Neues Album zeigt DDR-Liedermacher Reinhard Lakomy als Elektro-Pionier
- Mit "Palastkonzert" ist ein neues Album des verstorbenen DDR-Musikers Reinhard Lakomy erschienen.
- Kritiker Jan Kubon spricht von einer Platte mit "soghafter Wirkung".
- Die Aufnahme zeigt Lakomy als einen Vorreiter der elektronischen Musik in der DDR.
Dank einer bisher unveröffentlichten Konzertaufnahme lässt sich der DDR-Liedermacher Reinhard Lakomy jetzt neu entdecken: Das Album "Palastkonzert" präsentiert Lakomy als Meister der elektronischen Musik – einem Genre, das lange ein Nischendasein in der DDR führte. Die Aufnahme aus dem Jahr 1983 ist vor wenigen Tagen auf Vinyl und CD erschienen.
Eingeladen zum Konzert im Palast der Republik hatte Lakomy das DDR-Jugendradio DT64. In der Reihe "Jugendkonzerte" traten zuvor etwa Mikis Theodorakis, die Rockband NO 55 oder Uschi Brüning auf. "Das waren Radiokonzerte XXL", erklärt der MDR-Musikkritiker Jan Kubon.
Reinhard Lakomy verfügte über exzellente Technik. Auch ein Moog-Synthesizer, der ursprünglich einmal den Rolling Stones gehörte, fand über Umwege seinen Weg zu ihm.Bildrechte: Monika Ehrhardt-Lakomy DT64-Konzert im Palast der Republik
Beim "Palastkonzert" spielte Lakomy zunächst allein, später aber auch mit dem Saxophonisten und Filmmusiker Andreas Bicking. Beide hätten einen hohen künstlerischen Anspruch an den Tag gelegt, hebt Jan Kubon hervor. Eine Melodie bleibe im Kopf zwar nicht hängen, dennoch entwickle die Platte beim Zuhören eine "soghafte Wirkung".
Die Platte ist wichtig für Freunde von historischer, elektronischer Musik.
Eine ganz besondere Atmosphäre verleihe der Aufnahme zudem der Ort, an dem sie entstanden ist: der große Saal im Palast der Republik in Ost-Berlin. "Die Tonqualität ist sensationell. Das hat sicherlich auch etwas mit der Akustik des Raumes zu tun", sagt MDR KULTUR-Musikkritiker Jan Kubon. Das sei ein großes Kompliment, schließlich seien die Aufnahmen über 40 Jahre alt.
Reinhard Lakomy ist vor allem für seine Kinderlieder bekannt. Der gebürtige Magdeburger war aber auch ein Vorreiter auf dem Gebiet der elektronischen Musik in der DDR.Bildrechte: IMAGO / Camera 4"Ich glaube, die Platte ist wichtig für Freunde von historischer, elektronischer Musik", findet Jan Kubon. Für ihn selbst ist sie ein "Konzert mit ganz großen Bögen, mit orchestralen, instrumentalen Kompositionen."
Zwischen Traumzauberbaum und elektronischer Musik
Reinhard Lakomy gilt als einer der einflussreichsten und bekanntesten Musiker der DDR-Geschichte. In seiner Heimatstadt Magdeburg machte er sich schon als Jugendlicher einen Ruf als Jazzpianist. Der Durchbruch gelang ihm aber mit Kindermusik – etwa mit "Der Traumzauberbaum".
Der vielseitige Künstler war zudem einer der Vorreiter elektronischer Musik in der DDR: Lakomy war unter anderem ein Experte für die dafür benötigten Instrumente und Geräte. Er verwendete zum Beispiel einen Synthesizer des US-Herstellers Moog, den zuvor die Rolling Stones benutzen. Das elektronische Musikinstrument ist auch beim "Palastkonzert" zu hören.
Mehr Informationen zum Album:
"Palastkonzert"
Reinhard Lakomy
erschienen beim Label Lacky Musik/Broken Silence
erhältlich auf CD und Vinyl
Quelle: MDR KULTUR (Jan Kubon), redaktionelle Bearbeitung: tis, tmk
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