• Im Hollywood-Film "Der Astronaut" soll Ryan Gosling die Erde retten.
  • Die Leipziger Schauspielerin Sandra Hüller spielt darin eine ostdeutsche Wissenschaftlerin.
  • Das Regie-Duo Phil Lord und Chris Miller ist für seinen Anarcho-Humor bekannt.

Warum eigentlich nicht? Das mag sich Sandra Hüller gedacht haben, als sie das Angebot aus Hollywood bekommen hat, bei "Der Astronaut" dabei zu sein. Es war ihr erstes Angebot aus der Traumfabrik und zum Glück hat sie direkt ja gesagt. Denn nach einer Vorlage von Andy Weird verfilmen Phil Lord und Chris Miller einen Science-Fiction-Klassiker mit Hüller und Ryan Gosling in den Hauptrollen – und alle liefern.

Ryan Gosling rettet die Erde

Dabei ist "Der Astronaut" zu weiten Teilen eine One-Man-Show von Ryan Gosling als Ryland Grace im All, der, weit weg von der Erde, auf einer Mission ist, eben diese zu retten. Und dort, in den Tiefen des Weltraums, trifft er auf außerirdisches Leben.

Ryan Gosling als Ryland Grace – er ist eigentlich kein Astronaut sondern ein Grundschullehrer.Bildrechte: picture alliance/dpa/Sony Pictures | Jonathan Olley

Es ist Rocky, ein spinnenartiges Alien in Steinform. Allein die Interaktion zwischen den beiden ist herrlich: die erste Kontaktaufnahme, die entstehende Freundschaft, das Erlernen der Kommunikation.

Auf der einen Seite ist Ryan Gosling, der wieder einmal spielt wie ein großer, alter Hollywoodstar – von denen es nicht mehr viele gibt. Auf der anderen Seite ist eben Rocky, nicht computergeneriert, sondern von einem Puppenspieler gesteuert. Obwohl die beiden im All sind, abgeschnitten von der Außenwelt, hat das etwas zutiefst Menschliches und Unterhaltendes.

Sandra Hüller spielt ostdeutsche Wissenschaftlerin

Während auf der linearen Handlungsebene das ungleiche Gespann seinen jeweiligen Heimatplaneten retten muss, gibt es elliptische Rückblenden auf die Erde. Und da kommt Sandra Hüller ins Spiel: Als ostdeutsche Wissenschaftlerin Eva Stratt ist sie die Leiterin des Projektes "Hail Mary" bei der europäischen Weltraumorganisation. Sie hat den sanftmütigen Grundschullehrer Ryland Grace überhaupt erst ins All geschickt – mit ihrer trockenen Überzeugungsarbeit und einer stoischen Ruhe.

Sandra Hüller ist in dieser kosmischen Geschichte das menschliche Gravitationszentrum.

Anna Wollner, MDR KULTUR-Filmkritikerin

Für Hüller ist es das erste Mal, dass sie eine Figur spielt, die Einfluss hat, nicht von den Emotionen getrieben wird, sondern auf der rationalen Seite steht, deswegen aber nicht kalt und abweisend ist, sondern ein komplexer Mensch mit Macht und Verantwortungsbewusstsein. Sie spielt das mit ihrem präzisen, fast schon spröden Spiel als Figur zwischen Pflichtgefühl, existenzieller Einsamkeit und Helfersyndrom. Dafür braucht sie keine großen Gesten, aber kleine, genau gesetzte Momente.

Sandra Hüller bei der Premiere des Films "Der Astronaut" am 9. März 2026 in London.Bildrechte: Tristan Fewings/Getty Images für Sony Pictures Entertainment

Sie ist in dieser kosmischen Geschichte das menschliche Gravitationszentrum. Wieder einmal gibt es einen umwerfenden Karaoke-Auftritt, wie schon bei Toni Erdmann, diesmal: Harry Styles' "Sign of the Times".

Regie-Duo ist bekannt für Anarcho-Humor

Die Macher des Films, Phil Lord und Chris Miller, sind bekannt für ihren Anarcho-Humor, haben "The Lego Movie" gemacht, das animierte Spider-Verse oder "22 Jump Street". Auch hier sieht man ihnen wieder die Lust am Übertreiben an. So schön sah das All zuletzt im Bildschirmschoner von Windows 98 aus – und das ist mit den fantastischen Imax-Aufnahmen als großes Kompliment gemeint.

Phil Lord, Ryan Gosling und Chris Miller (vlnr.) bei der Filmpromotion am 11. März 2026 in Paris. Imn Vordergrund ist das steinerne Spinnen-Alien "Rocky".Bildrechte: IMAGO/KCS Presse

"Der Astronaut" ist ein lebensbejahender Science-Fiction-Film, in dem die Welt unterzugehen droht. Ein genauso spektakuläres wie intimes Weltraumdrama mit Humor und einem steinernen Nebendarsteller, der allen die Show stiehlt. Das muss man erst mal schaffen.

Redaktionelle Bearbeitung: op, tis

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