• Einer der sehenswertesten Filme mit Angelica Domröse ist der DDR‑Fernsehfilm "Effi Briest".
  • Sie überzeugt nicht nur auf der Leinwand, sondern auch auf der Bühne und im "Polizeiruf 110".
  • Ihre Glaubwürdigkeit hat sich Angelica Domröse bis heute bewahrt - sie ist ein Star in Ost wie West.

Schauspielerin Angelica Domröse feiert am 4. April ihren 85. Geburtstag. Berühmt ist sie bis heute für ihre Rolle im DEFA-Kultfilm "Die Legende von Paul und Paula". An der Seite von Winfried Glatzeder verkörperte sie 1973 eine alleinerziehende Mutter, die mit beiden Beinen im Leben steht und zugleich träumt.

"Viele junge Frauen und – nicht nur junge Frauen – haben sich in ihr wiedererkannt und haben gespürt: Sie ist eine von uns und sie träumt wie wir", sagte Filmkritiker Knut Elstermann MDR KULTUR. Domröse selbst habe lange mit "Paula" gehadert: Es sei eine wichtige, aber nicht die einzige Rolle ihres Lebens.

Angelica Domröse ist mit ihrer Rolle im Film "Die Legende von Paul und Paula" (1973) geradezu verschmolzen.Bildrechte: MDR/PROGRESS Film-Verleih/Norbert Kuhröber

Elstermann: "Als hätte Fontane ihr Effi Briest auf den Leib geschrieben"

In dem DDR‑Fernsehfilm "Effi Briest" verkörpert Domröse 1970 die Titelfigur – "als hätte Fontane ihr die Rolle auf den Leib geschrieben", so Elstermann. Sie zeigt darin die Entwicklung vom jungen, lebensfrohen Mädchen zu einer Frau, die an den gesellschaftlichen Konventionen "förmlich erstickt".

Angelica Domröse spielt in "Effi Briest" (1971) eine junge Frau, die an den gesellschaftlichen Konventionen zerbricht.Bildrechte: MDR/RBB/DRA/Hans-Jürgen Hoeftmann

Ob Paula oder Effi Briest – das besondere an Domröses Spiel sei ihre Authentizität, so Elstermann: "Man glaubt ihr das leichte Sommerkleid, ebenso wie die Kittelschürze – das spüren die Menschen. Und das macht ihre Glaubhaftigkeit aus, ihren ganz besonderen Charme."

Man glaubt ihr das leichte Sommerkleid, ebenso wie die Kittelschürze – das spüren die Menschen.

Filmkritiker Knut Elstermann über Angelica Domröse

Immer sei in Domröses Spiel ihre Herkunft spürbar: 1941 mitten im Krieg in Berlin geboren, wächst sie, wie sie oft betont hat, "in den Trümmern auf der Straße" auf. Die schwierigen Familienverhältnisse treiben sie früh nach draußen. "Sie lebt ein ziemlich wildes Abenteuerleben – und diese Mischung spürt man bei ihr immer", so Elstermann.

Die 1941 in Berlin geborene Schauspielerin zeichnet sich durch eine besondere Glaubwürdigkeit aus.Bildrechte: MDR/ Klaus Winkler

Von der Bühne zum Polizeiruf

Nicht nur auf der Leinwand, auch auf der Bühne spielt Domröse "mit einem Augenzwinkern, hinterfragt ihre Rollen", so Elstermann. Sie studiert an der Filmhochschule in Babelsberg und geht ans Berliner Ensemble – bis sie nach dem Protest gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann die DDR verlässt und an die Volksbühne wechselt.

Im Westen fasst sie schnell wieder Fuß, arbeitet mit wichtigen Regisseuren zusammen und steht zum Schluss am Schiller‑Theater in Berlin auf der Bühne. Vier Jahre lang spielt sie die Kommissarin Vera Bilewski im "Polizeiruf 110". In den 1990er-Jahren zieht sie sich schließlich aus dem Filmgeschäft zurück.

Domröse gehört zu den wenigen DDR-Schauspielerinnen, die auch im Westen erfolgreich waren, etwa zwischen 1994 und 1998 als "Polizeiruf"-Kommissarin.Bildrechte: imago images/United Archives

Ein Star in Ost wie West

Über persönliche Krisen, besonders nach dem Tod ihres zweiten Mannes Hilmar Thate 2016, spricht sie offen. "Das gehört zu ihrer Aufrichtigkeit und ihrer Kompromisslosigkeit, diese Phasen nicht zu verschweigen", so Elstermann.

Bis heute gilt Domröse als eine der beliebtesten und bekanntesten Schauspielerinnen Deutschlands – und als ein Star in Ost wie West. Schon in ihrem ersten DEFA‑Film "Verwirrung der Liebe" wirkt sie für Elstermann "wie eine dieser italienischen Filmdiven jener Jahre". Diesen Glanz bewahrt sie sich – bis heute.

Quellen: MDR KULTUR (Knut Elstermann), redaktionelle Bearbeitung: vp, td

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