• Kleingärten in Sachsen-Anhalt: Warteliste in der Stadt, Leerstand auf dem Land
  • Schwimmkurse in Thüringen: Wartelisten in Stadt und Land
  • Feuerwehr in Sachsen: Mehr Engagement auf dem Land

Stadt oder Land – oft wird daraus ein Gegensatz gemacht: Wolkenkratzer gegen Waldluft, Hektik gegen Idylle, Wartelisten hier, Nachwuchssorgen dort. Auf dem Land scheint der Freiraum größer, in den Metropolen dagegen ballt sich das Leben – und mit ihm die Konkurrenz um Plätze.

Doch so eindeutig ist das Bild nicht. Ein Blick nach Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zeigt: Die Unterschiede verlaufen nicht immer entlang der Stadt-Land-Grenze.

Kleingärten in Sachsen-Anhalt: Warteliste in der Stadt, Leerstand auf dem Land

"So wie in Berlin, wo man jahrelang auf einen Kleingarten warten muss, ist es in Sachsen-Anhalt nicht", sagt Olaf Weber, Präsident des Landesverbandes der Gartenfreunde Sachsen-Anhalt. Tatsächlich geht außerhalb der beiden größten Städte häufig die Nachfrage zurück.

Doch auch hier zeigt sich: Entscheidend ist nicht Stadt oder Land, sondern Lage. In zentralen Vierteln von Magdeburg oder Halle entstehen Wartelisten, wenn Anlagen gut erreichbar sind. An den Rändern und in ländlichen Regionen dagegen bleiben Parzellen frei – eine Folge des demografischen Wandels.

Bemerkenswert ist zudem: In ländlichen Gegenden sind die Kleingärtner im Schnitt jünger als in den Städten. Gleichzeitig müssen dort Anlagen zurückgebaut werden, um Leerstand zu vermeiden. Wachstum und Schrumpfung existieren nebeneinander – abhängig von Attraktivität und Bevölkerungsentwicklung, nicht allein von der Himmelsrichtung.

Schwimmkurse in Thüringen: Wartelisten in Stadt und Land

Noch deutlicher wird das beim Thema Schwimmen. "Da fehlt es in Thüringen sowohl in den größeren Städten als auch auf dem Land", sagt Jenny Joel, Geschäftsführerin des Thüringer Schwimmverbandes. Wartelisten sind im gesamten Freistaat die Regel – von Meiningen über Erfurt bis Gera.

Eine Ausnahme gibt es nur dort, wo die Uhrzeit unattraktiv ist: Ein Schwimmkurs in Weimar beginnt um 15 Uhr. "Für viele berufstätige Eltern ist das kaum realisierbar", sagt Joel. Das Beispiel zeigt: Nicht die Bevölkerungsdichte entscheidet, sondern verfügbare Hallenzeiten und Personal. Wo Becken und Übungsleiter fehlen, entstehen Engpässe – unabhängig vom Wohnort.

Feuerwehr in Sachsen: Mehr Engagement auf dem Land

Bei der Feuerwehr scheint das Muster zunächst klarer. "Grundsätzlich ist die Bereitschaft, sich zu engagieren, auf dem Land höher", sagt der Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Sachsen, Gunnar Ullmann. In Städten konkurriere das Ehrenamt stärker mit anderen Freizeit- und Engagement-Angeboten.

Doch auch hier bricht die einfache Erzählung auf. Neben Wehren mit Nachwuchssorgen gibt es im Freistaat welche mit Aufnahmestopp. "Es gibt auch Jahre, in denen wenig Personal da ist", sagt Ullmann. "Dann tritt auf einmal ein ganzer Freundeskreis ein."

Weder Wartelisten noch Nachwuchsprobleme sind automatisch eine Frage von Stadt oder Land, so Ullmann. Sie entstehen dort, wo Infrastruktur fehlt, Bevölkerungsentwicklung wirkt oder Engagement trägt – oder eben nicht.

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