mehr als 250 möglichen Kriterien berechnet. Neben persönlichen Daten wie Namen, Alter und Wohnorten wurden zahlreiche private Finanzdaten erfasst.

Alle zwölf Kriteren des neuen Schufa-Scores

  • Alter der ältesten Kreditkarte – mit dem Alter steigt der Scorewert
  • Alter der aktuellen Adresse – je länger man eine Wohnung oder ein Haus bewohnt, desto höher der Scorewert
  • Anzahl jüngerer Anfragen und Abschlüsse für Girokonten und Kreditkarten – je weniger, desto höher der Scorewert
  • Kredit mit längster Restlaufzeit (über drei Jahre) – je niedriger, desto höher der Scorewert
  • Anfragen im Bereich Telekommunikation/(Online)-Handel in letzten 12 Monaten – je weniger, desto höher der Scorewert
  • Alter des ältesten Bankvertrags – je länger, desto besser der Scorewert
  • Immobilienkredit oder Bürgschaft – wenn vorhanden, steigt der Scorewert
  • Aufgenommene Ratenkredite in den vergangenen 12 Monaten – je weniger, desto höher der Scorewert
  • Kreditstatus – wenn korrekt abgezahlt, desto besser der Scorewert
  • Vorliegen einer Identitätsprüfung – wenn vorhanden, steigt der Scorewert
  • Jüngster Rahmenkredit – je länger er zurückliegt, desto höher der Scorewert
  • Zahlungsstörungen in den letzten drei Jahren – je weniger, desto höher der Scorewert

Mehr Transparenz und schnellere Verbesserungen beim Score

Panhans erklärte, man erkenne nun ganz genau, welche Informationen in die Berechnung des Scores einfließen und mit welcher Gewichtung. Außerdem verbessere sich der neue Schufa-Score schneller bei zuverlässigem Zahlungsverhalten. Davon profitierten vor allem junge Menschen, zu denen zu Beginn kaum Daten existieren.

Als besonders relevante Kriterien nannte sie die Anzahl der Ratenkredite, das Alter der Kreditkarte und mögliche Zahlungsstörungen. Diese zeigten, wie zuverlässig finanzielle Verpflichtungen erfüllt würden.

Liege der Schufa keine Zahlungsstörung vor, erhalte man automatisch 264 von 999 möglichen Punkten. Bevor ein Unternehmen eine Zahlungsstörung melden dürfe, müsse es zweimal gemahnt haben – und die Mahnungen dürften nicht bestritten worden sein. Von den Mahnungen selbst erfahre die Schufa nichts.

Auswirkungen des neuen Scores

Für 83 Prozent der erfassten Verbraucher würde sich die Score-Klasse nicht verändern, erklärte Panhans. Neun Prozent verbesserten sich und bei acht Prozent verschlechtere sich die Einschätzung, zumeist von "hervorragend" zu "gut". Nach eigenen Angaben verfügt die Schufa über Informationen zu 68 Millionen Menschen in Deutschland – zu mehr als 90 Prozent "ausschließlich positive Informationen".

MDR, AFP (mtr)

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