• Etwa 20.000 Asteroiden werden besonders überwacht, weil sie sich in Erdnähe aufhalten. Einschläge sind trotzdem extrem selten.
  • Die Europäische Weltraumorganisation ESA hat das nähere Weltall genau im Blick und warnt vor potenziell gefährlichen Asteroiden.
  • Ein "Dino-Killer" ist in den nächsten 100 Jahren nicht in Sicht.

Gleich mehrere Asteroiden hat sie als Erste entdeckt: Carolin Liefke ist Vize-Chefin des Hauses der Astronomie in Heidelberg und begeistert sich auch in ihrer Freizeit für Asteroiden: "Tatsächlich hab ich da ein paar auf dem 'Konto'. Die darf man dann auch benennen. Das ist auch eine ganz nette Sache – gerade, wenn die Dinger jetzt gerade nicht ein Katastrophen-Szenario anhängig haben."

Das gelte für die allermeisten Asteroiden, sagt Liefke: "Wir kennen an die zwei Millionen Asteroiden und nur die allerwenigsten davon – so knapp 20.000 im Moment – hat man unter mehr oder weniger naher Beobachtung, weil sie als erdnah gelten."

Einschläge auf der Erde sind selten

Mehr Beobachtungen von Lichterscheinungen am Himmel bedeuten nicht automatisch, dass es gerade mehr Asteroiden in Erdnähe gebe: "Über die Jahre hinweg ist es mehr geworden, dass man entsprechende Meldungen liest. Das liegt daran, dass wir mehr Asteroiden beobachten. Wir haben diejenigen, die wir entdeckt haben im Laufe der Zeit, fest im Blick, wissen mehr über diese Objekte und konnten dementsprechend auch immer mehr und mehr finden."

Die NASA informiert tagesaktuell über die Asteroiden in Erdnähe. Sie haben die Größe eines Busses, Flugzeugs oder Hauses – allerdings sind sie meist Millionen Kilometer entfernt. Dass ein Asteroid tatsächlich auf der Erde einschlägt wie Anfang März in Koblenz, kommt nur sehr selten vor. Doch es kann passieren und je größer der Brocken, desto größer die möglichen Schäden.

ESA überwacht potenziell gefährliche Asteroiden

Deshalb behalten Richard Moissl, Leiter des Büros für Asteroidenabwehr der ESA, und viele andere weltweit die erfassten Asteroiden und ihre Laufbahnen um die Sonne genau im Blick: "Ich hoffe, dass es weiterhin mehr Beobachtungen gibt. Das bedeutet, dass wir das besser sehen können, dass wir besser vorbereitet sind – auch auf etwas Großes – und immer mehr Daten kriegen, um rauszukriegen, wie viele es insgesamt sind. Es sind viele, viele, die wir noch nicht gefunden haben, gerade von den Kleinen."

Bei Asteroiden von 10 bis 20 Metern Größe fängt seine Arbeit an. Moissl erinnert an einen 20-Meter Asteroiden, der vor 13 Jahren in Russland einschlug. Die Druckwelle ließ Fensterscheiben zersplittern, was mehr als 1.000 Menschen verletzte. Warnungen hätten das Unglück vermindern können, sagt Moissl: "Wir sind abhängig von Größe und Zeit, die uns zur Reaktion zur Verfügung steht. Wir müssen immer auf jeden Fall den Behörden in den potenziell betroffenen Gebieten alle Informationen geben, die wir haben, inklusive Schadensszenarien, um sie auf dem Laufenden zu halten."

Keine "Dinokiller" in den nächsten hundert Jahren

Ab 50 Metern, wenn ganze Städte in Gefahr sind, müsse man auch über weltraumbasierte Gegenmaßnahmen nachdenken. Das werde dann im internationalen Verbund gemacht – zum Beispiel könnte man mit genug Vorlauf Asteroiden von ihrer Bahn ablenken. Bei einem Versuch mit einer NASA-Sonde sei das bereits gelungen.

Für "Dinokiller", wie er Asteroiden ab einem Kilometer Größe nennt, könne er Entwarnung geben. Zumindest in den nächsten hundert Jahren sei kein Einschlag auf der Erde in Sicht.

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