An der Grenze zwischen dem Nationalpark Böhmische Schweiz und dem Landschaftsschutzgebiet Lausitzer Gebirge ist ein Eurasischer Luchs gesichtet worden. Autofahrer entdeckten das Tier nahe der Ortschaft Doubice in Tschechien und konnten es fotografieren. Fachleute sprechen von einem seltenen Nachweis in der Region.

Karolína Šůlová, Sprecherin der Agentur für Natur- und Landschaftsschutz der Tschechischen Republik, sagte: "Der Nachweis des Eurasischen Luchses im Gebiet des Landschaftsschutzgebiets Lausitzer Gebirge ist eine gute Nachricht über den Zustand der natürlichen Umwelt." Nun werde geprüft, ob es sich um ein durchziehendes Tier oder ein neues Revier handelt.

Ein eurasischer Luchs, aufgenommen zwischen dem Nationalpark Böhmische Schweiz und dem Landschaftsschutzgebiet Lausitzer Gebirge. Bildrechte: Lucie Roudná

Auch Luchssichtung in Sachsen

Auch auf sächsischer Seite gibt es gute Nachrichten für das Luchsprojekt: Der lange vermisste Luchs Juno ist wieder nachgewiesen worden. Das teilte das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie mit.

Der Kuder war im März 2024 bei Eibenstock ausgewildert worden und galt seit Herbst desselben Jahres als verschollen. Nun wurde das Tier mittels Fotofalle gesichtet. Den endgültigen Beweis lieferte eine genetische Analyse. Das Tier habe anhand von Urinproben im Schnee nahe der deutsch-tschechischen Grenze eindeutig als Juno identifiziert werden können, so das Landesamt.

Für die Projektverantwortlichen ist das eine "kleine Sensation". Warum der zweijährige Luchs sein ursprüngliches Revier verlassen hat, sei unklar.

Luchse in Bewegung

Auch bei den anderen Tieren gibt es den Angaben zufolge Bewegung: Luchsin Nova sei Anfang 2025 bei Jena nachgewiesen worden und habe Sachsen verlassen. Alva habe im Frühjahr 2025 Nachwuchs bekommen, zwei Jungtiere, die sie gemeinsam mit Kuder Chapo großziehe. Beide Tiere seien weiterhin rund um Eibenstock unterwegs.

Insgesamt wurden seit Frühjahr 2024 sieben Luchse in Sachsen ausgewildert.Bildrechte: Archiv Naturschutz LfULG/Alexander Sommer

Weitere Luchse sind laut Umweltamt ebenfalls auf Wanderschaft: Kuder Charlie hält sich laut GPS-Daten derzeit in Tschechien auf. Luchsin Freya sei kurz nach ihrer Auswilderung Richtung Zwönitz gezogen.

Seit dem Start des Projekts im Frühjahr 2024 wurden dem Landesamt zufolge insgesamt sieben Luchse im Raum Eibenstock ausgewildert. Ein Tier, Luchs Anton, wurde kurz nach der Freilassung bei einem Unfall getötet. Für den Spätsommer dieses Jahres sind zwei weitere Auswilderungen geplant.

MDR (ben)/dpa

Weiterführende Links

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  • 19. Oktober 2025Luchswanderung im Vogtland: Der Wildkatze auf der Spur

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